Pelmatojulus ligulatus "Gelbgebänderter Tausendfüßer"
Vorrätig
Mittel
Nigeria
< 140 mm
25°C – 28°C
Pelmatojulus ligulatus – der gelbgebänderte Tausendfüßer mit dem außergewöhnlichen Sozialverhalten
Pelmatojulus ligulatus ist ein Tausendfüßer, bei dem sich ein genauerer Blick lohnt. Seine kräftige Gestalt, die leuchtend gelben Körperabschnitte und sein ungewöhnliches Verhalten machen ihn zu einem interessanten Vertreter der afrikanischen Wirbellosen.
Doch seine Färbung ist längst nicht das Spannendste an dieser Art.
Während sich viele Tausendfüßer bei Trockenheit tief in den Boden zurückziehen, sucht Pelmatojulus ligulatus bevorzugt Schutz unter morschem Holz oder in vorhandenen Hohlräumen. In seiner westafrikanischen Heimat wurde er sogar in Termitenbauten nachgewiesen.
Auch seine Fortpflanzung ist bemerkenswert. Während der Paarung klammert sich das Männchen mit speziellen Haftpolstern an das Weibchen. Und im Gegensatz zu manchen anderen afrikanischen Tausendfüßern ist die Nachzucht bei uns bereits mehrfach gelungen.
Damit bietet Pelmatojulus ligulatus deutlich mehr als eine auffällige Ringzeichnung.
Gelb und Schwarz – eine unverwechselbare Kombination
Der gelbgebänderte Tausendfüßer gehört zu den besonders kontrastreich gefärbten Arten.
Sein Körper besteht aus zahlreichen glänzenden Ringen. Dabei sind die vorderen Bereiche der einzelnen Doppelsegmente gelb bis orangebraun gefärbt. Die hinteren Abschnitte erscheinen dagegen dunkelbraun bis nahezu schwarz.
Dadurch entsteht die charakteristische Bänderung, die dem Tier seinen deutschen Namen gegeben hat.
Besonders interessant ist der Farbverlauf. Während die gelben Bereiche am Vorderkörper häufig intensiver erscheinen, können sie zum Hinterkörper hin zunehmend orangebraun wirken.
Kopf und Hinterleibsende sind überwiegend dunkelbraun. Die roten Fühler und rotbraunen Beine setzen zusätzliche Farbakzente.
Mit einer Körperlänge von 12–14 cm und einem Durchmesser von ungefähr 13–15 mm gehört die Art zu den mittelgroßen, aber ausgesprochen kräftig gebauten Tausendfüßern.
Nicht jeder Tausendfüßer gehört zur gleichen Familie
Pelmatojulus ligulatus (Voges, 1878) gehört zur Ordnung Spirobolida und zur Familie Pachybolidae.
Damit unterscheidet er sich bereits systematisch von vielen großen afrikanischen Tausendfüßern aus der Familie Spirostreptidae.
Ursprünglich wurde die Art als Spirobolus ligulatus beschrieben. Später tauchte sie in der wissenschaftlichen Literatur auch unter Pachybolus ligulatus auf.
Die heutige Bezeichnung lautet Pelmatojulus ligulatus.
Seine kräftige Gestalt und die auffällige Bänderung sind typische Merkmale, die bei der Bestimmung helfen. Allerdings existieren innerhalb der Gattung ähnlich aussehende Arten. Deshalb sollte die wissenschaftliche Bestimmung nicht ausschließlich anhand der Färbung erfolgen.
Von Togo über Benin bis Nigeria
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Pelmatojulus ligulatus liegt in Westafrika.
Nachweise gibt es insbesondere aus Togo, Benin und Nigeria. Auch aus Ghana liegen Angaben vor.
Die Tiere bewohnen vor allem sekundäre Regenwälder. Dabei handelt es sich um Wälder, die sich nach früheren Eingriffen wieder entwickelt haben.
Interessanterweise beschränkt sich die Art nicht ausschließlich auf unberührte Waldgebiete.
In Nigeria wurde Pelmatojulus ligulatus beispielsweise auch auf dem Gelände der Universität Ibadan beobachtet.
Das zeigt, dass geeignete Verstecke, Nahrung und Feuchtigkeitsbedingungen für diese Art offenbar wichtiger sein können als ein vollständig unberührter Lebensraum.
Ein Tausendfüßer, der Termitenbauten als Versteck nutzt
Eine der interessantesten Besonderheiten von Pelmatojulus ligulatus ist sein Verhalten während der Trockenzeit.
In Nigeria dauert die ausgeprägte Trockenperiode ungefähr von November bis Februar.
Während dieser Zeit suchen die Tiere geschützte Plätze auf. Beobachtet wurden sie beispielsweise unter morschem Holz und in Bauten der Termitenart Macrotermes nigeriensis.
Dabei ist besonders bemerkenswert, dass Pelmatojulus ligulatus bei Trockenheit nicht grundsätzlich versucht, sich möglichst tief in die Erde einzugraben.
Stattdessen sucht er häufig seitlich gelegene Verstecke auf.
Für die Terrarienhaltung ergibt sich daraus eine wichtige Erkenntnis: Neben einem geeigneten Bodengrund benötigt diese Art gut erreichbare, geschützte Versteckplätze.
Flache Korkstücke und größere Stücke weißfaulen Holzes sind deshalb besonders sinnvoll.
Mit der Regenzeit beginnt das Leben an der Oberfläche
In seiner Heimat verändert sich das Verhalten von Pelmatojulus ligulatus deutlich mit den Jahreszeiten.
Besonders zu Beginn der Regenzeit, etwa zwischen März und Mai, lassen sich die Tiere nachts häufiger an der Oberfläche beobachten.
Tagsüber ziehen sie sich dagegen unter Laub, morsches Holz oder andere schützende Materialien zurück.
Das erklärt, weshalb du deinen gelbgebänderten Tausendfüßer nicht ständig sehen wirst.
Auch im Terrarium kann er längere Zeit verborgen bleiben und anschließend während der Dämmerung plötzlich aktiv werden.
Gerade deshalb lohnt es sich, die Tiere am Abend zu beobachten.
Eine zusätzliche helle Terrarienbeleuchtung ist für diese überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Art nicht erforderlich.
Ein ungewöhnliches Detail bei der Paarung
Auch bei der Fortpflanzung zeigt Pelmatojulus ligulatus interessantes Verhalten.
Bei erwachsenen Männchen befinden sich an den Füßen spezielle Sohlenpolster.
Diese helfen ihnen, sich während der Paarung am glatten Körper des Weibchens festzuhalten.
Das Männchen nähert sich häufig von hinten und klettert auf das Weibchen.
Währenddessen kann sich das Weibchen weiterbewegen und sogar Nahrung aufnehmen.
Das Männchen versucht anschließend, seinen Vorderkörper in eine geeignete Position für die Kopulation zu bringen.
In der Natur wurden Paarungen besonders zu Beginn der Regenzeit beobachtet.
Diese Verbindung zwischen Jahreszeit und Fortpflanzung macht die Art auch für erfahrene Züchter interessant.
Nachzucht bei Insektenliebe bereits mehrfach gelungen
Pelmatojulus ligulatus gehört zu den Tausendfüßern, mit denen wir bereits eigene Nachzuchterfahrungen sammeln konnten.
Die Nachzucht ist uns schon mehrfach gelungen.
Das ist besonders erfreulich, denn bei vielen afrikanischen Tausendfüßern gestaltet sich die Vermehrung im Terrarium schwierig.
Die Tiere erreichen ihre Geschlechtsreife nach unseren bisherigen Erfahrungen ungefähr mit zwei Jahren.
Für eine erfolgreiche Zucht sind vor allem eine langfristig stabile Haltung, ausreichend Nahrung und möglichst wenig Störungen wichtig.
Außerdem sollte der Bodengrund regelmäßig auf seinen Nährstoffgehalt beziehungsweise auf noch vorhandene Laub- und Holzbestandteile kontrolliert werden.
Ein gezielter Wechsel zwischen etwas trockeneren und feuchteren Phasen könnte ebenfalls interessant sein. Allerdings sollte eine solche Veränderung vorsichtig erfolgen und niemals zu einer vollständigen Austrocknung des Substrats führen.
Warum wir diese Art nicht uneingeschränkt für Anfänger empfehlen
Auf den ersten Blick wirkt Pelmatojulus ligulatus unkompliziert.
Die Tiere sind friedlich, benötigen keine aufwendige Beleuchtung und ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenem Pflanzenmaterial.
Trotzdem stufen wir den Schwierigkeitsgrad als mittel ein.
Der Grund liegt vor allem in der Ernährung.
Diese Art benötigt dauerhaft größere Mengen weißfaules Holz und Futterlaub. Wer nur gelegentlich Gemüse anbietet, wird ihren Bedürfnissen nicht gerecht.
Außerdem muss das Substrat regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ergänzt werden.
Wer bereits Erfahrung mit Tausendfüßern besitzt und die dauerhafte Versorgung mit geeignetem organischem Material sicherstellen kann, findet in dieser Art jedoch einen ausgesprochen interessanten Pflegling.
Das passende Terrarium: Lieber breit als hoch
Pelmatojulus ligulatus verbringt den größten Teil seines Lebens am Boden.
Ausgeprägtes Kletterverhalten gehört nicht zu seinen typischen Eigenschaften.
Deshalb empfehlen wir ein Terrarium mit einer Mindestgrundfläche von 40 × 30 cm für eine kleine Gruppe. Bei mehreren adulten Tieren ist entsprechend mehr Platz sinnvoll.
Eine besonders große Höhe ist dagegen nicht erforderlich.
Viel wichtiger ist, dass sich ein ausreichend tiefer Bodengrund einfüllen lässt und gleichzeitig Platz für flache Verstecke bleibt.
Besonders gut eignen sich größere Korkstücke, Rindenstücke und morsches Holz.
Verstecke sind wichtiger als Kletteräste
Während viele Tausendfüßer gelegentlich Wurzeln und Äste erkunden, hält sich Pelmatojulus ligulatus überwiegend in Bodennähe auf.
Deshalb kannst du bei dieser Art auf aufwendige Kletterkonstruktionen verzichten.
Stattdessen empfehlen wir mehrere flache Versteckmöglichkeiten.
Dafür eignen sich besonders Korkrinde, größere Stücke weißfaulen Holzes oder natürliche Höhlen.
Diese Einrichtung entspricht dem Verhalten der Tiere wesentlich besser als ein Terrarium mit vielen senkrechten Ästen.
Schwere Gegenstände sollten dabei immer sicher aufgestellt werden.
Mindestens 10 cm hochwertiges Substrat
Der Bodengrund sollte mindestens 10 cm hoch eingefüllt werden.
Wir empfehlen dafür unser Tausendfüßer-Substrat.
Es enthält fermentiertes Laub und weißfaules Holz und bietet damit gleichzeitig einen geeigneten Lebensraum und wichtige Nahrungsbestandteile.
Denn Tausendfüßer nehmen nicht nur Futter von der Oberfläche auf.
Sie verwerten auch organisches Material, das sich bereits im Bodengrund befindet.
Deshalb sollte unser Tausendfüßer-Substrat nicht mit anderen Substraten gemischt werden.
Bei adulten Tieren darf die Substratschicht gerne etwas tiefer ausfallen.
Weißfaules Holz ist bei dieser Art besonders wichtig
Wenn wir bei Pelmatojulus ligulatus einen Bestandteil der Ernährung besonders hervorheben müssten, wäre es weißfaules Holz.
Die Tiere benötigen davon dauerhaft ausreichend große Mengen.
Dabei handelt es sich um Holz, das bereits durch Pilze zersetzt wurde und dadurch weich und brüchig geworden ist.
Hartes, trockenes Dekorationsholz ist kein gleichwertiger Ersatz.
Größere Stücke weißfaulen Holzes können direkt auf den Bodengrund gelegt werden.
Dadurch dienen sie gleichzeitig als Nahrung und Versteck.
Futterlaub darf niemals ausgehen
Neben weißfaulem Holz bildet Futterlaub die zweite wichtige Grundlage der Ernährung.
Eine großzügige Laubschicht sollte deshalb dauerhaft vorhanden sein.
Die Tiere nutzen das Laub als Nahrung und als Deckung.
Außerdem schützt es die darunterliegenden Bodenschichten vor zu schneller Austrocknung.
Besonders praktisch ist, dass du Futterlaub einfach nachlegen kannst, sobald die vorhandene Schicht dünner wird.
Frischfutter ist eher Nebensache
Pelmatojulus ligulatus kann gelegentlich auch Gemüse, Blüten oder andere ergänzende Futtermittel annehmen.
Allerdings scheint diese Art nach unseren bisherigen Erfahrungen deutlich stärker auf Laub und weißfaules Holz angewiesen zu sein.
Deshalb solltest du dich nicht wundern, wenn frisches Gemüse weniger Beachtung findet als bei anderen Tausendfüßern.
Geeignete Ergänzungen sind beispielsweise:
- Zucchini
- Kürbis
- Karotte
- Süßkartoffel
- Kleine Mengen Blüten
- Gelegentlich geeignetes proteinreiches Ergänzungsfutter
Wichtig bleibt jedoch: Frischfutter ersetzt niemals die natürliche Grundnahrung.
25–28 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit
Pelmatojulus ligulatus benötigt warme und feuchte Bedingungen.
Wir empfehlen eine Temperatur von 25–28 °C.
Die relative Luftfeuchtigkeit sollte sich ungefähr im Bereich von 90 % bewegen.
Dabei ist jedoch entscheidend, dass die hohe Luftfeuchtigkeit nicht durch dauerhaft nassen Bodengrund und schlechte Belüftung erzeugt wird.
Das Substrat sollte eine gute Grundfeuchtigkeit besitzen, ohne vollständig zu vernässen.
Zusätzlich muss ausreichend Luftaustausch stattfinden.
Eine dicke Laubschicht hilft dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
Auch bei hoher Luftfeuchtigkeit ist Belüftung wichtig
Gerade bei tropischen Tausendfüßern wird häufig versucht, möglichst viel Feuchtigkeit im Terrarium einzuschließen.
Dabei darf jedoch die Belüftung nicht vergessen werden.
Pelmatojulus ligulatus benötigt ein feuchtes, aber keinesfalls dauerhaft stickiges Klima.
Deshalb sollte das Terrarium über geeignete Lüftungsflächen verfügen.
Die Feuchtigkeit wird am besten über den Bodengrund und eine schützende Laubschicht reguliert.
Vorteile auf einen Blick
- Pelmatojulus ligulatus (Voges, 1878)
- Deutscher Name: Gelbgebänderter Tausendfüßer
- Familie Pachybolidae
- Herkunft Togo, Benin und Nigeria
- Körperlänge 12–14 cm
- Körperdurchmesser ungefähr 13–15 mm
- Auffällige gelb-orange und dunkelbraune Ringzeichnung
- Rote Fühler und rotbraune Beine
- Kräftiger, glänzender Körper
- Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
- Nutzt in der Natur auch Termitenbauten als Versteck
- Bei Trockenheit häufig Rückzug unter Holz statt tiefes Eingraben
- Adulte Männchen besitzen spezielle Sohlenpolster
- Geschlechtsreife ungefähr mit zwei Jahren
- Mehrfach erfolgreiche Nachzucht bei Insektenliebe
- Mindestgrundfläche ungefähr 40 × 30 cm
- Mindestens 10 cm Substrathöhe
- Temperatur 25–28 °C
- Luftfeuchtigkeit ungefähr 90 %
- Weißfaules Holz und Futterlaub als Hauptnahrung
- Keine zusätzliche Beleuchtung erforderlich
- Schwierigkeitsgrad: Mittel
Passendes Zubehör für dein Setup
Tausendfüßer Terrarium Komplettset – bietet ausreichend Bodenfläche und Platz für einen tiefen Bodengrund sowie mehrere flache Versteckmöglichkeiten.
Tausendfüßer-Substrat – enthält fermentiertes Laub und weißfaules Holz und dient gleichzeitig als Lebensraum und wichtige Nahrungsgrundlage.
Weißfaules Holz – gehört zu den wichtigsten Futtermitteln dieser Art und wird gleichzeitig gerne als Versteck genutzt.
Futterlaub – bildet einen wesentlichen Bestandteil der Ernährung und schützt den darunterliegenden Boden vor zu schneller Austrocknung.
Korkrinde – eignet sich hervorragend als flaches Versteck und entspricht dem natürlichen Rückzugsverhalten unter Holz.
Insektenliebe Hygro-Therm – ermöglicht die Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, damit die warmen und feuchten Haltungsbedingungen zuverlässig überwacht werden können.
Fazit:
Pelmatojulus ligulatus ist nicht einfach nur ein weiterer afrikanischer Tausendfüßer, sondern ein Tausendfüßer für alle, die mehr als nur schöne Farben suchen.
Seine gelb-schwarze Ringzeichnung macht ihn unverwechselbar. Noch interessanter sind jedoch seine natürlichen Verhaltensweisen.
Er nutzt in seiner Heimat sogar Termitenbauten als Rückzugsorte, zeigt eine deutliche Aktivität während der Regenzeit und besitzt spezielle körperliche Anpassungen für die Paarung.
Hinzu kommen unsere eigenen Zuchterfahrungen: Die Nachzucht ist uns bereits mehrfach gelungen.
Für die erfolgreiche Haltung empfehlen wir 25–28 °C, eine hohe Luftfeuchtigkeit und vor allem dauerhaft ausreichend weißfaules Holz und Futterlaub.
Wer diese Versorgung sicherstellen kann und bereits etwas Erfahrung mit Tausendfüßern besitzt, bekommt mit Pelmatojulus ligulatus eine außergewöhnliche Art, deren Verhalten mindestens genauso interessant ist wie ihre auffällige Färbung.

















