Archispirostreptus gigas "Riesentausendfüßer"
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Nigeria
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Archispirostreptus gigas – der beeindruckende Afrikanische Riesentausendfüßer
Archispirostreptus gigas gehört zu den größten lebenden Tausendfüßern der Welt. Mit einer Körperlänge von bis zu 33 cm ist dieser afrikanische Riese eine beeindruckende Erscheinung im Terrarium. Sein kräftiger, tiefschwarzer Körper und die unzähligen kleinen Beine verleihen ihm ein außergewöhnliches Aussehen.
Dabei ist der Afrikanische Riesentausendfüßer trotz seiner Größe ein ausgesprochen friedliches Tier. Gemächlich durchstreift er den Bodengrund, erkundet seine Umgebung und sucht nach Nahrung. Besonders faszinierend ist seine Fortbewegung. Denn seine zahlreichen Beine bewegen sich in gleichmäßigen Wellen, wodurch er beinahe über den Boden zu gleiten scheint.
Anders als Hundertfüßer besitzt Archispirostreptus gigas keine Giftklauen und jagt auch keine lebenden Tiere. Stattdessen ernährt er sich hauptsächlich von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Dadurch übernimmt er in seinem natürlichen Lebensraum eine wichtige Aufgabe beim Abbau organischer Stoffe.
Wer große Wirbellose liebt und ein naturnahes Terrarium gestalten möchte, findet in diesem Riesentausendfüßer einen außergewöhnlichen Bewohner.
Ein Gigant aus Ostafrika
Die Heimat von Archispirostreptus gigas liegt im östlichen Afrika. Wissenschaftlich dokumentierte Vorkommen befinden sich unter anderem in Kenia, Tansania und Mosambik.
Die Tiere bewohnen unterschiedliche Lebensräume. Dazu gehören tropische Wälder, küstennahe Waldgebiete und teilweise offenere Landschaften mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit.
Besonders wichtig ist dabei die Laub- und Humusschicht.
Hier finden die Tausendfüßer Nahrung, Schutz und geeignete Bedingungen für ihre Entwicklung. Außerdem können sie sich bei ungünstigen Temperaturen oder Trockenheit in tiefere Bodenschichten zurückziehen.
Genau deshalb spielt der Bodengrund auch bei der Terrarienhaltung eine entscheidende Rolle.
Bis zu 33 cm Körperlänge
Archispirostreptus gigas zählt zu den längsten heute lebenden Tausendfüßerarten.
Ausgewachsene Tiere erreichen häufig ungefähr 25–30 cm. Besonders große Exemplare können sogar eine Länge von etwa 33 cm erreichen.
Dabei besitzt der Riesentausendfüßer einen kräftigen, zylindrischen Körper mit zahlreichen Segmenten.
Die Grundfärbung ist überwiegend tiefschwarz bis dunkelbraun. Gleichzeitig können die Beine und die Bereiche zwischen den Körperringen etwas heller erscheinen.
Durch seine glänzende Oberfläche wirkt das Tier besonders eindrucksvoll.
Trotz seiner Größe bewegt sich Archispirostreptus gigas meist ruhig und kontrolliert.
Hunderte Beine sorgen für faszinierende Bewegungen
Der deutsche Name Tausendfüßer ist natürlich etwas übertrieben.
Auch Archispirostreptus gigas besitzt keine tausend Beine. Stattdessen verfügt er über mehrere Hundert Beine, deren genaue Anzahl von Alter und Körpersegmenten abhängt.
Die Beine bewegen sich nicht gleichzeitig.
Vielmehr entstehen gleichmäßige Bewegungswellen, die sich entlang des Körpers fortsetzen. Dadurch kann sich der Tausendfüßer auch durch lockeres Substrat bewegen.
Besonders schön lässt sich dieses Verhalten beobachten, wenn die Tiere über größere Wurzeln oder Korkstücke laufen.
Ein friedlicher Riese mit besonderer Verteidigung
Archispirostreptus gigas gehört zu den friedlichen Wirbellosen.
Bei Gefahr versucht er normalerweise nicht anzugreifen. Stattdessen rollt er seinen Körper zu einer engen Spirale zusammen.
Dadurch schützt er seine empfindliche Unterseite und die zahlreichen Beine.
Zusätzlich besitzen Riesentausendfüßer Wehrdrüsen. Bei stärkerer Bedrohung können sie ein bräunliches Abwehrsekret abgeben.
Dieses Sekret kann die Haut verfärben und empfindliche Bereiche reizen.
Deshalb solltest du die Tiere möglichst wenig stören und nach einem Kontakt gründlich die Hände waschen. Besonders die Augen dürfen nicht mit dem Sekret in Berührung kommen.
Ein Terrarium ab 60 × 40 × 40 cm
Aufgrund seiner beachtlichen Körpergröße benötigt Archispirostreptus gigas ausreichend Platz.
Für ein Paar oder eine kleine Gruppe empfehlen wir ein Terrarium ab ungefähr 60 × 40 × 40 cm.
Größere Terrarien bieten natürlich zusätzliche Bewegungsfreiheit. Außerdem lässt sich darin eine besonders tiefe Substratschicht unterbringen.
Wichtig ist vor allem eine ausreichend große Grundfläche.
Denn obwohl die Tiere gelegentlich über Wurzeln und andere Strukturen klettern, verbringen sie einen großen Teil ihres Lebens auf und im Bodengrund.
Das Terrarium sollte außerdem gut belüftet sein, ohne dass der Bodengrund zu schnell austrocknet.
Mindestens 15–20 cm Bodengrund
Der Bodengrund ist bei Archispirostreptus gigas der wichtigste Bestandteil der gesamten Einrichtung.
Wir empfehlen eine Substrathöhe von mindestens 15–20 cm. Bei ausreichend Platz darf die Schicht gerne noch tiefer ausfallen.
Das hat mehrere Gründe.
Zum einen graben sich Riesentausendfüßer regelmäßig ein. Zum anderen finden ihre Häutungen geschützt unter der Erde statt.
Außerdem dient das Substrat gleichzeitig als wichtigste Nahrungsquelle.
Eine dünne Schicht gewöhnlicher Terrarienerde reicht deshalb nicht aus.
Unser Tausendfüßer-Substrat als perfekte Grundlage
Für die Haltung empfehlen wir unser Insektenliebe Tausendfüßer-Substrat.
Es enthält fermentiertes Laub und weißfaules Holz. Dadurch bietet es den Tieren nicht nur einen geeigneten Lebensraum, sondern gleichzeitig wichtige Nahrungsbestandteile.
Denn Archispirostreptus gigas ernährt sich hauptsächlich von zersetztem organischem Material.
Das spezielle Tausendfüßer-Substrat sollte deshalb nicht mit anderen Bodengründen gemischt werden. Dadurch würde der Anteil der verwertbaren Nahrungsbestandteile lediglich verringert.
Zusätzlich kannst du größere Stücke weißfaules Holz und eine dicke Schicht Futterlaub anbieten.
So entsteht ein natürlicher Waldboden, den die Tiere nach und nach durchwandern und verwerten.
Futterlaub und weißfaules Holz gehören zur Grundversorgung
Viele Einsteiger glauben, dass Riesentausendfüßer hauptsächlich Obst und Gemüse fressen.
Tatsächlich ist das jedoch nur ein kleiner Teil ihrer Ernährung.
Die wichtigste Grundlage bilden zersetztes Laub und weißfaules Holz.
Deshalb sollte immer ausreichend Futterlaub auf dem Bodengrund liegen.
Geeignet sind beispielsweise abgestorbene Blätter von Eiche oder Buche.
Zusätzlich gehört weißfaules Holz dauerhaft ins Terrarium.
Dabei handelt es sich um bereits stark zersetztes Holz, das weich geworden ist und von den Tausendfüßern verwertet werden kann.
Obst und Gemüse als Ergänzungsfutter
Natürlich nimmt Archispirostreptus gigas auch verschiedene frische Futtersorten an.
Besonders beliebt sind beispielsweise:
- Gurke und Zucchini
- Kürbis
- Süßkartoffel
- Karotte
- Apfel und Birne
- Melone
Allerdings sollten diese Futtermittel nur ergänzend angeboten werden.
Die eigentliche Ernährung erfolgt weiterhin über das Substrat, Futterlaub und weißfaules Holz.
Achte außerdem darauf, ausschließlich unbehandeltes Obst und Gemüse zu verwenden.
Futterreste solltest du regelmäßig entfernen, bevor sie verderben oder stark schimmeln.
Calcium für einen kräftigen Außenpanzer
Wie andere Tausendfüßer benötigt Archispirostreptus gigas Mineralstoffe für den Aufbau seines Außenpanzers.
Deshalb empfehlen wir eine zusätzliche Calciumquelle.
Besonders praktisch sind Sepiaschalen.
Diese kannst du einfach auf den Bodengrund legen. Die Tiere können bei Bedarf daran fressen.
Gerade während des Wachstums und rund um die Häutungen ist eine ausreichende Mineralstoffversorgung wichtig.
24–27 °C für eine warme Haltung
Für Archispirostreptus gigas empfehlen wir tagsüber ungefähr 24–27 °C.
Nachts darf die Temperatur auf ungefähr 20–22 °C absinken.
Eine zusätzliche Wärmequelle ist nur notwendig, wenn die Raumtemperatur nicht ausreicht.
Dabei solltest du unbedingt vermeiden, eine Heizmatte direkt unter dem Terrarium anzubringen.
Tausendfüßer graben sich bei zu hohen Temperaturen normalerweise in kühlere Bodenschichten zurück.
Wird der Boden von unten erwärmt, funktioniert dieses natürliche Verhalten nicht mehr.
Falls zusätzliche Wärme benötigt wird, sollte sie deshalb kontrolliert von der Seite oder über die Umgebungstemperatur bereitgestellt werden.
75–85 % Luftfeuchtigkeit
Der Afrikanische Riesentausendfüßer benötigt eine ausreichende Grundfeuchtigkeit.
Als praktische Orientierung empfehlen wir ungefähr 75–85 % relative Luftfeuchtigkeit.
Noch wichtiger als der angezeigte Wert ist jedoch die tatsächliche Feuchtigkeit des Bodengrunds.
Die unteren Substratschichten sollten gleichmäßig feucht bleiben, während die Oberfläche stellenweise etwas abtrocknen darf.
Dadurch entsteht ein natürliches Feuchtigkeitsgefälle.
Staunässe solltest du unbedingt vermeiden.
Gleichzeitig muss ausreichend Frischluft vorhanden sein, damit sich keine dauerhaft stehende, feuchte Luft bildet.
Häutungen finden unter der Erde statt
Wenn sich Archispirostreptus gigas für längere Zeit eingräbt, ist das zunächst vollkommen normal.
Möglicherweise bereitet sich das Tier auf eine Häutung vor.
Dabei zieht sich der Tausendfüßer in einen geschützten Bereich zurück und bleibt dort teilweise längere Zeit verborgen.
Während der Häutung ist der neue Außenpanzer zunächst weich und empfindlich.
Deshalb solltest du eingegrabene Tiere niemals ausgraben.
Auch größere Veränderungen am Bodengrund sollten während dieser Phase möglichst vermieden werden.
Geduld ist hier besonders wichtig.
Gruppenhaltung ist problemlos möglich
Archispirostreptus gigas gehört zu den friedlichen Tausendfüßern und lässt sich gut mit Artgenossen halten.
Ein Paar oder eine kleine Gruppe kann deshalb gemeinsam in einem ausreichend großen Terrarium gepflegt werden.
Dabei solltest du jedoch beachten, dass große Tausendfüßer entsprechend viel Nahrung benötigen.
Je mehr Tiere im Terrarium leben, desto schneller werden die organischen Bestandteile des Substrats verbraucht.
Deshalb müssen Futterlaub, weißfaules Holz und gegebenenfalls Teile des Bodengrunds regelmäßig ergänzt werden.
Die Fortpflanzung des Afrikanischen Riesentausendfüßers
Auch die Nachzucht von Archispirostreptus gigas ist möglich.
Nach einer erfolgreichen Paarung legen die Weibchen ihre Eier geschützt im Bodengrund ab.
Dafür benötigen sie ausreichend tiefes, geeignet feuchtes Substrat.
Die Entwicklung der Eier dauert unter günstigen Bedingungen ungefähr ein bis zwei Monate.
Die frisch geschlüpften Jungtiere sind zunächst sehr klein und leben überwiegend verborgen im Bodengrund.
Deshalb werden sie häufig erst entdeckt, wenn sie bereits etwas größer geworden sind.
Bis zur Geschlechtsreife können ungefähr zwei Jahre vergehen.
Ein Riesentausendfüßer mit langer Lebenserwartung
Archispirostreptus gigas gehört zu den langlebigeren Wirbellosen in der Terraristik.
Bei geeigneter Haltung können die Tiere ungefähr 5–7 Jahre alt werden. Teilweise werden auch höhere Lebensalter von bis zu 10 Jahren angegeben.
Damit ist die Anschaffung eine längerfristige Entscheidung.
Besonders wichtig sind deshalb dauerhaft geeignete Temperaturen, ausreichend Feuchtigkeit und eine hochwertige Ernährung.
Wer diese Grundlagen berücksichtigt, kann viele Jahre Freude an diesem außergewöhnlichen Tier haben.
Vorteile auf einen Blick
- Archispirostreptus gigas (Peters, 1855)
- Deutscher Name Afrikanischer Riesentausendfüßer
- Herkunft Ostafrika
- Einer der größten lebenden Tausendfüßer
- Körperlänge bis ungefähr 33 cm
- Kräftiger, dunkel gefärbter Körper
- Mehrere Hundert Beine
- Friedliches und ruhiges Verhalten
- Gruppenhaltung möglich
- Terrarium ab ungefähr 60 × 40 × 40 cm
- Mindestens 15–20 cm Substrathöhe
- Temperatur tagsüber 24–27 °C
- Nachttemperatur ungefähr 20–22 °C
- Luftfeuchtigkeit ungefähr 75–85 %
- Tausendfüßer-Substrat als wichtigste Nahrungsgrundlage
- Futterlaub und weißfaules Holz dauerhaft anbieten
- Obst und Gemüse als Ergänzungsfutter
- Zusätzliche Calciumquelle empfehlenswert
- Häutungen finden unter der Erde statt
- Lebenserwartung ungefähr 5–7 Jahre, teilweise länger
- Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel
Passendes Zubehör für dein Setup
Insektenliebe Selbstbau Glasterrarium – bietet eine passende Grundlage für die Haltung großer Tausendfüßer und ermöglicht eine ausreichend tiefe Substratschicht zum Graben und Häuten.
Insektenliebe Futterfels – ermöglicht das saubere Anbieten von Obst, Gemüse und anderem Ergänzungsfutter, ohne dass es direkt auf dem feuchten Substrat liegt.
Tausendfüßer-Substrat – bildet gleichzeitig Lebensraum und wichtigste Nahrungsgrundlage aus fermentiertem Laub und weißfaulem Holz.
Futterlaub – gehört zur dauerhaften Grundversorgung und schafft eine natürliche, schützende Laubschicht.
Weißfaules Holz – liefert wichtige zersetzte Holzbestandteile und ergänzt die Ernährung des Riesentausendfüßers.
Sepiaschalen – bieten eine zusätzliche Calciumquelle für Wachstum und den Aufbau des Außenpanzers.
Fazit
Archispirostreptus gigas ist ein beeindruckender Gigant unter den Wirbellosen. Mit einer Körperlänge von bis zu 33 cm gehört er zu den größten lebenden Tausendfüßern und begeistert durch seine ruhige Fortbewegung und sein außergewöhnliches Erscheinungsbild.
Trotz seiner Größe ist der Afrikanische Riesentausendfüßer friedlich und lässt sich gut in kleinen Gruppen halten.
Besonders wichtig ist jedoch der richtige Bodengrund. Denn Tausendfüßer-Substrat, Futterlaub und weißfaules Holz dienen gleichzeitig als Lebensraum und wichtigste Nahrungsquelle.
Ein Terrarium ab ungefähr 60 × 40 × 40 cm, eine Substrathöhe von mindestens 15–20 cm und Temperaturen von 24–27 °C schaffen eine gute Grundlage für die Haltung.
Außerdem sollte der Bodengrund gleichmäßig feucht bleiben, ohne dass Staunässe entsteht.
Wer ein außergewöhnliches, langlebiges und friedliches Terrarientier sucht, findet mit Archispirostreptus gigas einen faszinierenden Bewohner, der durch seine beeindruckende Größe und sein natürliches Verhalten begeistert.

















