Tamolanica tamolana – beeindruckende Schildmantis aus Neuguinea
Tamolanica tamolana ist eine außergewöhnliche Fangschrecke, die bereits durch ihren kräftigen Körperbau auffällt. Besonders charakteristisch ist das verbreiterte Halsschild, das der Art zusammen mit ihrer Bronzefarbene Färbung eine markante Erscheinung verleiht.
Die Art wurde 1897 von Brancsik beschrieben. Heute wird sie innerhalb der Familie Mantidae der Unterfamilie Hierodulinae zugeordnet. Ihr englischer Trivialname „New Guinea Shield Mantis“ weist bereits auf eines ihrer auffälligsten Merkmale hin: das schildartig verbreiterte Pronotum.
Für die Terraristik ist Tamolanica tamolana besonders interessant, weil sie Größe, kräftigen Körperbau und ein typisches Lauerjäger-Verhalten miteinander verbindet.
Tamolanica tamolana stammt aus Neuguinea
Bei der Herkunft findet man im Internet teilweise unterschiedliche oder ungenaue Angaben. Für Neuguinea gibt es jedoch belastbare Belege.
Das Biological Museum der Universität Lund führt Museumsexemplare von Tamolanica tamolana aus Neuguinea. Auch weitere faunistische Quellen nennen die Art für Papua-Neuguinea.
Damit handelt es sich um eine tropische Fangschrecke. Das ist für die Haltung entscheidend, denn ein dauerhaft sehr trockenes Terrarium passt nicht zu ihrem natürlichen Herkunftsgebiet.
Gleichzeitig bedeutet tropisch nicht, dass das Terrarium ständig nass sein sollte. Feuchtigkeit und vor allem eine gute Belüftung müssen miteinander kombiniert werden.
Das breite Halsschild macht die Art unverwechselbar
Besonders auffällig ist das stark verbreiterte Pronotum, also der vordere Bereich des Brustabschnitts.
Dadurch entsteht die schildartige Silhouette, die der Art ihren englischen Namen eingebracht hat. Zusammen mit dem breiten Körper und der überwiegend grünen Färbung wirkt Tamolanica tamolana ausgesprochen kräftig.
Gleichzeitig unterstützt die Form die Tarnung zwischen grünen Blättern und dichter Vegetation.
Dort kann die Mantide lange nahezu bewegungslos sitzen und auf geeignete Beute warten.
Weibchen werden deutlich kräftiger als Männchen
Bei adulten Tieren lässt sich ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus erkennen.
Weibchen werden kräftiger und besitzen einen massiveren Hinterleib. Auch das charakteristische Halsschild wirkt bei ihnen besonders ausgeprägt.
Männchen bleiben dagegen schlanker und leichter. Ihre Flügel sind im Verhältnis zum Körper stärker ausgeprägt, sodass adulte Männchen deutlich mobiler sind.
Ein hohes Terrarium ist besonders wichtig
Als baumbewohnende beziehungsweise auf Vegetation lebende Fangschrecke benötigt Tamolanica tamolana vor allem ausreichend Platz in der Höhe.
Für ein adultes Weibchen würde ich ein Terrarium von mindestens ungefähr 30 × 30 × 42 cm verwenden. Größer darf es selbstverständlich sein.
Dieser Wert ist eine praktische Haltungsempfehlung und keine wissenschaftlich festgelegte Mindestgröße.
Wichtiger als wenige Zentimeter Unterschied ist die Einrichtung. Äste, Zweige und Pflanzen sollten bis in den oberen Bereich reichen, damit die Mantide verschiedene Sitzplätze nutzen kann.
Gleichzeitig darf das Terrarium nicht komplett zugebaut werden.
Platz für die Häutung unbedingt einplanen
Dieser Punkt ist bei Fangschrecken besonders wichtig.
Zur Häutung hängt sich Tamolanica tamolana kopfüber an einer geeigneten Oberfläche auf. Anschließend verlässt sie die alte Haut nach unten.
Unterhalb des Tieres muss deshalb ausreichend freier Raum vorhanden sein.
Als Faustregel sollte unter einem geeigneten Häutungsplatz mindestens die doppelte Körperlänge frei bleiben. Bei einer großen und kräftigen Mantide würde ich lieber etwas großzügiger planen.
Eine schöne, aber viel zu dicht eingerichtete obere Terrarienhälfte kann deshalb sogar problematisch sein.
Warm und tropisch halten
Für Tamolanica tamolana findet man verschiedene Haltungswerte im Hobby, allerdings fehlen belastbare wissenschaftliche Untersuchungen zu einem optimalen Temperaturbereich.
Für die Terrarienhaltung würde ich tagsüber ungefähr 25–28 °C anstreben. Nachts darf die Temperatur etwas absinken.
Dabei sollte nicht das gesamte Terrarium exakt dieselbe Temperatur besitzen. Eine Beleuchtung beziehungsweise Wärmequelle von oben schafft einen wärmeren oberen Bereich, während weiter unten etwas kühlere Zonen bleiben.
So kann sich die Mantide ihren bevorzugten Aufenthaltsort selbst suchen.
Diese Werte sind praktische Haltungswerte, keine wissenschaftlich bestimmten Optimalwerte.
Feuchtigkeit ja – Staunässe nein
Auch bei der Luftfeuchtigkeit würde ich keine starre Prozentzahl als wissenschaftliche Tatsache darstellen.
In der Haltung funktioniert ein mäßig bis deutlich feuchtes tropisches Klima mit regelmäßigen Sprühintervallen. Gleichzeitig sollte das Terrarium zwischen den Sprühvorgängen teilweise wieder abtrocknen.
Gerade die Kombination aus hoher Feuchtigkeit und schlechter Belüftung sollte vermieden werden. Auch spezialisierte Halterhinweise zur Art betonen, dass das Terrarium zwischen den Sprühintervallen zumindest teilweise abtrocknen sollte.
Deshalb sind großzügige Lüftungsflächen mindestens genauso wichtig wie das regelmäßige Befeuchten.
Wassertropfen dienen gleichzeitig als Trinkmöglichkeit
Durch leichtes Besprühen entstehen Wassertropfen auf Blättern, Zweigen und anderen Oberflächen.
Diese kann Tamolanica tamolana direkt aufnehmen.
Sprühe deshalb lieber gezielt und kontrolliert, anstatt den gesamten Bodengrund ständig nass zu halten. So entstehen Trinkmöglichkeiten, während das Terrarium anschließend wieder abtrocknen kann.
Besonders bei Jungtieren sollte der Sprühstrahl sehr fein sein.
Eine kräftige und aufmerksame Jägerin
Bei der Jagd zeigt Tamolanica tamolana genau das Verhalten, das Fangschrecken so faszinierend macht.
Sie kann lange nahezu bewegungslos sitzen und ihre Umgebung beobachten. Kommt ein geeignetes Futtertier in Reichweite, greifen die kräftigen Fangbeine blitzschnell zu.
Die Beute wird anschließend zwischen den bedornten Fangbeinen festgehalten und gefressen.
Gerade adulte Weibchen können durch ihre Größe und Kraft entsprechend große Futtertiere überwältigen.
Das Futter wächst mit der Mantide mit
Junge Tamolanica tamolana benötigen selbstverständlich kleinere Futtertiere als adulte Tiere.
Für kleine Nymphen eignen sich beispielsweise Fruchtfliegen. Mit zunehmender Größe können anschließend größere Fliegen und andere passende Futterinsekten angeboten werden.
Für größere Nymphen und adulte Tiere kommen unter anderem größere Fliegen, Schaben oder andere entsprechend dimensionierte Futtertiere infrage. Auch praktische Haltungsberichte nennen ein breites Beutespektrum.
Die Futtergröße sollte jedoch immer zum jeweiligen Entwicklungsstadium passen.
Fliegen sind besonders interessante Futtertiere
Gerade fliegende Futtertiere haben bei Fangschrecken einen großen Vorteil: Sie bewegen sich durch verschiedene Bereiche des Terrariums und erreichen dadurch auch die erhöht sitzende Mantide.
Goldfliegen oder Schmeißfliegen eignen sich deshalb je nach Größe des Tieres sehr gut.
Außerdem lässt sich bei ihnen das typische Lauer- und Fangverhalten besonders schön beobachten.
Einzelhaltung ist bei Tamolanica tamolana sinnvoll
Ich würde Tamolanica tamolana grundsätzlich einzeln halten.
Fangschrecken sind räuberische Insekten und können Artgenossen als Beute betrachten. Besonders bei Größenunterschieden steigt das Risiko.
Auch spezialisierte Haltungsquellen beschreiben die Art als kannibalistisch und raten von einer dauerhaften Gruppenhaltung ab.
Die Einzelhaltung erleichtert außerdem die Kontrolle von Futteraufnahme, Häutungen und Entwicklung.
Weibchen und Männchen nur kontrolliert zusammensetzen
Bei einer geplanten Zucht sollten adulte Tiere nicht einfach dauerhaft gemeinsam gehalten werden.
Das Weibchen sollte vor einer Verpaarung gut gefüttert sein. Anschließend setzt man das Männchen kontrolliert zum Weibchen und beobachtet das Verhalten.
Denn auch bei der Paarung besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass das kleinere Männchen als Beute betrachtet wird.
Nach einer erfolgreichen Paarung werden die Tiere deshalb wieder getrennt.
Die Oothek gehört zum Lebenszyklus
Wie andere Fangschrecken legt auch Tamolanica tamolana ihre Eier nicht einzeln ab.
Das Weibchen produziert eine Oothek, in der zahlreiche Eier durch eine schützende Schaummasse umgeben sind.
Bei der Zucht sollte die Oothek nicht ständig umgesetzt oder unnötig manipuliert werden. Wichtig sind vielmehr passende klimatische Bedingungen und ein guter Luftaustausch.
Zu Inkubationsdauer und exakter Anzahl der Jungtiere kursieren im Hobby unterschiedliche Angaben. Dafür konnte ich keine belastbare wissenschaftliche Quelle finden, weshalb ich diese Werte nicht als feste Artparameter in einen Produkttext übernehmen würde.
Gute Belüftung bleibt während der gesamten Haltung wichtig
Bei tropischen Mantiden konzentriert man sich schnell zu stark auf die Luftfeuchtigkeit.
Für Tamolanica tamolana ist jedoch das Zusammenspiel entscheidend.
Das Terrarium sollte regelmäßig leicht befeuchtet werden, gleichzeitig aber über ausreichend Lüftungsfläche verfügen. Dadurch kann überschüssige Feuchtigkeit wieder entweichen.
Pflanzen, Moos und ein geeigneter Bodengrund können Feuchtigkeit puffern, während die Belüftung dafür sorgt, dass daraus keine dauerhaft stehende, feuchte Luft entsteht.
Vorteile auf einen Blick
- Tamolanica tamolana Brancsik, 1897
- Fangschrecke aus der Familie Mantidae
- Unterfamilie Hierodulinae
- Herkunft Neuguinea
- Englischer Trivialname „New Guinea Shield Mantis“
- Auffällig verbreitertes Halsschild
- Kräftiger Körperbau
- Weibchen deutlich massiver als Männchen
- Tropische Haltung
- Hohes und gut belüftetes Terrarium
- Tagsüber ungefähr 25–28 °C als praktischer Haltungsbereich
- Viel freier Raum unter den Häutungsplätzen
- Aktive Lauerjägerin
- Futtergröße wird an das Entwicklungsstadium angepasst
- Einzelhaltung empfohlen
Passendes Zubehör für dein Setup
Repto Terra Sky – bietet ausreichend Höhe und eine großzügige Belüftung für die Haltung einer großen tropischen Fangschrecke.
Insektenliebe Hygro-Therm – hilft dir dabei, Temperatur und Luftfeuchtigkeit zuverlässig zu kontrollieren.
GLORIA Drucksprühgeräte – erzeugen einen feinen Sprühnebel und eignen sich dadurch gut zum gezielten Befeuchten des Terrariums.
Mooszweige – schaffen natürliche Sitz- und Klettermöglichkeiten und lassen sich bis in den oberen Terrarienbereich integrieren.
Insektenliebe Tropischer Regen – eignet sich zum regelmäßigen Befeuchten und hinterlässt dabei deutlich weniger störende Kalkflecken auf Scheiben und Pflanzen.
Passendes Futtertier – Fruchtfliegen, größere Fliegen oder Schaben können passend zum jeweiligen Entwicklungsstadium gewählt werden.
Fazit
Tamolanica tamolana ist eine außergewöhnliche tropische Fangschrecke aus Neuguinea, die besonders durch ihren kräftigen Körperbau und das verbreiterte Halsschild auffällt. Taxonomisch ist die Art als Tamolanica tamolana Brancsik, 1897 anerkannt und wird heute innerhalb der Mantidae den Hierodulinae zugeordnet.
Bei der Haltung steht ein hohes, gut belüftetes Terrarium im Mittelpunkt. Äste und Pflanzen schaffen erhöhte Sitzplätze, während unter geeigneten Häutungsplätzen ausreichend freier Raum bleiben muss. Ein warmes tropisches Klima mit ungefähr 25–28 °C tagsüber eignet sich als praktische Orientierung. Gleichzeitig sollte das Terrarium nicht permanent nass bleiben.
Besonders interessant ist das Jagdverhalten. Tamolanica tamolana kann lange ruhig zwischen der Vegetation sitzen und schlägt blitzschnell zu, sobald ein geeignetes Futtertier in Reichweite kommt.
Ein Punkt ist mir bei der Recherche besonders wichtig: Bei Körpergröße, Luftfeuchtigkeit, Inkubationsdauer und Anzahl der Jungtiere pro Oothek finden sich online zahlreiche konkrete Zahlen, aber nur wenig sauber nachvollziehbare Primärliteratur. Diese Angaben würde ich für euren Shop nicht einfach von anderen Händlern übernehmen. Bei den belastbaren Fakten ist ein etwas zurückhaltender Produkttext besser als scheinpräzise Daten, deren Ursprung nicht nachvollziehbar ist.

















