Blepharopsis mendica "Kleine Teufelsblume"

Blepharopsis mendica "Kleine Teufelsblume"

14,90 € inkl. MwSt. zzgl. Versand

Kategorie:
Artikelnummer: 242
Weitere Produktinformationen

SchwierigkeitMittel

Geschlechtunbestimmt

Tier Größe (mm) < 70 mm

Temperatur (°C)28°C – 35°C

g

Icon Schwierigkeitsgrad

Mittel

Icon Heimat

Türkei

Icon Tiergroesse

< 70 mm

Icon Temperatur

28°C – 35°C

Blepharopsis mendica – Kleine Teufelsblume mit außergewöhnlicher Tarnung

Blepharopsis mendica, die Kleine Teufelsblume, gehört zu den außergewöhnlichsten Fangschrecken in der Terraristik. Ihr gezackter Körper, die blattartigen Erweiterungen und ihre weißlich-grüne bis beige-braune Färbung lassen sie zwischen trockenen Zweigen und Pflanzen beinahe mit ihrer Umgebung verschmelzen.

Die Art wurde bereits 1775 von Fabricius beschrieben und gehört zur Familie Empusidae. Blepharopsis ist dabei eine eigenständige Gattung.

Der deutsche Name „Kleine Teufelsblume“ erinnert natürlich an die bekannte Große Teufelsblume Idolomantis diabolica. Beide gehören tatsächlich zur Familie Empusidae. Dennoch solltest du Blepharopsis mendica nicht einfach wie eine kleinere Idolomantis halten.

Besonders wichtig sind viel Licht, hohe Tagestemperaturen, ein eher trockenes Klima und eine sehr gute Belüftung.

Von Nordafrika bis nach West- und Südasien

Blepharopsis mendica besitzt ein erstaunlich großes Verbreitungsgebiet.

Die Art kommt in Nordafrika, auf den Kanarischen Inseln, im Nahen Osten sowie in Teilen West- und Südasien vor. Dokumentierte Vorkommen reichen unter anderem über Ägypten, Algerien, Marokko, Tunesien, Israel, Jordanien, Iran und Oman bis nach Pakistan. Auch aus der Türkei und von Zypern ist die Art bekannt.

Dabei bewohnt sie vor allem warme, trockene und offene Lebensräume.

Typische Aufenthaltsorte sind lichte Sträucher und andere Vegetation in trockenen Gebieten. Genau daran sollte sich auch die Gestaltung des Terrariums orientieren.

Perfekt getarnt zwischen trockener Vegetation

Das Erscheinungsbild von Blepharopsis mendica ist unverwechselbar.

Die Tiere besitzen zahlreiche Körperfortsätze und eine unregelmäßige Silhouette. Dadurch verschwinden die klaren Konturen des Körpers zwischen Zweigen und trockener Vegetation.

Je nach Tier und Entwicklungsstadium können weißliche, beige, hellbraune und grünliche Farbtöne auftreten.

Auch die typische Schaukelbewegung vieler Empusidae unterstützt die Tarnung. Dabei bewegt sich das Tier langsam vor und zurück und erinnert dadurch an einen Pflanzenteil, der sich im Wind bewegt.

Gerade dieses Verhalten macht die Beobachtung der Kleinen Teufelsblume besonders interessant.

Etwa 5–6 cm Körperlänge

Bei der Größe findet man im Handel erstaunlich unterschiedliche Angaben. Teilweise werden sogar 7–8 cm genannt.

Für die in der Terraristik verbreiteten Formen würde ich dagegen ungefähr 5–6 cm Körperlänge als realistische Orientierung verwenden. Weibchen werden kräftiger gebaut, während Männchen schlanker bleiben.

Dabei können unterschiedliche geografische Populationen durchaus Größenunterschiede zeigen. Deshalb würde ich keine einzelne Maximalgröße als allgemeingültig für sämtliche Blepharopsis mendica darstellen.

Adulte Männchen lassen sich außerdem sehr gut an ihren auffälligen, doppelt gekämmten Fühlern erkennen.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich

Mit zunehmender Entwicklung lässt sich das Geschlecht immer besser erkennen.

Weibchen besitzen einen kräftigeren Körper und besonders einen deutlich voluminöseren Hinterleib. Männchen bleiben dagegen schlanker.

Bei adulten Männchen fallen vor allem die großen gefiederten beziehungsweise doppelt gekämmten Antennen auf.

Außerdem sind adulte Männchen beweglicher und können gut fliegen. Deshalb solltest du beim Öffnen des Terrariums besonders aufmerksam sein.

Blepharopsis mendica liebt Wärme

Bei dieser Art darf es deutlich wärmer werden als bei vielen anderen Fangschrecken.

Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung hielt ältere Nymphen bei 33–35 °C erfolgreich. Auch langjährige Erfahrungen aus der Terraristik zeigen, dass Blepharopsis mendica ausgesprochen hohe Tagestemperaturen gut nutzt.

Für die Haltung würde ich deshalb einen deutlichen Temperaturgradienten schaffen.

Im oberen, gut beleuchteten Bereich dürfen ungefähr 30–35 °C erreicht werden. Direkt unter einer geeigneten Wärmequelle kann es punktuell auch etwas wärmer sein. Gleichzeitig sollten weiter unten kühlere Bereiche zur Verfügung stehen.

Nachts darf die Temperatur deutlich absinken. Dauerhaft kühle Haltung solltest du dagegen vermeiden.

Licht spielt eine besonders wichtige Rolle

Blepharopsis mendica ist ausgesprochen lichthungrig.

Die Tiere sitzen gerne in sehr hellen Bereichen und nutzen auch direkt beleuchtete Plätze.

Deshalb würde ich das Terrarium nicht nur über die Raumbeleuchtung versorgen. Eine helle Terrarienbeleuchtung gehört für mich bei dieser Art zur Grundausstattung.

Gleichzeitig lässt sich damit im oberen Bereich die gewünschte Wärmezone erzeugen.

So entstehen unterschiedliche Temperaturbereiche und das Tier kann seinen Aufenthaltsplatz selbst wählen.

Trocken halten statt Tropenklima

Dieser Punkt unterscheidet die Kleine Teufelsblume deutlich von vielen anderen Mantiden.

Blepharopsis mendica benötigt kein dauerhaft feuchtes Tropenterrarium.

In der Terraristik haben sich ungefähr 30–50 % relative Luftfeuchtigkeit als Orientierung bewährt. Entscheidend ist jedoch auch hier nicht ausschließlich die Zahl auf dem Hygrometer.

Das Terrarium sollte überwiegend trocken sein und über einen sehr guten Luftaustausch verfügen.

Eine Kombination aus hoher Temperatur, dauerhaft feuchtem Bodengrund und schlechter Belüftung wäre für diese Art wesentlich problematischer als ein trockenes, gut belüftetes Setup.

Beim Sprühen lieber zurückhaltend sein

Bei diesem Punkt unterscheiden sich Haltungsberichte deutlich.

Einige erfahrene Züchter verzichten bei Blepharopsis mendica weitgehend auf das Sprühen und versorgen die Tiere über gut ernährte Futtertiere. Eine wissenschaftliche Laborhaltung arbeitete dagegen bei 40–45 % Luftfeuchtigkeit mit regelmäßigem, kontrolliertem Sprühen.

Deshalb würde ich weder „niemals sprühen“ noch „regelmäßig stark sprühen“ als allgemeingültige Regel formulieren.

Für die Haltung ist entscheidend, dass keine dauerhaft hohe Feuchtigkeit entsteht. Wenn überhaupt gesprüht wird, dann nur sehr sparsam und bei gleichzeitig hervorragender Belüftung.

Gute Belüftung ist Pflicht

Ein Terrarium für Blepharopsis mendica sollte einen besonders guten Luftaustausch ermöglichen.

Großzügige Gazeflächen sind deshalb ideal. So kann warme Luft entweichen und frische Luft nachströmen.

Gerade wenn gleichzeitig mit einer starken Beleuchtung beziehungsweise Wärmequelle gearbeitet wird, ist dieser Luftaustausch besonders wichtig.

Das Terrarium sollte warm und trocken sein – aber natürlich nicht zu einem geschlossenen Hitzestau führen.

Mindestens 20 × 20 × 30 cm für ein adultes Tier

Für ein einzelnes adultes Tier würde ich mindestens ungefähr 20 × 20 × 30 cm einplanen.

Noch wichtiger als die reine Terrariengröße ist jedoch die nutzbare Struktur.

Trockene Äste und verzweigte Strukturen schaffen geeignete Sitzplätze. Gleichzeitig muss unter mehreren Bereichen ausreichend Platz für eine problemlose Häutung vorhanden sein.

Dabei gibt es eine Besonderheit: Vertreter der Empusidae können sich nicht so sicher an völlig glatten Glasflächen festhalten wie viele andere Mantiden.

Deshalb sollte das Terrarium genügend raue Äste, Gaze und andere gut greifbare Oberflächen bieten.

Freier Raum für die Häutung

Auch Blepharopsis mendica häutet sich kopfüber.

Dafür hängt sich das Tier an einem geeigneten Ast oder einer anderen gut greifbaren Oberfläche fest. Anschließend zieht es sich nach unten aus der alten Haut.

Unterhalb eines möglichen Häutungsplatzes sollte deshalb mindestens ungefähr die doppelte Körperlänge frei bleiben.

Das Terrarium darf also strukturiert sein, sollte aber niemals so dicht dekoriert werden, dass überall Äste direkt untereinander liegen.

Gerade bei den letzten Häutungen benötigt die Mantide ausreichend Platz.

Eine spezialisierte Jägerin für Fluginsekten

Bei der Fütterung zeigt sich eine weitere Besonderheit der Kleinen Teufelsblume.

Fliegen gehören zu den besonders geeigneten Futtertieren.

Die Mantide sitzt erhöht zwischen Ästen und wartet dort auf vorbeikommende Beute. Fliegende Futtertiere bewegen sich genau durch diesen Bereich und lösen dadurch besonders zuverlässig das Jagdverhalten aus.

Eine abwechslungsreiche Fütterung ist trotzdem möglich. Die Größe der Beute muss dabei immer zum Entwicklungsstadium passen.

Von Drosophila bis Schmeißfliege

Sehr kleine Nymphen können zunächst mit Drosophila gefüttert werden.

Mit zunehmender Größe wächst anschließend auch das Futter mit:

Junge Nymphen erhalten Fruchtfliegen. Anschließend eignen sich Terflys und Goldfliegen. Größere Nymphen und adulte Tiere können schließlich mit Schmeißfliegen und anderen geeigneten Fluginsekten versorgt werden.

Eine wissenschaftliche Aufzucht von Blepharopsis mendica verwendete bei den ersten beiden Nymphenstadien Drosophila melanogaster. Später wurden unter anderem Stubenfliegen, Motten, kleine Heuschrecken und Mehlwurmlarven verfüttert.

Damit ist die Art nicht zwingend ausschließlich auf Fliegen angewiesen. Für die Terrarienhaltung bleiben Fluginsekten jedoch besonders praktisch und fördern gleichzeitig das natürliche Jagdverhalten.

Vorsicht vor der Häutung

Verweigert Blepharopsis mendica plötzlich das Futter, kann eine bevorstehende Häutung dahinterstecken.

Dann solltest du nicht versuchen, das Tier durch immer neue Futtertiere zum Fressen zu bringen.

Entferne überschüssige Futtertiere und lasse die Mantide in Ruhe.

Nach der Häutung ist die neue Körperhülle zunächst weich. Erst wenn das Tier vollständig ausgehärtet ist, solltest du wieder normal füttern.

Gruppenhaltung ist möglich – Einzelhaltung bleibt sicherer

Hier unterscheidet sich Blepharopsis mendica von vielen aggressiveren Mantiden.

Die innerartliche Aggressivität wird von erfahrenen Züchtern häufig als vergleichsweise gering beschrieben. Besonders Jungtiere und adulte Männchen können bei ausreichend Platz und reichlichem Futter teilweise gemeinsam gehalten werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Kannibalismus ausgeschlossen ist.

Für Kunden, die kein unnötiges Risiko eingehen möchten, bleibt deshalb die Einzelhaltung die sicherste Variante.

Gerade bei unterschiedlichen Größen oder während einer Häutung können auch normalerweise friedliche Tiere problematisch werden.

Achtung bei Tieren von den Kanarischen Inseln

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Herkunft der Zuchtlinie.

Bei Blepharopsis mendica von den Kanarischen Inseln wird in der Terraristik eine Diapause bei älteren Nymphen beschrieben. Während dieser Entwicklungsphase werden die Tiere deutlich kühler gehalten.

Das darf jedoch nicht einfach auf jede Blepharopsis mendica übertragen werden.

Zuchtlinien beispielsweise aus Ägypten werden dagegen über die gesamte Entwicklung warm gehalten.

Deshalb ist bei dieser Art die genaue Herkunft der Zuchtlinie wichtiger als bei vielen anderen Mantiden. Für euren Shop würde ich eine Diapause nur dann in die konkrete Haltungsanleitung aufnehmen, wenn eure Tiere tatsächlich aus einer entsprechenden kanarischen Linie stammen.

Vorteile auf einen Blick

  • Blepharopsis mendica (Fabricius, 1775)
  • Deutscher Name Kleine Teufelsblume
  • Familie Empusidae
  • Große Verbreitung von Nordafrika bis West- und Südasien
  • Vorkommen auch auf den Kanarischen Inseln
  • Ungefähr 5–6 cm Körperlänge als gute Orientierung für viele Zuchtlinien
  • Außergewöhnliche weißlich-grüne bis beige-braune Tarnfärbung
  • Charakteristische Körperfortsätze
  • Adulte Männchen mit auffällig gekämmten Fühlern
  • Sehr wärmeliebend
  • Oberer Temperaturbereich etwa 30–35 °C
  • Eher trocken halten
  • Ungefähr 30–50 % Luftfeuchtigkeit als praktische Orientierung
  • Sehr gute Belüftung notwendig
  • Ausgesprochen lichthungrig
  • Terrarium ab etwa 20 × 20 × 30 cm
  • Fliegen eignen sich besonders gut als Futter
  • Gruppenhaltung teilweise möglich, Einzelhaltung jedoch sicherer
  • Herkunft der Zuchtlinie hinsichtlich einer möglichen Diapause beachten

Passendes Zubehör für dein Setup

Repto Terra Sky – bietet viel Belüftungsfläche und ausreichend Höhe für Sitzplätze sowie sichere Häutungen.

Repto Flat LED – sorgt für eine helle Ausleuchtung und unterstützt den warmen, stark beleuchteten oberen Bereich, den Blepharopsis mendica bevorzugt.

Insektenliebe Hygro-Therm – hilft dir dabei, die für diese Art besonders wichtigen hohen Temperaturen und die gleichzeitig eher niedrige Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren.

Mini Baum – schafft eine trockene, verzweigte Struktur mit verschiedenen Sitz-, Kletter- und Jagdplätzen und passt dadurch besonders gut zur Haltung der Kleinen Teufelsblume.

Goldfliegen – eignen sich als aktives Fluginsekt besonders gut für entsprechend große Nymphen und fördern das natürliche Jagdverhalten.

Schmeißfliegen – bieten größeren Nymphen und adulten Blepharopsis mendica ein geeignetes bewegungsaktives Futter.

Fazit

Blepharopsis mendica ist keine klassische tropische Mantide. Genau das macht die Kleine Teufelsblume so interessant.

Die Art stammt überwiegend aus warmen und trockenen Regionen und benötigt deshalb eine entsprechend angepasste Haltung. Viel Licht, hohe Tagestemperaturen, ein trockenes Klima und vor allem ein hervorragender Luftaustausch bilden die Grundlage.

Im oberen Terrarienbereich dürfen ungefähr 30–35 °C erreicht werden, während nachts eine deutliche Abkühlung möglich ist. Bei der Luftfeuchtigkeit dienen etwa 30–50 % als praktische Orientierung. Dauerhaft feuchte Bedingungen solltest du vermeiden.

Gleichzeitig benötigt Blepharopsis mendica viele gut greifbare Sitzplätze. Denn als Vertreterin der Empusidae ist sie auf völlig glatten Flächen weniger sicher unterwegs als viele andere Mantiden. Verzweigte Äste und Gazeflächen sind deshalb besonders wertvoll.

Auch bei der Fütterung zeigt die Art ihren besonderen Charakter. Vor allem Fluginsekten lösen das typische Jagdverhalten aus. Von Drosophila für kleine Nymphen bis zu Gold- und Schmeißfliegen für größere Tiere lässt sich das Futter hervorragend an die Entwicklung anpassen.

Damit ist Blepharopsis mendica eine faszinierende Fangschrecke für Halter, die ein warmes, helles und trockenes Mantidenterrarium umsetzen möchten und eine Art suchen, die sowohl durch ihr Aussehen als auch durch ihr Verhalten deutlich aus der Masse heraussticht.