Phidippus carolinensis

Phidippus carolinensis

Preisspanne: 28,00 € bis 68,00 € inkl. MwSt. zzgl. Versand

Kategorie:
Weitere Produktinformationen

SchwierigkeitEinfach

GeschlechtMännlich Weiblich unbestimmt

Tier Größe (mm) < 13 mm

Temperatur (°C)23°C – 27°C

g

Icon Schwierigkeitsgrad

Einfach

Icon Heimat

USA

Icon Tiergroesse

< 13 mm

Icon Temperatur

23°C – 27°C

Phidippus carolinensis – seltene Springspinne aus Nordamerika

Phidippus carolinensis ist eine interessante und vergleichsweise selten gehaltene Springspinne aus Nordamerika. Sie gehört zur Familie der Salticidae und besitzt all das, was die Gattung Phidippus so faszinierend macht: große nach vorne gerichtete Augen, ein ausgeprägtes Sehvermögen und ein aktives Jagdverhalten.

Die Art wurde 1909 von George und Elizabeth Peckham beschrieben und wird heute als Phidippus carolinensis Peckham & Peckham, 1909 anerkannt.

Optisch unterscheidet sie sich deutlich von den häufig gehaltenen, oftmals sehr kontrastreich gefärbten Phidippus-Arten. Besonders Weibchen können mit ihren Grau-, Braun- und Cremetönen zunächst eher zurückhaltend wirken. Bei genauer Betrachtung zeigen sich jedoch eine feine Zeichnung und zahlreiche Details.

Der Name Phidippus carolinensis führt ein wenig in die Irre

Die Geschichte hinter dem Artnamen ist besonders spannend.

Das ursprüngliche Typusexemplar wurde mit North Carolina als Fundort beschrieben. Spätere Untersuchungen konnten dort jedoch keine weiteren Exemplare bestätigen.

Der Phidippus-Spezialist G. B. Edwards kam deshalb zu dem Schluss, dass das ursprüngliche Exemplar wahrscheinlich falsch etikettiert worden war.

Als neuer Referenzfundort wurde Stephenville im US-Bundesstaat Texas vorgeschlagen, weil dort mehrere bestätigte Nachweise vorliegen.

Heute gilt die Verbreitung in den USA vor allem für Texas, Oklahoma und Kansas als gut dokumentiert. Außerdem kommt Phidippus carolinensis in Mexiko vor.

Eine Springspinne aus Texas, Oklahoma, Kansas und Mexiko

Die Herkunft ist auch für die Haltung interessant.

Phidippus carolinensis stammt nicht aus einem dauerhaft feuchtwarmen tropischen Lebensraum. Viele bestätigte Funde stammen aus dem zentralen und südlichen Teil der USA.

In Zentraltexas wurden Tiere beispielsweise auf beziehungsweise unmittelbar an Opuntien beobachtet. Die wissenschaftliche Revision von Edwards erwähnt außerdem Funde auf Nadelgehölzen.

Damit zeigt sich bereits, dass wir bei dieser Art kein dauerhaft feuchtes Tropenterrarium benötigen.

Viel Licht, Wärme, eine gute Belüftung und Bereiche, die zwischen dem Befeuchten wieder abtrocknen können, passen wesentlich besser.

Etwa 10–13 mm Körperlänge

Phidippus carolinensis gehört zu den mittelgroßen Vertretern der Gattung.

Bereits die ursprüngliche Artbeschreibung nennt für Männchen etwa 10 mm Körperlänge und für Weibchen ungefähr 10–13 mm Körperlänge.

Damit bleibt die Art kleiner als besonders große Springspinnen wie Hyllus giganteus. Auch gegenüber sehr kräftigen weiblichen Phidippus regius wirkt sie meist etwas kompakter.

Trotzdem besitzt Phidippus carolinensis den typischen kräftigen Körperbau der Gattung Phidippus.

Weibchen mit zurückhaltender, aber wunderschöner Zeichnung

Gerade bei den Weibchen lohnt sich ein genauer Blick.

Die Grundfärbung bewegt sich überwiegend zwischen Grau, Braun und helleren Cremetönen. Dazu kommen helle Zeichnungselemente auf dem Hinterleib.

Diese Färbung passt hervorragend zu trockener Vegetation, Rinde und anderen natürlichen Strukturen.

Männchen unterscheiden sich deutlich von den Weibchen. Besonders auffällig sind charakteristische Haarstrukturen im Kopfbereich.

Phidippus carolinensis gehört zur sogenannten putnami-Gruppe. Bei den Männchen dieser Gruppe treten charakteristische dorsale Haarkämme auf, die ein interessantes Merkmal zur Unterscheidung verwandter Arten darstellen.

Eine aktive Jägerin mit hervorragenden Augen

Wie andere Springspinnen baut auch Phidippus carolinensis kein Fangnetz zur Jagd.

Stattdessen sucht und beobachtet sie ihre Beute aktiv.

Dabei spielen die großen vorderen Hauptaugen eine entscheidende Rolle. Hat die Spinne ein geeignetes Futtertier entdeckt, richtet sie ihren Körper darauf aus und nähert sich.

Anschließend folgt der typische gezielte Sprung.

Vor dem Absprung befestigt die Springspinne einen Sicherheitsfaden aus Spinnseide. Dadurch kann sie sich sichern, falls ein Sprung nicht wie geplant endet.

Gerade dieses aktive Verhalten macht Phidippus carolinensis zu einem spannenden Beobachtungstier.

Helles und gut belüftetes Terrarium

Bei der Einrichtung würde ich mich an der eher warmen nordamerikanischen Herkunft orientieren.

Das Terrarium sollte hell und sehr gut belüftet sein. Gleichzeitig sollte es verschiedene Ebenen und zahlreiche Laufwege bieten.

Springspinnen nutzen dreidimensionale Strukturen deutlich stärker als eine große freie Bodenfläche.

Kork, Zweige, Holzscheiben und Pflanzen lassen sich deshalb so kombinieren, dass die Spinne vom Boden bis in den oberen Terrarienbereich gelangen kann.

Etwa 23–27 °C als praktische Orientierung

Für Phidippus carolinensis gibt es keine wissenschaftlich ermittelte optimale Terrarientemperatur.

Deshalb würde ich keine Händlerangabe als wissenschaftlichen Artparameter darstellen.

Für die Haltung ist tagsüber ein Bereich von ungefähr 23–27 °C eine sinnvolle praktische Orientierung. Eine Beleuchtung von oben kann gleichzeitig einen etwas wärmeren Bereich schaffen.

Nachts darf die Temperatur absinken.

Wichtig ist außerdem ein Temperaturgefälle. Dadurch kann die Spinne selbst entscheiden, ob sie sich näher an der Beleuchtung oder in einem etwas kühleren Bereich aufhalten möchte.

Keine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit

Bei der Luftfeuchtigkeit würde ich ebenfalls bewusst auf einen starren Prozentwert verzichten.

Phidippus carolinensis sollte nicht permanent nass gehalten werden.

Stattdessen kannst du regelmäßig leicht sprühen. Dadurch entstehen kleine Wassertropfen auf Scheiben und Einrichtung, welche die Spinne zum Trinken nutzen kann.

Anschließend sollte das Terrarium wieder abtrocknen können.

Eine gute Belüftung ist deshalb besonders wichtig. Sie verhindert, dass sich dauerhaft feuchte und stehende Luft bildet.

Der obere Terrarienbereich ist besonders wichtig

Springspinnen suchen sich für ihre Wohngespinste bevorzugt geschützte Bereiche im oberen Teil ihres Lebensraums.

Deshalb solltest du gerade dort verschiedene Möglichkeiten anbieten.

Kork, Zweige, Pflanzen und andere Strukturen schaffen unterschiedliche Plätze, zwischen denen Phidippus carolinensis ihr Gespinst anlegen kann.

Ein Terrarium mit Frontöffnung ist dabei besonders praktisch. Dadurch wird das Wohngespinst beim Öffnen weniger häufig beschädigt als bei einem Behälter, der komplett von oben geöffnet wird.

Aufzucht zunächst übersichtlich halten

Junge Phidippus carolinensis müssen nicht sofort in ein großes Terrarium einziehen.

Eine passende Aufzuchtdose erleichtert zunächst die Kontrolle. Gleichzeitig findet die kleine Spinne ihre Futtertiere schneller.

Mit zunehmender Größe kann anschließend der Wechsel erfolgen.

Ab ungefähr FH6 eignet sich ein entsprechend eingerichtetes Terrarium. Für ein adultes Tier bietet beispielsweise ein Terrarium um 20 × 20 × 30 cm bereits viele Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche vertikale Einrichtung.

Wichtiger als möglichst viel leerer Raum ist jedoch eine sinnvoll nutzbare Struktur.

Das Futter wächst mit Phidippus carolinensis

Bei jungen Springspinnen beginnen wir mit entsprechend kleinen Futtertieren.

Je nach Entwicklungsstadium eignen sich zunächst kleine Fruchtfliegen. Anschließend können größere Drosophila und später größere Fliegen oder andere geeignete Futterinsekten angeboten werden.

Dabei sollte die Futtergröße immer an die Spinne angepasst werden.

Jungtiere werden häufiger mit kleineren Portionen versorgt. Mit zunehmendem Alter können die Abstände zwischen den Fütterungen größer werden.

Vor einer Häutung besonders aufmerksam sein

Wenn Phidippus carolinensis ein dichteres Gespinst baut und plötzlich weniger oder gar nicht mehr frisst, kann eine Häutung bevorstehen.

In dieser Phase solltest du das Gespinst nicht öffnen.

Auch Futtertiere gehören dann nicht dauerhaft in die unmittelbare Nähe der Spinne.

Nach der Häutung benötigt der neue Außenpanzer etwas Zeit zum Aushärten. Anschließend beginnt die Spinne normalerweise wieder mit der Jagd.

Phidippus carolinensis immer einzeln halten

Wie unsere anderen Springspinnen halten wir auch Phidippus carolinensis einzeln.

Springspinnen sind räuberische Einzelgänger. Sie benötigen keinen Artgenossen als Gesellschaft.

Eine gemeinsame Haltung würde dagegen das Risiko erhöhen, dass eines der Tiere vom anderen erbeutet wird.

Nur für eine gezielte Verpaarung werden geschlechtsreife Tiere kontrolliert zusammengebracht.

Nicht mit Phidippus carolinus verwechseln

Hier gibt es noch eine taxonomische Besonderheit, die gerade bei der Recherche schnell für Verwirrung sorgt.

Phidippus carolinensis und der historische Name Phidippus carolinus sind nicht dasselbe.

Der Name Phidippus carolinus wurde für eine andere Spinne verwendet und später mit Phidippus otiosus synonymisiert.

Phidippus carolinensis Peckham & Peckham, 1909 ist dagegen weiterhin eine eigenständige und anerkannte Art.

Deshalb sollte bei wissenschaftlichen Namen immer genau auf die Endung geachtet werden.

Vorteile auf einen Blick

  • Phidippus carolinensis Peckham & Peckham, 1909
  • Anerkannte Art aus der Familie Salticidae
  • Verbreitung USA und Mexiko
  • In den USA vor allem aus Texas, Oklahoma und Kansas bekannt
  • Der historische Fundort North Carolina gilt wahrscheinlich als Fehlbeschriftung
  • Männchen ungefähr 10 mm Körperlänge
  • Weibchen ungefähr 10–13 mm Körperlänge
  • Gehört zur putnami-Gruppe
  • Interessante Grau-, Braun- und Cremetöne
  • Aktive, visuell orientierte Jägerin
  • Helle und gut belüftete Haltung
  • Etwa 23–27 °C als praktische Tagestemperatur
  • Nicht dauerhaft feucht halten
  • Ab ungefähr FH6 Wechsel in ein entsprechend eingerichtetes Terrarium möglich
  • Einzelhaltung

Passendes Zubehör für dein Setup

Springspinnen Komplettset – Kreativ – bietet viel vertikal nutzbaren Raum und zahlreiche Möglichkeiten, Kork, Holz und Naturmaterialien individuell für Phidippus carolinensis anzuordnen.

Repto Flat LED – sorgt für eine helle Ausleuchtung und schafft gleichzeitig einen wärmeren Bereich im oberen Teil des Terrariums.

Bananenstiel – schaffen verzweigte Laufwege und zusätzliche erhöhte Sitzplätze.

Hobby Fingferwood Shadow – bietet natürliche Kletterflächen und geschützte Bereiche für die Einrichtung.

Große Fruchtfliege – eignet sich je nach als bewegungsaktives Futtertier für FH3-Fh5.

Insektenliebe Tropischer Regen – ermöglicht das gezielte Anbieten von Trinktropfen und reduziert gleichzeitig störende Kalkflecken auf den Terrarienscheiben.

Fazit

Phidippus carolinensis ist eine spannende Springspinne für Halter, die neben den bekannten und häufig sehr farbenprächtigen Phidippus-Arten eine etwas andere Art kennenlernen möchten.

Mit ungefähr 10 mm Körperlänge bei Männchen und 10–13 mm bei Weibchen bleibt sie überschaubar. Gleichzeitig zeigt sie den kräftigen Körperbau und das aktive Jagdverhalten, für das Phidippus bekannt ist.

Besonders interessant ist ihre ungewöhnliche taxonomische Geschichte. Obwohl ihr Name auf North Carolina zurückgeht, gilt der dort angegebene ursprüngliche Fundort heute wahrscheinlich als Fehlbeschriftung. Tatsächlich ist die Art in den USA vor allem aus Texas, Oklahoma und Kansas bekannt und reicht außerdem bis nach Mexiko.

Bei der Haltung setzen wir auf ein helles, gut strukturiertes und vor allem gut belüftetes Terrarium. Tagsüber sind ungefähr 23–27 °C eine sinnvolle praktische Orientierung. Gleichzeitig sollte Phidippus carolinensis nicht dauerhaft feucht gehalten werden.

Damit eignet sich diese Art besonders für Springspinnen-Fans, die eine seltenere nordamerikanische Phidippus mit interessanter Zeichnung und dem typischen neugierigen Jagdverhalten der Gattung suchen.

Perfekt kombiniert mit