Phidippus nikites – farbenprächtige Springspinne aus Nordamerika
Phidippus nikites ist eine außergewöhnlich attraktive Springspinne, die vor allem durch ihre kräftige Färbung auffällt. Je nach Entwicklungsstadium können gelbe, orangefarbene und intensive rote Farbtöne auftreten. Gerade diese Veränderung während der Entwicklung macht die Art besonders interessant.
Die Art wurde 1935 von Chamberlin und Ivie beschrieben und gehört zur Familie der Springspinnen (Salticidae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst Teile der USA und Mexikos. Dokumentierte Vorkommen gibt es unter anderem im Westen der USA sowie auf der mexikanischen Halbinsel Baja California.
Dabei ist Phidippus nikites keine tropische Springspinne. Natürliche Nachweise stammen unter anderem aus Grasland, trockenen Gebieten, Wüstenvegetation und Küstendünen. Das ist für die Haltung ein wichtiger Unterschied zu tropisch lebenden Springspinnen.
Mit 8–13 mm Körperlänge eher kompakt
Phidippus nikites gehört nicht zu den riesigen Vertretern ihrer Gattung.
Adulte Männchen erreichen ungefähr 8–12 mm Körperlänge, während Weibchen mit etwa 9–13 mm Körperlänge etwas größer werden können. Gemessen wird dabei der Körper ohne Beine.
Damit bleibt die Art beispielsweise deutlich kleiner als große Hyllus-Arten. Gleichzeitig besitzt sie den für Phidippus typischen kräftigen Körperbau und wirkt deshalb trotz ihrer überschaubaren Körperlänge keineswegs zierlich.
Von Gelb über Orange bis zu kräftigem Rot
Besonders spannend ist die Entwicklung der Färbung.
Phidippus nikites gehört zur sogenannten purpuratus-Gruppe und ist eng mit Phidippus apacheanus verwandt. Beide Arten können sich optisch stark ähneln. Ein interessantes Unterscheidungsmerkmal ist jedoch die Entwicklung ihrer Färbung.
Nach der Revision der Gattung durch Edwards kann Phidippus nikites während verschiedener Entwicklungsstadien ihre Farbe verändern. Beschrieben werden Entwicklungen von Gelb über Orange bis Rot, wobei auch Tiere vorkommen können, die gelb bleiben. Phidippus apacheanus behält dagegen seine Grundfärbung während der Entwicklung eher bei.
Gerade bei Jungtieren solltest du deshalb nicht davon ausgehen, dass ihre momentane Farbe bereits der späteren adulten Färbung entspricht.
Männchen und Weibchen zeigen ebenfalls Unterschiede
Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2022 beschreibt adulte Tiere genauer.
Bei den Männchen ist der Carapax überwiegend schwarz. Am Abdomen können rote Schuppen seitlich auftreten oder große Bereiche rot gefärbt sein. Die Weibchen ähneln den Männchen grundsätzlich, können jedoch zusätzlich weiße Flecken auf dem Abdomen zeigen. Bei ihnen befindet sich die rote Beschuppung eher an den seitlichen Bereichen.
Dadurch können einzelne Tiere durchaus unterschiedlich aussehen. Gerade diese Variabilität macht Phidippus nikites optisch besonders spannend.
Aus den trockeneren Regionen Nordamerikas
Bei der Haltung ist die natürliche Herkunft wichtig.
NatureServe nennt für Phidippus nikites unter anderem Grasland, Wüstengebiete sowie Sand- und Dünenlebensräume. Außerdem wird die Art auf Kreosotsträuchern und anderer Vegetation trockener Regionen gefunden.
Für die Terrarienhaltung bedeutet das vor allem eines: Phidippus nikites sollte nicht dauerhaft sehr feucht gehalten werden.
Ein gut belüftetes Terrarium, regelmäßige Trinkmöglichkeiten und Bereiche, die zwischen dem Befeuchten wieder abtrocknen können, passen wesentlich besser zur natürlichen Herkunft als ein ständig nasses Tropenterrarium.
Warm halten, aber keine tropische Dauerschwüle erzeugen
Konkrete wissenschaftliche Haltungsparameter für Phidippus nikites sind kaum veröffentlicht. Deshalb würde ich keine scheinbar exakten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte als artspezifisch belegt verkaufen.
Für die Terrarienhaltung lässt sich jedoch aus der Herkunft und der üblichen Haltung nordamerikanischer Phidippus eine warme Haltung mit guter Luftzirkulation ableiten.
Ein Bereich von ungefähr 23–27 °C am Tag ist als praktischer Haltungsbereich sinnvoll. Dabei sollte es im Terrarium jedoch unterschiedliche Temperaturbereiche geben, sodass sich die Spinne selbst einen passenden Platz suchen kann.
Bei der Luftfeuchtigkeit würde ich ebenfalls moderat bleiben. Einzelne Bereiche dürfen nach dem Sprühen feuchter sein, sollten anschließend jedoch wieder abtrocknen können.
Das ist eine Haltungsempfehlung und kein in einer wissenschaftlichen Untersuchung ermittelter artspezifischer Optimalwert.
Gute Belüftung ist besonders wichtig
Eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit bringt wenig, wenn gleichzeitig kaum Luftaustausch stattfindet.
Deshalb solltest du Phidippus nikites in einem gut belüfteten Behälter beziehungsweise Terrarium halten. Gleichzeitig kannst du regelmäßig einige Flächen leicht besprühen.
Die dabei entstehenden Wassertropfen werden von Springspinnen gerne zum Trinken genutzt.
Der Bodengrund muss dagegen nicht permanent feucht sein. Gerade aufgrund der natürlichen Lebensräume von Phidippus nikites würde ich deutlich trockener arbeiten als bei einer ausgesprochen tropischen Art.
Die Höhe des Terrariums richtig nutzen
Wie andere Phidippus hält sich auch Phidippus nikites gerne erhöht auf.
Deshalb sollte das Terrarium nicht nur am Boden schön aussehen. Äste, Kork, Holzscheiben und Pflanzen schaffen Wege bis in den oberen Bereich.
Gerade dort wird die Spinne häufig ihr Gespinst anlegen.
Wichtig ist deshalb auch, dass beim Öffnen des Terrariums nicht ständig genau dieser Bereich zerstört wird. Ein Terrarium mit Frontöffnung ist dafür besonders praktisch.
Ab FH5 darf es ins größere Terrarium gehen
Bei der Aufzucht würden wir Phidippus nikites zunächst in einer passenden Aufzuchtdose halten. Dadurch lassen sich kleine Futtertiere leichter kontrollieren und die Spinne findet ihre Beute zuverlässig.
Ab ungefähr FH5 kann anschließend der Wechsel in ein größeres Terrarium erfolgen.
Für ein adultes Tier bietet ein Terrarium um 20 × 20 × 30 cm ausreichend Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche vertikale Einrichtung.
Entscheidend ist jedoch weniger jeder einzelne Zentimeter als die tatsächliche Struktur. Ein gut eingerichtetes Terrarium mit Ästen, Kork und erhöhten Flächen bietet der Springspinne wesentlich mehr nutzbaren Raum als ein größeres, aber nahezu leeres Becken.
Futter passend zur Entwicklungsstufe wählen
Auch bei Phidippus nikites wächst das Futter mit der Spinne.
Kleine Jungtiere können zunächst mit kleinen Fruchtfliegen versorgt werden. Anschließend eignen sich größere Drosophila und später Fliegen oder andere passend dimensionierte Futtertiere.
Dabei zeigt sich das typische Jagdverhalten der Springspinnen besonders schön. Die Beute wird zunächst mit den großen Hauptaugen beobachtet. Anschließend nähert sich die Spinne und überwältigt das Futtertier mit einem gezielten Sprung.
Jungtiere kannst du häufiger mit kleinen Portionen versorgen. Mit zunehmendem Alter werden die Abstände zwischen den Fütterungen größer.
Phidippus nikites ist nicht Phidippus apacheanus
Dieser Punkt ist gerade bei dieser Art interessant.
Phidippus nikites und Phidippus apacheanus sehen sich teilweise sehr ähnlich. Tatsächlich wurden Exemplare in der Vergangenheit sogar falsch zugeordnet. Der World Spider Catalog führt eine Publikation von 1965 auf, in der Tiere als Phidippus apacheanus bezeichnet wurden, die Edwards später Phidippus nikites zuordnete.
Auch deshalb sollte die Bestimmung nicht ausschließlich anhand eines einzelnen Fotos oder der roten Färbung erfolgen.
Ein sichtbarer Unterschied kann die bereits erwähnte Farbentwicklung sein. Phidippus nikites kann während des Wachstums von Gelb über Orange zu Rot wechseln, während P. apacheanus seine Färbung typischerweise stärker beibehält. Für eine sichere wissenschaftliche Bestimmung sind jedoch weitere Merkmale entscheidend.
Einzelhaltung für deine Phidippus nikites
Phidippus nikites sollte einzeln gehalten werden.
Springspinnen sind aktive Jäger und benötigen keinen Artgenossen, um sich wohlzufühlen. Eine gemeinsame Haltung würde dagegen das Risiko erhöhen, dass eines der Tiere das andere als Beute betrachtet.
Lediglich zur gezielten Verpaarung werden adulte Tiere kontrolliert zusammengesetzt.
Vorteile auf einen Blick
- Anerkannte Art: Phidippus nikites Chamberlin & Ivie, 1935
- Verbreitung in USA und Mexiko
- Männchen etwa 8–12 mm Körperlänge
- Weibchen etwa 9–13 mm Körperlänge
- Auffällige gelbe, orangefarbene bis rote Färbung
- Interessanter Farbwechsel während der Entwicklung möglich
- Natürliche Vorkommen unter anderem in Grasland und trockenen Lebensräumen
- Aktive, visuell orientierte Jägerin
- Interessante Alternative zu den deutlich häufiger gehaltenen Phidippus regius
- Einzelhaltung
- Gut strukturierte Einrichtung mit viel nutzbarem Raum in der Höhe
Passendes Zubehör für dein Setup
Insektenliebe Acrylterrarium – bietet einer größeren Phidippus nikites einen sicheren und gut einsehbaren Lebensraum mit Möglichkeiten zur vertikalen Einrichtung.
Waldhumus – schafft einen natürlichen Bodengrund und lässt sich mit trockeneren Bereichen und weiteren Naturmaterialien kombinieren.
Black Spider Wurzel – bietet strukturierte Kletterflächen und lässt sich sowohl senkrecht als auch schräg im Terrarium einsetzen.
Mooszweige – schaffen zusätzliche Laufwege und bringen Struktur bis in den oberen Bereich des Terrariums.
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Repto Flat LED – sorgt für eine helle Ausleuchtung des Terrariums und schafft von oben einen warmen Bereich, den Springspinnen gerne als Aufenthaltsplatz nutzen.
Fazit
Phidippus nikites ist vor allem für Halter interessant, die neben den bekannten Phidippus-Arten etwas Besonderes suchen. Mit einer Körperlänge von etwa 8–12 mm bei Männchen und 9–13 mm bei Weibchen bleibt sie relativ kompakt, fällt dafür jedoch durch ihre intensive Färbung auf.
Besonders spannend ist die Entwicklung der Farbe. Ein Jungtier kann zunächst gelb erscheinen und sich über weitere Häutungen orange bis kräftig rot entwickeln. Gleichzeitig zeigen nicht alle Tiere exakt denselben Farbverlauf.
Bei der Haltung sollte ihre natürliche Herkunft berücksichtigt werden. Phidippus nikites ist keine klassische tropische Springspinne. Nachgewiesene Lebensräume umfassen unter anderem Grasland, Wüstenvegetation und Küstendünen. Deshalb setzen wir bei dieser Art auf Wärme, regelmäßige Trinkmöglichkeiten und vor allem eine gute Belüftung, statt das Terrarium permanent feucht zu halten.
Gerade die Kombination aus kompakter Größe, kräftiger Färbung und interessantem Farbwechsel macht Phidippus nikites zu einer außergewöhnlichen Art innerhalb der Gattung Phidippus.
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