Porcellio hoffmannseggi
Porcellio hoffmannseggi

Asselfutter: Asseln richtig und sparsam füttern

Asselfutter beginnt mit dem Boden: Laub und weißfaules Holz gehören dauerhaft in die Box. Gemüse und Ergänzungsfutter kommen in kleinen Portionen dazu. Hier erfährst du, wie du deine Asseln versorgst, ohne ständig zu viel zu füttern.

Ob Zebrarollasseln, Porcellio laevis „Panda“ oder Cubaris „Rubber Ducky“: Beobachte, was deine Gruppe tatsächlich aufnimmt. Die passende Menge hängt auch von Tierzahl, Größe und Aktivität ab.

Asselfutter als Grundlage: Laub und Holz

In der Natur nutzen viele Landasseln abgestorbenes Pflanzenmaterial und den Bewuchs darauf. Im Terrarium sollten geeignetes Laub und zersetztes Laubholz deshalb nicht fehlen. Eine Gurkenscheibe ersetzt diese Grundlage nicht.

Lege eine lockere Laubschicht aus und mische zerkleinertes weißfaules Holz in geeignetes Substrat. Fülle nach, bevor die Vorräte aufgezehrt sind. Verwende unbelastetes Material. Frisches, harzendes oder behandeltes Holz ist keine Alternative.

Unser Futterlaub und weißfaules Holz eignen sich zum Ergänzen oder Nachfüllen. Wenn beides bereits im Komplettset enthalten ist, musst du für den Start nichts doppelt bestellen.

Futterlaub-1-2.jpg

Futterlaub

Preisspanne: 3,00 € bis 12,00 € inkl. MwSt. zzgl. Versand

Weissfaules-Holz-2.jpg

Weißfaules Holz

Preisspanne: 3,00 € bis 12,00 € inkl. MwSt. zzgl. Versand

Welches Zusatzfutter passt?

Kleine Stücke Karotte, Zucchini oder Süßkartoffel lassen sich gut kontrollieren und wieder entfernen. Wasche das Gemüse und biete es ungewürzt an. Starte mit einer kleinen Menge auf einer gut erreichbaren Stelle. Verderbliche Reste bleiben nicht tagelang liegen.

Für eine ergänzende Versorgung bieten wir Assel Futter in mehreren Varianten an. Balance Flakes lassen sich fein zerreiben, Gammarus ebenfalls zerkleinern. Für kleine Jungtiere ist das praktisch. Ein Sparpack mit allen Sorten ist jedoch kein Pflichtkauf; eine passende kleine Ergänzung reicht zum Ausprobieren.

Assel-Futter-scaled-3.jpg

Assel Futter

Preisspanne: 4,99 € bis 23,50 € inkl. MwSt. zzgl. Versand

Ein Vergleich aus meiner Haltung: Porcellio ornatus nimmt Proteinfutter oft eifriger an als Armadillidium klugii. Das ist eine Beobachtung und kein fester Futterplan für sämtliche Tiere dieser Arten. Wenn deine Gruppe wenig annimmt, verkleinere die Portion, statt immer neues Futter nachzulegen.

Kalzium gehört zur Versorgung

Asseln benötigen Kalzium für ihren Panzer. Eine geeignete Kalziumquelle ergänzt die Ernährung. Sepia ist dafür eine praktische Möglichkeit. Ist im Set bereits Sepia enthalten, nutze zuerst diesen Vorrat. Eine einzelne misslungene Häutung beweist jedoch keinen Kalziummangel.

Feines Sepiapulver ist eine Alternative zu Schalenstücken. Verwende es sparsam entsprechend dem Produkt, statt den gesamten Boden mit Pulver zu bedecken. Es ersetzt weder Laub und Holz noch passende Feuchtigkeit.

Sepiapulver-2.jpg

Sepiapulver

2,50 € inkl. MwSt. zzgl. Versand

Asselfutter dosieren: So findest du die passende Menge

  • Beginne bei Zusatzfutter mit einer kleinen Portion an einer festen Stelle.
  • Kontrolliere spätestens am nächsten Tag die Aufnahme und den Zustand. Bei raschem Verderb früher nachsehen.
  • Entferne Reste, bevor sie stark schimmeln, und verkleinere die nächste Portion.
  • Wird alles zügig gefressen und wächst die Gruppe, passe vorsichtig an.
  • Laub und Holz bleiben unabhängig von den Zusatzportionen verfügbar.

Ein starrer Rhythmus wie „alle drei Tage Protein“ passt nicht zu jeder Gruppe. Auch viel Nachwuchs lässt sich nicht allein durch eine zusätzliche Fütterung versprechen. Halte die Beobachtungen einfach fest: Was hast du angeboten, wie viel blieb übrig, wie groß ist die Gruppe ungefähr?

Wenn das Futter schimmelt oder ignoriert wird

Schimmel am Zusatzfutter ist zunächst ein Anlass, Portion und Liegezeit zu prüfen. Entferne die betroffene Stelle und kontrolliere Nässe und Lüftung. Springschwänze können unterstützen, machen Überfütterung aber nicht folgenlos.

Dass du selten Asseln beim Fressen siehst, bedeutet nicht automatisch, dass sie hungern. Viele fressen geschützt unter Laub. Werden dagegen Tiere auffällig schwach oder sterben wiederholt, prüfe den gesamten Aufbau und lass dir bei der Ursachenklärung helfen.

DEIN LESETIPP · Fragen zur Assel-Haltung

Feuchtigkeit, Rückzug und typische Probleme im Zusammenhang betrachten.

DEIN LESETIPP · Babyasseln versorgen

So erreichst du auch den winzigen Nachwuchs, ohne die Box zu überfüttern.

Du bist noch unsicher? Stelle uns gerne deine Frage unter dem Artikel in den Kommentaren.

17 Kommentare zu „Asselfutter: Asseln richtig und sparsam füttern“

  1. Avatar von mel_nagel

    Hallo Frank,

    ich habe eine Gruppe A. maculatum, die weder Holz noch Laub fressen. Ich habe das weißfaule Holz und das Futterlaub von euch. Mache ich da etwas falsch? Muss ich irgendwas zerbröseln oder anfeuchten? Das Laub liegt im trockenen Teil des Terrariums. Den Tieren scheint es gut zu gehen, sie sind aktiv und vermehren sich. Sie fressen liebend gern Gemüse, sie fressen Flechten (wenn auch nicht alle Sorten) und Fischfutter als Proteinquelle. Auch an der Sepiaschale sehe ich sie manchmal. Aber sie gehen nicht an das Laub und beißen höchstens mal kurz ins Holz und ziehen dann weiter. Ich habe mehrmals probiert, ihnen einfach kein Gemüse zu geben, in dem Gedanken, dass sie schon das Laub fressen werden, wenn sie Hunger kriegen. Aber das tun sie nicht. Sie werden dann inaktiv und suchen auch nicht mehr nach Futter. Wenn ich ihnen dann wieder Gemüse gebe, kloppen sie sich reell darum.

    All das lässt mich vermuten, dass sie das Holz und Laub aus irgendeinem Grund nicht fressen können. Hast du da eine Idee? Ich hab kein Problem damit, ihnen Gemüse zu geben, wenn sie das wollen, aber ich mache mir schon Gedanken, ob ich etwas falsch mache.

    1. Avatar von Frank

      Hallo,

      du machst nichts falsch – manche Armadillidium maculatum sind einfach wählerisch. Frischfutter wie Gemüse wird manchmal bevorzugt, während Holz und Laub ignoriert werden. In einem Monat kann es aber schon wieder ganz anders aussehen.

      Solange die Tiere aktiv sind, sich vermehren und zusätzlich Sepia und Protein annehmen, ist alles in Ordnung.

      Liebe Grüße
      Frank

  2. Avatar von agnesfazio

    Hallo, mir wurde geraten, meinen Pandasseln keinen Kohl zu geben. Ich würde gerne wissen, ob das stimmt und was der Grund dafür ist. Vielen Dank!

    1. Avatar von Frank

      Hallo,
      ja, es stimmt, dass man Asseln keinen Kohl füttern sollte. Der Hauptgrund dafür ist, dass Kohlarten wie Weißkohl, Grünkohl oder Brokkoli beim Zersetzungsprozess Gase wie Schwefelverbindungen freisetzen können. Diese können sich in einem geschlossenen Terrarium oder Behälter ansammeln und für die Asseln schädlich sein. Eine Ausnahme ist der Chinakohl.

      Ein weiterer Punkt ist, dass Kohl relativ schwer verdaulich sein kann und in feuchter Umgebung schnell fault oder schimmelt, was die Hygiene im Terrarium beeinträchtigen könnte.

      Liebe Grüße
      Frank

  3. Avatar von Wolfgang P Tiesler

    Hallo, ich habe Fragen zu Porcellio laevis “Panda”.

    Zu den Asseln bin ich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen,
    habe aber jetzt Spass an der Haltung.

    Leider habe ich wohl einige Haltungsfehler gemacht. Ich benutze
    den xl Asselbehälter (2 inzwischen). Die Asseln haben sich unfassbar
    vermehrt. Ich befürchte ich habe die Tierchen zu gut gefüttert.
    Die Behälter bekomme ich gar nicht mehr richtig „sauber“, deshalb
    versuche ich jetzt die Asseln in einem neuen Behälter umzusetzen.
    Hierzu zwei Fragen:

    1. Kann man ungefähr sagen, wie viele Tiere in einen Behälter
    „Platz haben“?

    2. Kann man ungefähr sagen, wieviel Gramm Futter die Asseln
    sinnvoller Weise bekommen dürfen. Sie fressen ja grundsätzlich
    alles auf, was ich ihnen gebe (Futter, Blätter, Flechten, Gurke,
    Süßkartoffel usw.). Eure Hinweise zum Thema Futter habe ich
    gelesen, aber ich bin mir trotzdem unsicher.

    Sorry für die vielleicht doofen Fragen.

    Wolfgang

    1. Avatar von Frank

      Hallo Wolfgang,
      vielen Dank für deine Nachricht und keine Sorge, deine Fragen sind keineswegs doof – im Gegenteil, sie zeigen, dass du dich gut um deine Porcellio laevis “Panda” kümmern möchtest!

      Zu deinen Fragen:

      Platz im Behälter: Eine genaue Zahl lässt sich schwer festlegen, da es von mehreren Faktoren wie Belüftung, Futtermenge und Pflege abhängt. Grundsätzlich gilt: Je mehr Platz die Asseln haben, desto wohler fühlen sie sich. Für einen XL-Behälter könnte man grob von einigen hundert Asseln ausgehen, aber du solltest darauf achten, dass sich die Tiere noch frei bewegen können und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten haben. Wenn der Platz knapp wird oder es zu Überpopulation kommt, könnten Verhaltensauffälligkeiten auftreten, und das möchtest du sicherlich vermeiden.

      Futtermenge: Du hast es genau richtig erkannt: Asseln neigen dazu, alles zu fressen, was ihnen angeboten wird. Ein guter Ansatz ist es, sich langsam an die richtige Menge heranzutasten. Füttere so viel, dass das Futter bis zum nächsten Tag weitgehend aufgefressen ist. Wenn etwas übrig bleibt, kannst du die Menge entsprechend anpassen. So findest du heraus, wie viel deine Asseln tatsächlich benötigen, ohne dass zu viel Futter im Behälter verrottet.

      Es ist toll zu hören, dass du Spaß an der Haltung gefunden hast! Wenn du weiterhin Fragen hast, stehe ich dir gerne zur Verfügung.

      Liebe Grüße,
      Frank

  4. Avatar von janina.spindle

    Hallo, ich habe da eine Frage bezüglich protein/tierische Futter. Ich habe eine große Gruppe porcellio laevis. Denen gebe ich ab und zu gut gekochtes Hähnchenfleisch und gekochtes Ei, beides fressen sie sehr gern und schnell weg. Ist das ok so oder zu viel des Guten? Mit freundlichen Grüßen

    1. Avatar von Frank

      Hallo,

      es ist toll zu hören, wie gut du dich um deine Porcellio laevis kümmerst! Proteine sind tatsächlich ein wichtiger Bestandteil ihrer Ernährung, und es scheint, als hättest du eine Methode gefunden, die bei deinen Asseln gut ankommt.

      Proteine können auch in Form von Küchenabfällen oder Essensresten angeboten werden, sodass du nicht extra für die Tiere kochen musst. Diese Option ist nicht nur praktisch, sondern auch eine gute Möglichkeit, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Wenn es dir jedoch Freude bereitet, spezielle Mahlzeiten für sie zuzubereiten, spricht natürlich nichts dagegen, dies fortzusetzen. Deine Asseln profitieren sicherlich von der frischen und vielfältigen Ernährung.

      Achte nur darauf, dass die Portionen angemessen sind und das Futter vollständig verzehrt wird, um die Bildung von Schimmel oder unangenehmen Gerüchen im Terrarium zu vermeiden. Eine ausgewogene Ernährung, die auch pflanzliche Komponenten umfasst, unterstützt die Gesundheit und Vitalität deiner Tiere.

      Mit freundlichen Grüßen und weiterhin viel Spaß bei der Pflege deiner Porcellio laevis!
      Frank

      1. Avatar von janina.spindle

        Vielen Dank für die ausführliche Antwort und entschuldigung, dass ich erst jetzt antworte. Rohe Gemüse Reste gebe ich gern, aber Reste vom Mittag nicht, wegen Salz und Gewürzen. Ich hatte einmal etwas zu viel gefüttert und auf dem Rest hatte sich ein Film winziger, hellbeiger Milben gebildet, die sind jetzt aber scheinbar weg.
        Meine p. Laevis vermehren sich momentan sehr gut.

        Falls es möglich ist, hätte ich noch eine Frage: können insekten /Wirbellose unter Legenot leiden??? Ich habe eine steppengrille, die sehr "dick" aussieht, sie hatte im plastikgefäss, in das ich sie kurz eingesetzt hatte, sich so nach hinten bewegt, sah aus, als wollte sie Eier legen, habe sie dann wieder ins terra mit Erde getan. Den Tag davor war der Bauch auch schon so prall und er fühlte sich irgendwie fest an, bei den anderen Tieren ist das Bäuchlein weicher.
        Liebe Grüße und
        ich freue mich auf mein erstes Paket von euch!

      2. Avatar von Frank

        Hallo Janina!

        Es ist toll zu hören, dass sich deine P. laevis gut vermehren. Zu deiner Frage: Ja, Insekten und andere Wirbellose können tatsächlich unter Legenot leiden. Legenot bezieht sich auf einen Zustand, bei dem ein weibliches Tier nicht in der Lage ist, seine Eier abzulegen. Dies kann bei einer Vielzahl von Wirbellosen auftreten, einschließlich Steppengrillen wie deiner.

        Bei Steppengrillen wird die Legenot oft durch einen Mangel an geeigneten Stellen zum Eierlegen verursacht. Das kann passieren, wenn die Umgebung, in der sie gehalten werden, nicht genügend feuchte Erde oder einen anderen geeigneten Untergrund für das Eierlegen bietet. Da du sie wieder in ein Terrarium mit Erde gesetzt hast, hast du schon einen guten Schritt unternommen, um ihr zu helfen.

        Einige Anzeichen für Legenot bei Grillen sind ein geschwollener, harter Bauch, wie du es beschrieben hast, und ein ungewöhnliches Verhalten wie das Anheben des Hinterleibs oder Schwierigkeiten bei der Bewegung.

        Liebe Grüße
        Frank

  5. Avatar von Loïs

    Hallo Frank, vielen Dank für deine Antwort – das hilft mich sicher weiter!
    Werde mich dann für den kubanische Asseln entscheiden.

    Was ist aber mit deren Kot? Die Springschwänze sind ja normalerweise da um das zu zersetzen. Braucht man also noch einen ‚Springschwänzenersatz‘ dazu (was würde sich da dann für anbieten?), oder verursacht den Asselkot auch auf Dauer keine Probleme wenn der nicht zersetzt wird? (Da kenne ich mich leider noch zu wenig aus)

    Lg Loïs

    1. Avatar von Frank

      Hallo Loïs,

      der Asselkot muss nicht nochmal extra zersetzt werden. Du kannst also Springschwänze einsetzen, ist aber nur eine Option und kein "must have".

      Liebe Grüße
      Frank

  6. Avatar von loisbruggeman

    Hallo Frank,
    in den letzten paar Jahren ist die bio-aktive Haltung auch in der Hamsterwelt durch gedrungen und gibt es langsam aber sicher immer mehr Hamsterhalter die sich an einem ‚Erde-Gehege‘ für ihren Hamster trauen. So auch ich.
    Ich halte zwar erst seit 2,5 Jahre Hamster, aber das natürliche der Erde als Bodenbedeckung zieht mich einfach unheimlich an.
    Als ‚zwischenschritt‘ habe ich in November ein ’naturnahes Gehege gemacht für mein neues Zwergmädel. Dies hat ein Gemisch aus Kokoshumus, Graberde und Chinchillasand, welches bereits (fast) trocken im Gehege gekommen ist. Das Hamstimädel gefällt es super gut und mich persönlich auch, nur bleibt bei mir doch eine gewisse Restunsicherkeit wegen evt. Schimmelbildung bestehen (wenn sie Bunker-und-Pipi-Ecke-in-eins hat z.B., oder das klein geschnittene, gesammelte Frischfutter doch mal fault bevor es ausgetrocknet ist…) und auch die Gedanken jede ca 2 Jahren die ganze Erde entsorgen zu müssen nach dem Tod des Hamsters und alles wieder ganz neu zu machen für einen nächsten Hamster, bereitet mich doch auch etwas Bauchschmerzen. Momentan hat sie ja ’nur‘ 100x50cm mit 20cm Bodenbedeckung, demnächst soll sie aber umziehen in einem 160×60 Gehege, mit 25-30cm Bodenbedeckung – und ich habe noch ein 160×60 und ein 200×60 Gehege, die ich auf Dauer am liebsten auch auf ‚Erde‘ umstellen würde (für einen Roborovski und einen Goldhamster). Das ist dann aber ziemlich was ‚Erde‘ zum tauschen jedes Mal! Deshalb möchte ich schauen ob ich evt. nicht doch auch bio-aktive Gehege hinbekomme.

    Ein wenig Erfahrung mit Asseln habe ich mittlerweile schon: letztes Jahr habe ich probeweise weiße Zwergasseln und Springschwänze in einem kleinen Behälter gehalten. Nach ein paar Anlaufen, gedeihen die Asseln nun schon seit fast 1 Jahr gut in der ‚Zuchtbox‘, die Springschwänze habe ich leider nie lange am Leben halten, können, weil ich die Erde (im Nachhinein betrachtet) anfangs vermutlich zu oft bzw zu sehr austrocknen lassen habe…

    Da den Boden für Hamster aber doch relativ trocken sein soll, würde ich deshalb lieber auf Springschwänze im Gehege verzichten, weiß aber nicht ob auch nur Asseln als Bodenpolizei ausreichen, oder welche (Hamstergeeignete) Alternativen zu den Springschwänze es sonst noch gibt…?

    2. Frage wäre welche Asseln ich am besten im neuen Gehege aussetzen kann. Weiße Zwergasseln habe ich ja schon im Haus, lese jedoch gerade hier auf der Webseite dass die eigentlich eine höhere Luftfeuchtigkeit (ab 60%) brauchen (in der Zuchtbox geht es vermute ich jetzt auch nur gut weil die immer abgedeckt ist mit perforierter Folie)…
    Kubanische Asseln werden auch für die Hamsterhaltung empfohlen, die würden sich dann wahrscheinlich besser eignen, oder (lese hier Luftfeuchtigkrit 45-60% wäre OK für diese Asseln)? Die Luftfeuchtigkeit im Zimmer ist eigentlich immer zwischen 50-60% und da Hamster eine gute Belüftung brauchen, wird es im Gehege auch so was sein. Die Erde soll nur so feucht sein dass Hamsterfutter keimen kann und robuste Planzen wie Graslilie und Ziergräser dort gedeihen können. Für die kubanische Asseln, müsste dass dann passen, oder? Oder gibt es andere Asselarten die da empfehlenswerter sind?

    Und zum Schluß, kann bzw sollte man mehrere Asselarten als Bodenpolizei einsetzen, oder besser nur 1 Art?

    Lg Loïs

    1. Avatar von Frank

      Hallo Loïs,

      spannendes Thema und auch meiner Meinung nach eine sinnvolle Änderung in der Hamsterhaltung.
      Mehrere Asselarten in einem Gehege würde ich nicht machen, da sie sich irgendwann verdrängen werden und die angepasstere Art überlebt.
      Ich liste hier mal alle Arten auf die deinen Bedingungen standhalten:
      Armadillo officinalis
      Armadillo tuberculatus
      Armadillidium espanyoli
      Kubanische Asseln
      Porcellio echinatus

      Ich hoffe das hilft dir etwas weiter.

      Liebe Grüße
      Frank

  7. Avatar von Ivi

    Hallo,
    zunächst vielen Dank für die ausführlichen Antworten, auch wenn mich manche davon etwas desillusioniert hat. Das ist aber in Ordnung, da es gut ist zu wissen, was geht und was eben nicht.

    Tropische Asseln habe ich eigentlich nicht in Betracht gezogen, da ich gerne immer den Plan B haben möchte, die Tiere zur Not auswildern zu können. Außerdem finde ich es generell schade, dass viele Menschen immer nur die besonders spektakulären Tropentiere haben wollen, sei es bei Schnecken, Asseln o.a. und dabei die einheimischen Arten vergessen. So schön Zebraasseln, Rubber Duckys oder Achatschnecken auch sind, unsere einheimische Flora und Fauna ist nicht weniger schön und faszinierend.
    (Die Kalksteine finde ich übrigens sehr dekorativ)
    Deshalb habe ich jetzt mehrere Möglichkeiten.
    1. Ich folge dem Rat und versuche es mit den empfohlenen tropischen Asseln und Springschwänzen.
    2. Ich verzichte auf den bewussten Einsatz von Tieren und arbeite nach der "Dreckausdem WaldinGlasund guckenwaspassiert"- Methode und lasse das Wunder der Natur wirken. Sollten sich dort auf natürliche Weise etwas Asseliges, Wurmiges oder Schneckiges bilden, dann ist das eben so.
    3.Ich nutze den schönen 4,8L Glasbehälter ohne Deckel und baue die Öffnung zur Lüftung um. Dann könnte ich dort eine einheimische Asselart z. B. armadillidium vulgare oder porcelio scaber "konventionell" halten und überschüssige Tiere auswildern.
    4. Ich spare auf ein schönes PVC Terrarium und halte die Asseln zusammen mit einheimischen Bänderschnecken (Hain- oder Garten). Diese brauchen eine Luftfeuchtigkeit von lediglich 60-70%. Das sollte gut passen.

    Ich muss da jetzt erst mal eine ganze Zeit drauf rumdenken. Aber es ist jetzt schon sehr bereichernd, weil ich plötzlich beim Radfahren in Wald und Park noch ganz andere Dinge wahrnehme als zuvor…….

    Freundlichste Grüße und Frohes Fest

  8. Avatar von Ivi

    Hallo,
    ich liebäugele mit dem Aufbau eines kleinen Ewigkeits- Terrariums. Nun habe ich mehrfach gelesen, dass auch Asseln dafür geeignet sein sollen. Aber dies wirft einige Fragen bei mir auf.
    1. Wie groß sollte so ein Behältnis mindestens sein, wenn man auch Asseln einsetzen möchte?
    2. Sollte ich mir einfach ein paar Draußen schnappen oder kann ich auch einheimische Varianten aus dem Shop einsetzen?
    3. Wird die Population durch die begrenzten Ressourcen in einem geschlossenen System natürlich eingedämmt oder habe ich letztlich ein großes Glas voller Asseln?
    4. Wovon ernähren sich die Asseln dauerhaft? Ich wollte Weißfaules Holz unter das Substrat mischen. Ansonsten Erde, Pflanzen, Moose etc. aus dem Wald. Wie kommen die Asseln an Kalk? Kalk unter das Substrat? Regelmäßig Sepia oder Gemüse ja eher nicht, da man das Terrarium ja eigentlich nicht regelmäßig öffnen soll.
    5. Welche Temperaturen vertragen die einheimischen Arten im Winter? In meiner Wohnung sind es aus gesundheitlichen Gründen im Winter lediglich 10- 14 Grad. Ist das für einheimische Arten in Ordnung?
    6. Ist es ratsam, das Terrarium zunächst einige Zeit zu stabilisieren, bevor Asseln eingesetzt werden oder sollten sie lieber selbst Teil des Stabilisierungsprozesses sein? Ich gedenke auch Springschwänze einzusetzen.
    7. Gibt es sonst noch Etwas zu beachten und ist das Ganze überhaupt eine gut machbare Sache?

    Würde mich freuen, wenn ich im Frühjahr mit dem Projekt beginnen könnte. Danke im voraus für die Auskünfte.
    Freundlichste Grüße

    1. Avatar von Frank

      Hallo Ivi,

      zu 1.: Aufgrund der Vielzahl von Assel-Arten und ihrer variablen Größe (Trichorhina tomentosa bis Porcellio hoffmannseggi) empfehle ich ab einem 250-ml-Gefäß zu beginnen.

      zu 2.: Ein ewiges Terrarium ist immer auf tropische Bedingungen ausgelegt, daher würde ich auch tropische Asseln wie zum Beispiel Cubaris murina empfehlen. Wir benutzen diese Art in unserer Gesundheitspolizei für tropische Terrarien und es sind auch direkt Springschwänze mit dabei:

      https://insektenliebe.com/de/produkt/gesundheitspolizei/

      zu 3.: Die Populationsdichte steht immer in Abhängigkeit von den vorhandenen Nahrungsquellen im Terrarium. Sprich die Vermehrung passt sich den Ressourcen an.

      zu 4.: Es ist ratsam, einfach einen Kalkstein in das Terrarium zu legen. Dieser hält fast ewig und dient als natürliche Kalkquelle für die Tiere:

      https://insektenliebe.com/de/produkt/kalkstein-geschnitten/
      https://insektenliebe.com/de/produkt/hobby-lochgestein-asiatisch/

      zu 5.: Wie bereits erwähnt, würde ich von der Verwendung einheimischer Arten abraten. Die Kellerassel (Porcellio scaber) wird zwar oft empfohlen, ist jedoch nicht für dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit geeignet. Es mag zwar funktionieren, sagt aber wenig über das Wohlbefinden der Tiere aus.

      zu 6.: Springschwänze und Asseln sind ideal, um dein Substrat zu stabilisieren und ein gutes Gleichgewicht im Terrarium zu schaffen. Daher empfehle ich, sie sofort einzusetzen.

      zu 7.: Eine Drainageschicht ist entscheidend für den Erfolg eines solchen Terrariums. Sie verhindert das Faulen des Substrats und legt den Grundstein für einen erfolgreichen Start. Das Spannende an einem ewigen Terrarium ist die Frage, wie lange es funktionieren wird.

      Ich wünsche dir viel Spaß bei diesem Projekt und wir würden uns freuen, wenn du deine Erfahrungen mit uns teilst.

      Liebe Grüße
      Frank