Telodeinopus aoutii

Telodeinopus aoutii

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Kategorie:
Artikelnummer: 222
Weitere Produktinformationen

SchwierigkeitEinfach

GeschlechtMännlich Weiblich unbestimmt

Tier Größe (mm) < 180 mm

Temperatur (°C)22°C – 24°C

g110

Icon Schwierigkeitsgrad

Einfach

Icon Heimat

Ghana

Icon Tiergroesse

< 180 mm

Icon Temperatur

22°C – 24°C

Telodeinopus aoutii – attraktiver afrikanischer Tausendfüßer

Telodeinopus aoutii ist ein großer afrikanischer Tausendfüßer, der durch seinen langgestreckten Körper und seine auffällige Färbung begeistert. Gleichzeitig zeigt er das typische ruhige Verhalten großer Diplopoden: Er durchstreift den Waldboden, gräbt sich in das Substrat ein und sucht zwischen Laub und verrottendem Holz nach Nahrung.

Gerade in einem naturnah gestalteten Terrarium lässt sich Telodeinopus aoutii hervorragend beobachten. Dabei ist nicht nur das Tier selbst interessant. Auch der Lebensraum spielt eine entscheidende Rolle, denn der Bodengrund ist bei Tausendfüßern gleichzeitig Lebensraum, Versteck, Häutungsplatz und Nahrung.

Wer bereits Asseln oder andere bodenbewohnende Wirbellose hält, muss deshalb etwas umdenken. Bei Telodeinopus aoutii entscheidet vor allem die Qualität und Tiefe des Substrats über eine langfristig erfolgreiche Haltung.

Ein Tausendfüßer aus Westafrika

Telodeinopus aoutii gehört zur Familie Spirostreptidae und damit zu einer Gruppe überwiegend großer, langgestreckter Tausendfüßer.

Die Art wurde ursprünglich 1896 von Demange beschrieben und ist aus dem westlichen beziehungsweise westlich-zentralen Afrika bekannt.

Bei Herkunftsangaben im Terraristikhandel findet man teilweise unterschiedliche oder sehr weit gefasste Angaben. Deshalb sollte bei einem konkreten Zuchtstamm die vom Züchter dokumentierte Lokalität immer zusätzlich berücksichtigt werden.

Wie andere Vertreter der Gattung lebt Telodeinopus aoutii bodennah. Laub, Humus und zersetztes Holz bilden deshalb die wichtigsten Bestandteile eines geeigneten Lebensraums.

Ein großer, aber vergleichsweise schlanker Tausendfüßer

Telodeinopus aoutii erreicht eine stattliche Größe und kann ungefähr 15–20 cm lang werden.

Im Vergleich zum wesentlich massiger wirkenden Archispirostreptus gigas besitzt Telodeinopus einen schlankeren Körperbau. Dadurch wirkt das Tier elegant und langgestreckt.

Die zahlreichen Körperringe tragen jeweils Beinpaare, die sich beim Laufen in charakteristischen Wellen bewegen.

Gerade auf größeren Wurzeln oder zwischen Laub lässt sich diese Fortbewegung hervorragend beobachten.

Friedlich und gut zu beobachten

Telodeinopus aoutii ist grundsätzlich ein ruhiger und friedlicher Terrarienbewohner.

Die Tiere verbringen viel Zeit mit der Nahrungssuche. Dabei bewegen sie sich über den Bodengrund, verschwinden zwischen Laub oder graben sich vollständig ein.

Besonders bei passenden Temperaturen und einer abwechslungsreichen Einrichtung können die Tiere regelmäßig an der Oberfläche beobachtet werden.

Trotzdem solltest du dir keine Sorgen machen, wenn ein Tausendfüßer mehrere Tage oder sogar länger nicht zu sehen ist.

Das Eingraben gehört zu seinem natürlichen Verhalten.

Ein Terrarium mit ausreichend Grundfläche

Für adulte Telodeinopus aoutii empfehlen wir ein Terrarium mit ausreichend großer Grundfläche und genügend Höhe für eine tiefe Substratschicht.

Für eine kleine Gruppe bietet beispielsweise ein Terrarium ab ungefähr 30 × 30 × 30 cm eine sinnvolle Grundlage. Bei mehreren adulten Tieren darf es entsprechend größer sein.

Dabei ist die nutzbare Bodenfläche wichtiger als besonders viel Kletterhöhe.

Wurzeln, Kork und andere stabile Strukturen können trotzdem angeboten werden. Sie sorgen für Deckung und ermöglichen zusätzliche Erkundungsmöglichkeiten.

Schwere Dekoration muss jedoch sicher stehen und darf eingegrabene Tiere nicht gefährden.

Mindestens 10–15 cm Tausendfüßer-Substrat

Bei Telodeinopus aoutii gehört eine ausreichend tiefe Substratschicht zu den wichtigsten Voraussetzungen.

Wir empfehlen mindestens 10–15 cm, bei adulten Tieren und entsprechend hoher Terrarienfront gerne mehr.

Denn Tausendfüßer leben nicht nur auf dem Boden.

Sie graben sich darin ein, suchen nach Nahrung und ziehen sich für ihre Häutungen in geschützte Bereiche zurück.

Eine dünne Schicht gewöhnlicher Terrarienerde erfüllt diese Anforderungen nicht.

Das Substrat ist gleichzeitig Futter

Für Telodeinopus aoutii empfehlen wir unser spezielles Tausendfüßer-Substrat.

Dieses enthält weiter fermentiertes organisches Material mit fermentiertem Laub und weißfaulem Holz.

Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zu gewöhnlichem Terrarienhumus.

Tausendfüßer fressen große Mengen abgestorbenen und bereits mikrobiell aufgeschlossenen Pflanzenmaterials. Der Bodengrund dient deshalb nicht nur dazu, Feuchtigkeit zu speichern.

Er ist gleichzeitig eine der wichtigsten Nahrungsquellen.

Unser Tausendfüßer-Substrat sollte deshalb nicht mit anderen Substraten gemischt werden. Dadurch würde lediglich der Anteil des verwertbaren organischen Materials reduziert.

Futterlaub gehört immer ins Terrarium

Zusätzlich zum Substrat sollte immer ausreichend Futterlaub vorhanden sein.

Das Laub kann großzügig auf der Oberfläche verteilt werden.

Dadurch erfüllt es gleich mehrere Aufgaben. Es dient als Nahrung, schafft Deckung und schützt gleichzeitig die darunterliegenden Bodenschichten vor zu schnellem Austrocknen.

Nach und nach wird das Laub zersetzt und von den Tausendfüßern gefressen.

Deshalb darf regelmäßig frisches Futterlaub nachgelegt werden.

Weißfaules Holz ist kein Dekorationsmaterial

Auch weißfaules Holz gehört zur Grundversorgung von Telodeinopus aoutii.

Dabei handelt es sich um stark zersetztes, weiches Holz. Dieses lässt sich teilweise bereits mit den Fingern zerdrücken.

Genau dieser Zersetzungsgrad macht das Material für Tausendfüßer interessant.

Größere Stücke können direkt auf den Boden gelegt oder teilweise in das Substrat eingebracht werden.

So dienen sie gleichzeitig als Futter und natürliche Struktur.

Obst und Gemüse nur als Ergänzung

Zusätzlich kannst du verschiedene Obst- und Gemüsesorten anbieten.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Gurke
  • Zucchini
  • Kürbis
  • Karotte
  • Süßkartoffel
  • Apfel
  • Birne

Diese Futtermittel sollten jedoch niemals die Grundlage der Ernährung bilden.

Futterlaub, weißfaules Holz und hochwertiges Tausendfüßer-Substrat sind wesentlich wichtiger.

Frisches Ergänzungsfutter solltest du außerdem regelmäßig kontrollieren. Reste werden entfernt, bevor sie verderben oder stark schimmeln.

Calcium zusätzlich anbieten

Eine zusätzliche Calciumquelle kann dauerhaft im Terrarium liegen.

Dafür eignen sich beispielsweise Sepiaschalen.

Die Tiere können selbstständig daran fressen.

Das ist besonders praktisch, weil du nicht ständig Mineralpulver über frisches Futter geben musst.

Die Sepiaschale bleibt im Terrarium und wird bei Bedarf erneuert.

Warmes, tropisches Klima

Für Telodeinopus aoutii empfehlen wir tagsüber ungefähr 23–27 °C.

Nachts darf die Temperatur etwas absinken.

Viel wichtiger als eine möglichst hohe Temperatur ist ein stabiler Bereich ohne extreme Schwankungen.

Falls zusätzliche Wärme erforderlich ist, sollte diese niemals unkontrolliert von unten kommen.

Eine Heizmatte unter dem Terrarium ist für Tausendfüßer ungeeignet.

Wird einem Tausendfüßer zu warm oder zu trocken, gräbt er sich normalerweise tiefer in den Boden. Dort erwartet er kühlere und feuchtere Bedingungen.

Bei einer Bodenheizung wäre es jedoch genau umgekehrt.

Feucht halten, aber nicht vernässen

Telodeinopus aoutii benötigt einen Bodengrund mit gleichmäßiger Grundfeuchtigkeit.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das gesamte Terrarium nass sein muss.

Ideal ist ein Feuchtigkeitsgefälle.

Ein Bereich kann etwas feuchter gehalten werden, während andere Bereiche oberflächlich stärker abtrocknen dürfen. In tieferen Bodenschichten sollte trotzdem ausreichend Feuchtigkeit vorhanden sein.

So kann das Tier selbst entscheiden, welcher Bereich gerade geeignet ist.

Staunässe solltest du vermeiden.

Gleichzeitig sorgt eine ausreichende Belüftung dafür, dass kein dauerhaft stickiges Klima entsteht.

Eingraben gehört zum natürlichen Verhalten

Ein Telodeinopus aoutii, der plötzlich verschwunden ist, ist nicht automatisch ein Grund zur Sorge.

Die Tiere graben sich regelmäßig ein.

Dafür können verschiedene Gründe verantwortlich sein. Sie suchen beispielsweise einen geeigneten Feuchtigkeitsbereich, ruhen oder bereiten sich auf eine Häutung vor.

Gerade während einer Häutung darf das Tier keinesfalls ausgegraben werden.

Der neue Außenpanzer ist zunächst weich und empfindlich. Eine Störung kann in dieser Phase schwerwiegende Folgen haben.

Deshalb gilt: Ein eingegrabener Tausendfüßer bleibt eingegraben.

Häutungen brauchen Ruhe und Tiefe

Für eine erfolgreiche Häutung legt sich der Tausendfüßer im Substrat einen geschützten Bereich an.

Genau deshalb ist die ausreichende Substrathöhe so wichtig.

Während der Häutung wird der alte Außenpanzer abgestreift und ein neuer aufgebaut. Anschließend benötigt dieser Zeit zum Aushärten.

Das Tier kann deshalb längere Zeit unter der Erde bleiben.

Auch wenn du es mehrere Wochen nicht siehst, solltest du nicht im Substrat danach suchen.

Gruppenhaltung ist möglich

Telodeinopus aoutii lässt sich gut mit Artgenossen halten.

Mehrere Tiere können deshalb gemeinsam in einem ausreichend großen Terrarium gepflegt werden.

Dabei steigt mit der Anzahl der Tiere allerdings auch der Verbrauch des Substrats.

Denn die organischen Bestandteile werden kontinuierlich gefressen und zersetzt.

Deshalb solltest du regelmäßig kontrollieren, ob noch ausreichend Futterlaub, weißfaules Holz und nährstoffreiches Substrat vorhanden sind.

Wann ist das Substrat verbraucht?

Mit der Zeit verändert sich der Bodengrund.

Das ursprünglich grobe organische Material wird zunehmend in feines Material umgewandelt. Gleichzeitig nimmt der Anteil an verwertbarem Laub und Holz ab.

Spätestens dann muss neues Tausendfüßer-Substrat ergänzt beziehungsweise ein Teil des alten Bodens ausgetauscht werden.

Ein vollständiger Austausch des gesamten Terrariums ist dabei nicht immer notwendig.

Bei der Kontrolle solltest du außerdem besonders vorsichtig sein, denn Jungtiere und Tiere in Häutung können sich tief im Substrat befinden.

Vorteile auf einen Blick

  • Telodeinopus aoutii
  • Familie Spirostreptidae
  • Afrikanischer Tausendfüßer
  • Körperlänge ungefähr 15–20 cm
  • Langgestreckter, relativ schlanker Körperbau
  • Friedliches Verhalten
  • Gruppenhaltung möglich
  • Terrarium ab ungefähr 40 × 30 × 30 cm
  • Mindestens 10–15 cm Substrathöhe
  • Temperatur ungefähr 23–27 °C
  • Gleichmäßig feuchter Bodengrund
  • Feuchtigkeitsgefälle empfehlenswert
  • Staunässe vermeiden
  • Tausendfüßer-Substrat als Lebensraum und Nahrungsgrundlage
  • Futterlaub dauerhaft anbieten
  • Weißfaules Holz gehört zur Grundversorgung
  • Obst und Gemüse lediglich als Ergänzungsfutter
  • Zusätzliche Calciumquelle empfehlenswert
  • Häutungen finden geschützt im Substrat statt
  • Keine Heizmatte unter dem Terrarium

Passendes Zubehör für dein Setup

  1. Tausendfüßer Terrarium Komplettset – bietet ausreichend Grundfläche und ermöglicht eine tiefe Substratschicht zum Graben, Verstecken und Häuten.
  2. Insektenliebe Tausendfüßer-Komplettset – enthält eine auf die Haltung von Tausendfüßern abgestimmte Grundausstattung und erleichtert den Einstieg mit Telodeinopus aoutii.
  3. Tausendfüßer-Substrat – bildet gleichzeitig Bodengrund und wichtige Nahrungsgrundlage aus fermentiertem Laub und weißfaulem Holz.
  4. Futterlaub – dient als natürliche Dauernahrung, schafft Deckung und schützt den darunterliegenden Boden vor zu schnellem Austrocknen.
  5. Weißfaules Holz – gehört zu den wichtigsten Nahrungsbestandteilen und kann direkt auf oder teilweise in das Substrat gelegt werden.
  6. Insektenliebe Futterfels – ermöglicht das saubere Anbieten von Obst, Gemüse und anderem Ergänzungsfutter, ohne dass dieses direkt auf dem feuchten Substrat liegt.

Fazit

Telodeinopus aoutii ist ein interessanter großer Tausendfüßer für ein naturnah eingerichtetes Waldterrarium. Seine ruhige Art, sein langgestreckter Körper und das typische Grab- und Fressverhalten machen ihn zu einem spannenden Beobachtungstier.

Der Schlüssel zur erfolgreichen Haltung liegt dabei unter den Füßen des Tieres.

Ein mindestens 10–15 cm hoher Bodengrund aus hochwertigem Tausendfüßer-Substrat dient gleichzeitig als Lebensraum, Häutungsplatz und Nahrungsquelle. Dazu gehören dauerhaft Futterlaub und weißfaules Holz.

Obst und Gemüse können zusätzlich angeboten werden, sollten aber niemals die natürliche Grundversorgung ersetzen.

Bei ungefähr 23–27 °C, einem gleichmäßig feuchten Bodengrund und ausreichend Platz findet Telodeinopus aoutii passende Bedingungen. Besonders wichtig ist außerdem, eingegrabene Tiere niemals auszugraben, da sie sich gerade in einer empfindlichen Häutungsphase befinden könnten.

Damit eignet sich Telodeinopus aoutii hervorragend für Halter, die nicht nur ein großes Wirbelloses, sondern das gesamte Zusammenspiel eines lebendigen Waldbodens beobachten möchten.

Perfekt kombiniert mit