Von der grauen Maus zur Designer Morphe

Heute möchte ich mit euch das Thema Designer Morphen etwas vertiefen und beleuchten. Für mich ist es bereits der zweite Versuch Farbmutationen miteinander zu kreuzen, aber dazu später mehr. In meinem letzten Artikel habe ich über Porcellio scaber „White Out“ geschrieben und ob es uns gelingen kann unterschiedliche Farbmutationen miteinander zu kombinieren. In unserem Fall das weiße Erscheinungsbild der Porcellio scaber „White Out“ mit einer Porcellio scaber „Orange“. Eventuell gelingt es uns, eine Kombination der beiden Arten zu designen. Aber von vorne: Was ist eigentlich eine Designer Morphe?

Designer Morphen

Der Begriff Designer Morphen erscheint zuerst abstrakt, als wollte man Gott spielen oder in die Natur eingreifen um sie nach seinen eignen Wünschen und Vorstellungen zu verändern. Tatsächlich kreuzt man bei diesen Zuchtformen Tiere miteinander, welche sich in der Natur nur sehr unwahrscheinlich miteinander kreuzen würden. Der Ausgangspunkt für die Zucht der Designer Morphen ist dabei die Verpaarung der unterschiedlichen Grundmorphen.

Grundmorphen entstehen zufällig durch Mutationen in der Natur und in unseren Zuchtboxen. Mutationen, die einem sofort ins Auge fallen, sind die sogenannten Farbmutationen. Dabei verändert sich das äußere Erscheinungsbild manchmal so offensichtlich, dass der Betrachter das Tier aus der Box selektiert und versucht die zufällig entstandene Farbmutation heraus zu züchten. So entstanden und entstehen auch heute noch ganz unterschiedliche Grundmorphen:

Da sich diese Tiere in der Natur nicht treffen und miteinander verpaaren, spricht man bei der Kreuzung zwischen den unterschiedlichen Grundmorphen von Designer Morphen. Aber welche Grundmorphen eignen sich als Versuch?

Auswahl der Grundmorphen

Wie in der Einleitung erwähnt, ist es bereits mein zweiter Versuch Designer Morphen zu züchten. Bei meinem ersten Test verwendete ich Porcellio laevis „Panda“ und Porcellio laevis „Orange“. Meine Vorstellung entwickelte daraus eine orange gefleckte Porcellio laevis. Also eine Kreuzung der Farbe von Porcellio laevis „Orange“ und der Musterung von Porcellio laevis „Panda“. Aber selbst nach x Generationen kam ich nicht einmal in die Nähe meines Wunschergebnisses.

Mein Rückschluss dessen war, dass die Eigenschaften Musterung und Farbe auf einem Gen liegen. Daher findet keine Vermischung statt. Durch meine fehlende Dokumentation kann ich heute nicht genau sagen, ob das Verhältnis der Nachkommen der beiden Farbmutationen 50/50 war oder ob sich eine Mutation stärker durchsetzte als die andere. Meinen neuen Versuch werde ich also genauestens protokollieren und euch zusätzlich in neuen Artikeln mitteilen.

Die Überlegung auf Grundlage des ersten Versuchs war, dass bei Grundmorphen von Porcellio scaber die Augenfarben auf eine andere Farbmorphe übertragen werden könnten. Dafür eignen sich am besten zwei Farben, die man auf den ersten Blick gut erkennen kann. Der große Farbunterschied hilft mir nachher bei der Selektion und daher wähle ich bei meinem Versuch die nachfolgenden Grundmorphen.

Porcellio scaber „White Out“ x Porcellio scaber „Orange“

Getreu dem Motto „Doppelt hält besser“ teste ich die Übertragbarkeit der Augenfarbe auch noch bei:

Porcellio scaber „Orange“ x Porcellio scaber „Dalmation“

Natürlich lasse ich mich auch gerne überraschen und wäre nicht enttäuscht, wenn sich die Farben der jeweiligen Grundmorphen miteinander vermischen würden. Das macht mich gespannt auf die Testergebnisse.

Die Grundmorphe Porcellio scaber „Ghost“ fällt nicht nur wegen ihrer lavendelfarbenen Grundfärbung auf, sondern auch durch ihren massigen Körperbau. Eventuell lässt sich diese Eigenschaft auf eine, im Vergleich eher zierliche, Grundmorphe übertragen. Daher wähle ich bei meinem dritten Versuch:

Porcellio scaber „Ghost“ x Porcellio scaber „White Out“

Zu guter letzt gestalte ich den Versuch mit meiner Lieblingsfarbvariante Porcellio scaber „Lava“. Sie ist groß, ihre Farben sind knallig und stehen in einem tollen Kontrast zueinander. Außerdem vermehren sie sich von allen Grundmorphen der Porcellio scaber am besten. Daher setze ich bei meinem letzten Versuch folgende Tiere zusammen:

Porcellio scaber „Lava“ x Porcellio scaber „White Out“

Die Porcellio scaber „White Out“ kommt so zahlreich im Experiment vor, da sie eine sehr interessante Farbmutation hat und sich deswegen Veränderungen sehr schnell feststellen lassen.

Ih freue mich auf das Experiment und auf hoffe auf einige Erfolgserlebnisse. Vielleicht gelingt es uns hier, eine neue Farbmutation entstehen zu lassen.

Über die genaue Umsetzung könnt ihr zeitnah in meinem nächsten Artikel erfahren.

4 Idee über “Von der grauen Maus zur Designer Morphe

  1. Isabell Seidenspinner sagt:

    Hey, bei meinen Asseln hab ich mal mit dem Futter experimentiert. In einem deiner Videos hast du gesagt das Asseln wohl auch gerne Algen fressen. Deswegen hab ich aus einem alten Teich Fadenalgen genommen , getrocknet und in das Asselbecken gelegt. Keine 3 Tage und alles war aufgegessen. Also schmecken scheint es auf jeden Fall! Meine Frage: Dürfen sie das fressen oder Schadet irgendwas meinen Tierchen?

    • Frank sagt:

      Hallo,
      Algen passen perfekt zu unseren kleinen Krebstierchen, daher kannst du das gerne weiterführen. Wir bieten ja auch gepresste Algen in Form von Algea Snacks an.
      Schau halt, dass es möglichst unbelastete Gewässer sind. Wasserwerte findest du bestimmt im Netz.
      LG Frank

  2. Asselbande Pirna sagt:

    Guten Tag,
    ich weiß nicht, wie es um Ihr Farbexperiment, mit den Porcellio Laevis im Moment steht, aber ich wollte Ihnen mitteilen, dass ich 3 orange gefleckte Tiere habe, welchen ich den Namen Porcellio Laevis “ Orange Panda“ gegeben habe.

    Sollte ich es schaffen, die Tiere stabil weiterzuzüchten, kann man gerne darüber reden, dass ich Ihnen welche zukommen lasse.

    Bisher gab es leider keine Zuchterfolge und meine Tiere sind schon recht alt. Ich hoffe auf entsprechenden Nachwuchs, bevor es zu spät ist.

    Mit Freundlichen Grüßen
    Eric

    • Frank sagt:

      Hallo Eric,
      das ist ja der Hammer!
      Die ersten Nachzuchten sind die sogenannten F1 Nachkommen. Die sehen in der Regel aus wie die Ausgangstiere aus der Zuchtlinie. Spannend wird die F2 Nachzucht, dort findest du in der Regel wieder die gewünschten Tiere. Also viel Spaß beim züchten und selektieren und halt uns auf dem laufenden.
      LG Frank

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