Hyllus giganteus

Hyllus giganteus

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Artikelnummer: 925
Weitere Produktinformationen

SchwierigkeitMittel

GeschlechtMännlich Weiblich unbestimmt

Tier Größe (mm) < 25 mm

Temperatur (°C)25°C – 28°C

g

Icon Schwierigkeitsgrad

Mittel

Icon Heimat

Indonesien

Icon Tiergroesse

< 25 mm

Icon Temperatur

25°C – 28°C

Hyllus giganteus – eine beeindruckende Springspinne im Großformat

Hyllus giganteus macht ihrem Namen alle Ehre. Sie gehört zu den besonders großen und kräftig gebauten Springspinnen und wirkt bereits auf den ersten Blick deutlich massiver als viele bekannte Arten aus der Terraristik.

Die Art wurde bereits 1846 von Carl Ludwig Koch beschrieben. Sie gehört zur Familie der Springspinnen (Salticidae) und ist die Typusart der Gattung Hyllus. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht nach aktuellem Stand von Indonesien bis Australien.

Wer bisher vor allem Phidippus regius kennt, wird bei Hyllus schnell einige Unterschiede feststellen. Nicht nur die Größe fällt auf. Auch Körperbau, Herkunft und die daraus resultierenden Anforderungen an die Haltung unterscheiden sich.

Groß, kräftig und unverkennbar Hyllus

Vertreter der Gattung Hyllus zeichnen sich generell durch einen kräftigen, robust wirkenden und häufig stark behaarten Körper aus. Wissenschaftliche Beschreibungen der Gattung charakterisieren Hyllus als große, kompakte Springspinnen mit breitem und relativ hohem Vorderkörper.

Genau dieser Körperbau macht Hyllus giganteus so beeindruckend.

Im Vergleich zu einer Phidippus regius wirkt sie häufig länger und insgesamt massiver. Besonders adulte Tiere entwickeln eine Erscheinung, die deutlich macht, warum diese Art ihren Namen „giganteus“ trägt.

Wie andere Springspinnen besitzt sie große nach vorne gerichtete Hauptaugen. Sie orientiert sich deshalb stark über ihren Sehsinn und beobachtet ihre Umgebung sehr aufmerksam.

Hyllus giganteus und Phidippus regius sind nicht einfach dasselbe in größer

Auf den ersten Blick könnte man Hyllus giganteus einfach als größere Alternative zu Phidippus regius betrachten. Für die Haltung wäre diese Sichtweise jedoch zu einfach.

Der wichtigste Unterschied beginnt bereits bei der Herkunft.

Phidippus regius stammt aus Nordamerika und der Karibik, wobei besonders Florida und verschiedene Inselpopulationen in der Terraristik bekannt sind. Hyllus giganteus stammt dagegen aus dem südostasiatisch-australischen Raum. Der World Spider Catalog gibt das Verbreitungsgebiet von Sumatra bis Australien an.

Damit handelt es sich um zwei unterschiedliche Gattungen aus unterschiedlichen Regionen.

Auch optisch gibt es deutliche Unterschiede. Phidippus regius zeigt je nach Geschlecht und Lokalform sehr unterschiedliche Farben. Besonders Weibchen können orange, beige, braun oder grau gefärbt sein. Hyllus giganteus wirkt dagegen typischerweise kräftiger und stärker behaart.

Mehr Platz als bei einer klassischen Phidippus regius

Die Größe sollte sich natürlich auch im Terrarium widerspiegeln.

Während wir für adulte Phidippus regius bereits Terrarien um 20 × 20 × 30 cm einsetzen, solltest du Hyllus giganteus großzügiger unterbringen. Ein hohes Terrarium mit ungefähr 20 × 20 × 40 cm oder mehr bietet deutlich bessere Möglichkeiten, die Einrichtung an die große Springspinne anzupassen.

Dabei zählt nicht nur das reine Volumen. Entscheidend ist vor allem, dass die Höhe tatsächlich nutzbar wird.

Äste, Kork, Wurzeln, Pflanzen und andere Strukturen sollten deshalb vom unteren Bereich bis weit nach oben reichen.

Der obere Bereich ist besonders wichtig

Wie bei anderen Springspinnen spielt sich auch bei Hyllus giganteus ein großer Teil des Lebens oberhalb des Bodens ab.

Deshalb solltest du den oberen Bereich nicht leer lassen.

Kork, verzweigte Äste und Pflanzen schaffen Laufwege und verschiedene erhöhte Aufenthaltsorte. Gleichzeitig sollten einige Bereiche relativ frei bleiben, damit sich die große Spinne problemlos bewegen und springen kann.

Ein Terrarium voller Dekoration sieht zwar interessant aus, bringt aber wenig, wenn das Tier kaum noch Platz zur Bewegung hat.

Warm und tropisch statt einfach nur dauerhaft nass

Bei der Haltung von Hyllus giganteus ist es sinnvoll, ihre südostasiatische Herkunft zu berücksichtigen. Gleichzeitig sollte „tropisch“ nicht mit einem ständig nassen Terrarium verwechselt werden.

Für die Haltung hat sich ein warmes Klima mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit bewährt. Gleichzeitig ist eine gute Belüftung besonders wichtig.

Feuchtigkeit und Frischluft müssen deshalb zusammenspielen.

Der Bodengrund oder einzelne Bereiche mit Sphagnum können zeitweise Feuchtigkeit speichern, während andere Bereiche wieder abtrocknen dürfen. Dadurch entsteht ein wesentlich ausgeglicheneres Klima als durch permanentes starkes Sprühen.

Temperatur – hier zeigt sich ein Unterschied zu Phidippus regius

Hyllus giganteus darf grundsätzlich wärmer gehalten werden als viele unserer Phidippus regius.

Für die Haltung würde ich einen Bereich von ungefähr 25–28 °C am Tag anstreben. Nachts darf die Temperatur etwas absinken.

Wichtig ist jedoch, im Terrarium nicht überall exakt dieselbe Temperatur zu erzeugen. Eine von oben kommende Beleuchtung beziehungsweise Wärme ermöglicht unterschiedliche Temperaturbereiche. Die Spinne kann dadurch selbst einen passenden Aufenthaltsort wählen.

Genau hier zeigt sich ein praktischer Unterschied zu unserer Haltung von Phidippus regius. Regius kommt bei uns mit moderateren Temperaturen sehr gut zurecht, während Hyllus giganteus eine deutlich wärmere Haltung bevorzugt.

Luftfeuchtigkeit mit guter Belüftung kombinieren

Auch bei der Feuchtigkeit sollte man Hyllus giganteus nicht einfach wie eine Phidippus regius behandeln.

Eine mäßig erhöhte Luftfeuchtigkeit und regelmäßige Trinkmöglichkeiten passen gut zur tropischen Haltung. Gleichzeitig muss verbrauchte, sehr feuchte Luft aus dem Terrarium entweichen können.

Deshalb gilt: lieber gezielt befeuchten und für Luftaustausch sorgen, statt das komplette Terrarium permanent nass zu halten.

Wassertropfen an Pflanzen oder anderen Einrichtungsgegenständen können außerdem direkt als Trinkmöglichkeit genutzt werden.

Eine aktive Jägerin mit entsprechendem Appetit

Bei der Fütterung zeigt Hyllus giganteus das typische Verhalten einer Springspinne.

Beute wird zunächst mit den großen Augen erfasst. Anschließend nähert sich die Spinne und überwältigt das Futtertier mit einem gezielten Sprung.

Durch ihre Größe kann Hyllus giganteus entsprechend größere Futtertiere bewältigen als eine kleine oder mittelgroße Phidippus regius.

Je nach Entwicklungsstadium eignen sich beispielsweise Fruchtfliegen, Fliegen oder passende Schaben und andere Futterinsekten.

Dabei sollte die Größe des Futtertiers immer zur aktuellen Größe der Spinne passen.

Bei Jungtieren wächst das Futter einfach mit

Kleine Hyllus giganteus benötigen selbstverständlich noch keine großen Futtertiere.

Während der Aufzucht kannst du die Futtergröße Schritt für Schritt anpassen. Für kleinere Jungtiere eignen sich zunächst entsprechend kleine Fliegen oder Fruchtfliegen. Mit zunehmender Größe wechselst du anschließend auf größere Beute.

Dadurch lässt sich die Fütterung sehr gut an die Entwicklung des einzelnen Tieres anpassen.

Einzelhaltung bleibt die richtige Wahl

Auch wenn mehrere Jungtiere zunächst friedlich wirken können, solltest du Hyllus giganteus einzeln halten.

Springspinnen sind aktive Jäger und Artgenossen können als Konkurrent oder Beute betrachtet werden. Deshalb bekommt jedes Tier sein eigenes Aufzuchtgefäß beziehungsweise später sein eigenes Terrarium.

Gerade bei einer so großen und kräftigen Springspinne lohnt es sich nicht, bei der Unterbringung ein unnötiges Risiko einzugehen.

Hyllus giganteus oder Phidippus regius?

Wer bereits Phidippus regius gehalten hat, wird bei Hyllus giganteus viele typische Verhaltensweisen einer Springspinne wiedererkennen. Trotzdem unterscheiden sich die beiden Arten deutlich voneinander.

Der auffälligste Unterschied ist die Größe. Hyllus giganteus gehört zu den besonders großen und kräftig gebauten Springspinnen. Im direkten Vergleich wirkt eine Phidippus regius kompakter und insgesamt kleiner. Deshalb solltest du Hyllus auch entsprechend mehr Platz zur Verfügung stellen. Besonders wichtig ist dabei ein gut strukturierter Bereich in der Höhe.

Auch die Herkunft unterscheidet sich. Während Phidippus regius aus Nordamerika und der Karibik bekannt ist, stammt Hyllus giganteus aus dem südostasiatisch-australischen Raum. Dadurch unterscheiden sich auch die klimatischen Bedingungen, an denen wir uns bei der Haltung orientieren.

Hyllus giganteus bevorzugt es wärmer und tropischer. Gleichzeitig sollte das Terrarium jedoch niemals dauerhaft nass oder stickig sein. Eine gute Belüftung bleibt deshalb wichtig. Phidippus regius lässt sich dagegen bei etwas moderateren Temperaturen und einer geringeren Luftfeuchtigkeit sehr gut halten.

Ein weiterer Unterschied zeigt sich bei der Fütterung. Durch ihre beachtliche Größe kann eine ausgewachsene Hyllus giganteus größere Futtertiere überwältigen. Jungtiere beginnen natürlich ebenfalls mit kleinen Futtertieren, anschließend wächst die Futtergröße jedoch mit der Spinne mit.

Für Einsteiger bleibt Phidippus regius aufgrund ihrer vergleichsweise unkomplizierten Haltung eine sehr gute Wahl. Hyllus giganteus eignet sich dagegen besonders für Halter, die bereits erste Erfahrungen mit Springspinnen gesammelt haben und nun eine größere Art mit etwas tropischeren Haltungsbedingungen kennenlernen möchten.

Wichtig ist dabei: Hyllus giganteus ist nicht einfach eine größere Phidippus regius. Es handelt sich um eine eigenständige Art aus einer anderen Gattung und einem anderen Verbreitungsgebiet. Genau diese Unterschiede machen sie für erfahrenere Springspinnenhalter besonders interessant.

Vorteile auf einen Blick

  • Besonders große Springspinnenart
  • Kräftiger und beeindruckender Körperbau
  • Gültig beschriebene Art seit 1846
  • Typusart der Gattung Hyllus
  • Natürliches Verbreitungsgebiet von Indonesien bis Australien
  • Sehr interessantes Jagd- und Beobachtungsverhalten
  • Benötigt ein gut strukturiertes, hohes Terrarium
  • Größere Futtertiere möglich als bei kleineren Springspinnen
  • Spannende Alternative für Halter, die bereits Phidippus regius kennen

Passendes Zubehör für dein Setup

Springspinnen Komplettset – Kreativ – bietet mit 20 × 20 × 40 cm viel Höhe und lässt sich mit Kork, Holzscheiben und natürlichen Strukturen abwechslungsreich gestalten.

Insektenliebe Tropischer Regen – ermöglicht ein gezieltes Befeuchten und bietet der Springspinne gleichzeitig Wassertropfen zum Trinken.

Insektenliebe Sphagnum Moos – speichert Feuchtigkeit und hilft dabei, gezielt feuchtere Bereiche im Terrarium zu schaffen.

Mooszweige – schaffen verzweigte Lauf- und Kletterwege und helfen dabei, den oberen Bereich des Terrariums besser nutzbar zu machen.

Philodendron scandens „Brasil“ – bringt lebendige Bepflanzung und zusätzliche Deckung in das warm und tropisch eingerichtete Terrarium.

Passendes Futtertier – die Futtergröße sollte immer an das aktuelle Entwicklungsstadium deiner Hyllus giganteus angepasst werden.

Fazit

Hyllus giganteus ist nicht einfach eine besonders große Version von Phidippus regius. Sie gehört zu einer anderen Gattung, stammt aus einer anderen Region und stellt deshalb auch etwas andere Ansprüche an ihre Haltung.

Besonders ihre Größe macht sie zu einer außergewöhnlichen Springspinne. Ein höheres und großzügig strukturiertes Terrarium, warme Temperaturen, eine mäßig erhöhte Luftfeuchtigkeit und gleichzeitig eine gute Belüftung bilden eine sinnvolle Grundlage.

Wer bereits Phidippus regius kennt, wird viele typische Verhaltensweisen einer Springspinne wiedererkennen. Gleichzeitig machen der kräftigere Körperbau, die beachtliche Größe und die tropischere Haltung Hyllus giganteus zu einer ganz eigenen Erfahrung.

Ein wichtiger Punkt bleibt allerdings die Bestimmung: Gerade bei Hyllus giganteus existieren in älterer Literatur und Datenbanken Unsicherheiten bei der Zuordnung einzelner Tiere. Der World Spider Catalog erkennt Hyllus giganteus aktuell als gültige Art an, während eine spezialisierte Salticidae-Datenbank auf Unsicherheiten bei der historischen Zuordnung bestimmter Weibchen hinweist. Deshalb würde ich bei Handels- oder Zuchtlinien keine zusätzlichen Lokalitäts- oder Unterartangaben machen, wenn deren Herkunft nicht sauber dokumentiert ist.

Perfekt kombiniert mit

Springspinnen