Ophistreptus guineensis "Schokotausendfüßer"
Einfach
Nigeria
< gemischt
22°C – 29°C
Ophistreptus guineensis „Schokotausendfüßer“ – kräftiger Afrikaner in warmen Brauntönen
Ophistreptus guineensis, in der Terraristik passend als „Schokotausendfüßer“ bezeichnet, ist ein attraktiver afrikanischer Tausendfüßer mit einer warmen braunen Grundfärbung. Sein kräftiger, langgestreckter Körper und die zahlreichen Beine machen ihn zu einem interessanten Bewohner für naturnah eingerichtete Waldterrarien.
Dabei überzeugt der Schokotausendfüßer nicht nur durch seine Optik. Wie viele große Diplopoden zeigt er ein spannendes Verhalten. Er durchstreift den Boden auf der Suche nach Nahrung, arbeitet sich durch die Laubschicht und verschwindet regelmäßig vollständig im Substrat.
Genau dort spielt sich ein wichtiger Teil seines Lebens ab. Denn der Bodengrund dient Ophistreptus guineensis nicht nur zum Graben. Er ist gleichzeitig Versteck, Häutungsplatz und vor allem eine wichtige Nahrungsquelle.
Wer Tausendfüßer nicht einfach nur präsentieren, sondern möglichst natürlich beobachten möchte, bekommt mit dem Schokotausendfüßer einen spannenden Pflegling.
Ein Tausendfüßer aus Westafrika
Ophistreptus guineensis gehört zur Familie Spirostreptidae und damit zu den großen, langgestreckten Tausendfüßern.
Seine natürliche Verbreitung liegt in Westafrika. Dort leben Tausendfüßer dieser Gruppe überwiegend am und im Waldboden, wo abgestorbenes Laub, morsches Holz und andere zersetzte Pflanzenreste reichlich Nahrung bieten.
Dieses natürliche Umfeld sollten wir auch im Terrarium nachbilden.
Ein steriler Bodengrund mit einer Futterschale in der Mitte entspricht deshalb nicht den Bedürfnissen des Tieres. Viel wichtiger ist eine tiefe, strukturreiche und biologisch nutzbare Bodenschicht.
Warum heißt er „Schokotausendfüßer“?
Der Handelsname beschreibt sein Erscheinungsbild ziemlich treffend.
Ophistreptus guineensis zeigt verschiedene Braun- und Schokoladentöne, wodurch er sich optisch von schwarzen, intensiv gebänderten oder metallisch schimmernden Tausendfüßern unterscheidet.
Dabei können einzelne Tiere etwas heller oder dunkler erscheinen. Auch Beleuchtung und Häutungszustand beeinflussen den optischen Eindruck.
Gerade auf hellem Futterlaub oder beim Klettern über Holz kommt die warme Körperfärbung besonders schön zur Geltung.
Ein stattlicher Bodenbewohner
Der Schokotausendfüßer entwickelt einen langen, zylindrischen Körper mit zahlreichen Körperringen.
An den meisten Ringen befinden sich jeweils zwei Beinpaare.
Beim Laufen entstehen dadurch die typischen Bewegungswellen, die sich entlang des Körpers fortsetzen. Gerade bei größeren Tausendfüßern ist diese Bewegung faszinierend anzusehen.
Die Tiere können durchaus klettern und nutzen flache Wurzeln oder Korkstücke. Trotzdem findet der wichtigste Teil ihres Lebens am und im Boden statt.
Ruhiges Verhalten mit interessanten Aktivitätsphasen
Ophistreptus guineensis ist ein friedlicher Terrarienbewohner.
Die Tiere suchen zwischen Laub und Holz nach Nahrung und erkunden dabei regelmäßig ihre Umgebung. Allerdings solltest du nicht erwarten, deinen Tausendfüßer zu jeder Tageszeit an der Oberfläche zu sehen.
Je nach Temperatur, Feuchtigkeit und Tageszeit kann sich das Aktivitätsverhalten verändern.
Außerdem graben sich die Tiere regelmäßig ein.
Ein Tausendfüßer, der plötzlich mehrere Tage nicht mehr zu sehen ist, muss deshalb keineswegs krank sein.
Das Terrarium braucht vor allem Bodenfläche
Bei der Wahl des Terrariums solltest du besonders auf eine ausreichend große Grundfläche achten.
Denn obwohl Schokotausendfüßer gelegentlich klettern, sind sie in erster Linie Bodenbewohner.
Für mehrere Tiere muss entsprechend mehr Platz eingeplant werden.
Wichtig ist außerdem eine ausreichende Höhe des unteren Terrarienbereichs. Nur dadurch lässt sich eine wirklich tiefe Substratschicht einbringen.
Wurzeln, Kork und andere natürliche Materialien können zusätzliche Deckung schaffen.
Schwere Dekoration sollte allerdings immer sicher aufgestellt werden. Tausendfüßer untergraben Gegenstände, sodass lose Steine oder schwere Wurzeln eine Gefahr darstellen können.
Mindestens 10–15 cm Substrat
Für Ophistreptus guineensis empfehlen wir mindestens 10–15 cm hochwertiges Tausendfüßer-Substrat. Bei adulten Tieren darf es gerne noch tiefer sein.
Diese Tiefe ermöglicht es den Tieren, sich vollständig einzugraben.
Gleichzeitig entstehen unterschiedliche Feuchtigkeitszonen.
Während die Oberfläche stellenweise etwas abtrocknen kann, bleibt es in den unteren Bereichen länger feucht.
Das entspricht wesentlich besser den natürlichen Bedingungen als eine dünne, überall gleich nasse Bodenschicht.
Tausendfüßer-Substrat ist Futter
Unser Tausendfüßer-Substrat übernimmt gleich mehrere Aufgaben.
Es bietet den Tieren einen grabfähigen Lebensraum und enthält gleichzeitig fermentiertes Laub und weißfaules Holz.
Diese organischen Bestandteile sind für die Ernährung entscheidend.
Denn Ophistreptus guineensis ernährt sich hauptsächlich von abgestorbenem und bereits zersetztem Pflanzenmaterial.
Das Substrat ist deshalb tatsächlich ein Teil des Futters.
Aus diesem Grund sollte unser Tausendfüßer-Substrat nicht mit anderen Substraten vermischt werden. Dadurch würde lediglich der Anteil der verwertbaren Nahrung reduziert.
Futterlaub als natürliche Dauernahrung
Zusätzlich sollte immer reichlich Futterlaub auf der Oberfläche liegen.
Die Tiere können daran fressen und gleichzeitig darunter Schutz suchen.
Außerdem reduziert eine Laubschicht die Verdunstung. Dadurch trocknet der darunterliegende Boden langsamer aus.
Mit der Zeit wird das Laub von Mikroorganismen weiter zersetzt und von den Tausendfüßern gefressen.
Sobald die Laubschicht deutlich dünner wird, kannst du einfach neues Material nachlegen.
Weißfaules Holz gehört dazu
Auch weißfaules Holz sollte dauerhaft verfügbar sein.
Damit ist kein frischer Ast und auch kein hartes trockenes Dekorationsholz gemeint.
Weißfaules Holz wurde bereits stark zersetzt. Dadurch wird es weich und kann von den Tausendfüßern verwertet werden.
Größere Stücke kannst du auf das Substrat legen oder teilweise eingraben.
So entsteht gleichzeitig eine natürliche Struktur im Terrarium.
Gemüse und Obst sind nur Ergänzungsfutter
Zusätzlich kannst du frisches Futter anbieten.
Geeignet sind beispielsweise:
- Kürbis
- Zucchini
- Süßkartoffel
- Karotte
- Gurke
- Apfel
- Birne
Gerade wasserreiches Gemüse wird häufig gerne angenommen.
Trotzdem darf es nicht die natürliche Ernährung ersetzen.
Tausendfüßer-Substrat, Futterlaub und weißfaules Holz bilden die Grundlage.
Obst und Gemüse sind lediglich eine Ergänzung.
Futterreste solltest du außerdem entfernen, bevor sie stark verderben.
Calcium zusätzlich anbieten
Eine Calciumquelle kann dauerhaft im Terrarium verbleiben.
Dafür eignen sich beispielsweise Sepiaschalen.
Die Tiere können daran fressen, wenn sie einen entsprechenden Bedarf haben.
Das ist besonders praktisch, weil die Calciumquelle nicht ständig über das Frischfutter gegeben werden muss.
Warm, aber nicht überhitzen
Für Ophistreptus guineensis eignet sich ein warmer tropischer Temperaturbereich.
Als praktischen Haltungsbereich empfehlen wir ungefähr 23–27 °C.
Eine leichte Nachtabsenkung ist problemlos möglich.
Wichtig ist dabei, dass nicht einfach möglichst stark geheizt wird.
Liegt das Terrarium bereits in einem entsprechend warmen Raum, ist häufig überhaupt keine zusätzliche Heizung erforderlich.
Keine Heizmatte unter das Terrarium
Eine Wärmequelle sollte bei Tausendfüßern nicht unter dem Bodengrund angebracht werden.
Das hat einen einfachen Grund.
Wird es einem Tausendfüßer an der Oberfläche zu heiß oder zu trocken, gräbt er sich tiefer ein. Dort erwartet er kühlere und feuchtere Bedingungen.
Eine Heizmatte unter dem Terrarium kehrt dieses natürliche Gefälle um.
Das Tier gräbt sich also ausgerechnet in Richtung der stärksten Wärme.
Deshalb sollte zusätzliche Wärme bei Bedarf über die Umgebung beziehungsweise kontrolliert von der Seite erzeugt werden.
Feucht, aber niemals sumpfig
Der Bodengrund sollte eine gleichmäßige Grundfeuchtigkeit besitzen.
Dabei empfehlen wir ein Feuchtigkeitsgefälle.
Ein Teil des Terrariums kann etwas stärker befeuchtet werden, während ein anderer Bereich an der Oberfläche zeitweise stärker abtrocknen darf.
So können die Tiere ihren Aufenthaltsort selbst wählen.
In tieferen Substratschichten sollte jedoch immer ausreichend Feuchtigkeit vorhanden sein.
Staunässe und dauerhaft schlammiger Boden sind zu vermeiden.
Gleichzeitig muss eine ausreichende Belüftung vorhanden sein.
Warum verschwindet mein Tausendfüßer?
Wenn dein Ophistreptus guineensis plötzlich nicht mehr zu sehen ist, solltest du nicht nach ihm graben.
Das Eingraben gehört zum normalen Verhalten.
Die Tiere suchen dort Schutz, geeignete Feuchtigkeitsbedingungen oder bereiten sich auf eine Häutung vor.
Gerade während der Häutung kann eine Störung gefährlich werden.
Der neue Außenpanzer ist zunächst weich und muss anschließend aushärten.
Deshalb gilt auch beim Schokotausendfüßer: Eingegrabene Tiere niemals ausgraben.
Gruppenhaltung ist möglich
Ophistreptus guineensis lässt sich mit Artgenossen gemeinsam halten.
Bei einer Gruppe muss das Terrarium entsprechend größer gewählt werden.
Noch wichtiger ist jedoch die Menge des verfügbaren Nahrungssubstrats.
Mehr Tiere bedeuten, dass Futterlaub, weißfaules Holz und die organischen Bestandteile im Boden schneller verbraucht werden.
Deshalb solltest du das Substrat regelmäßig kontrollieren und verbrauchtes Material ergänzen.
Wann muss neues Substrat ins Terrarium?
Tausendfüßer verändern ihren Bodengrund kontinuierlich.
Mit der Zeit verschwinden größere Blatt- und Holzbestandteile. Gleichzeitig wird das Substrat immer feiner.
Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass ein Teil der verwertbaren Bestandteile bereits gefressen und umgesetzt wurde.
Dann sollte frisches Tausendfüßer-Substrat ergänzt werden.
Beim Austausch musst du allerdings vorsichtig vorgehen.
Im Boden können sich Eier, Jungtiere oder Tiere in Häutung befinden.
Deshalb sollte ein Tausendfüßer-Terrarium nicht ohne Grund vollständig ausgeräumt werden.
Vorteile auf einen Blick
- Ophistreptus guineensis „Schokotausendfüßer“
- Afrikanischer Tausendfüßer
- Familie Spirostreptidae
- Attraktive schokoladenbraune Färbung
- Ruhiger und friedlicher Bodenbewohner
- Interessantes Grab- und Fressverhalten
- Gruppenhaltung möglich
- Mindestens 10–15 cm Substrathöhe
- Temperatur ungefähr 23–27 °C
- Gleichmäßige Grundfeuchtigkeit
- Feuchtigkeitsgefälle empfehlenswert
- Gute Belüftung wichtig
- Staunässe vermeiden
- Tausendfüßer-Substrat als Lebensraum und Nahrung
- Futterlaub dauerhaft anbieten
- Weißfaules Holz gehört zur Grundversorgung
- Obst und Gemüse lediglich als Ergänzungsfutter
- Calciumquelle empfehlenswert
- Häutungen finden geschützt im Bodengrund statt
- Eingegrabene Tiere niemals ausgraben
- Keine Heizmatte unter dem Terrarium
Passendes Zubehör für dein Setup
Tausendfüßer Terrarium Komplettset – bietet ausreichend Bodenfläche und Platz für eine tiefe Substratschicht zum Graben, Verstecken und Häuten.
Insektenliebe Tausendfüßer-Komplettset – enthält eine auf die Haltung von Tausendfüßern abgestimmte Grundausstattung und erleichtert den Einstieg mit dem Schokotausendfüßer.
Tausendfüßer-Substrat – dient gleichzeitig als grabfähiger Bodengrund und wichtige Nahrungsgrundlage aus fermentiertem Laub und weißfaulem Holz.
Futterlaub – bietet natürliche Dauernahrung, Deckung und schützt den darunterliegenden Boden vor zu schnellem Austrocknen.
Weißfaules Holz – gehört zu den wichtigen natürlichen Nahrungsbestandteilen großer Tausendfüßer.
Insektenliebe Futterfels – ermöglicht das saubere Anbieten von Obst, Gemüse und anderem Ergänzungsfutter, ohne dass dieses direkt auf dem feuchten Substrat liegt.
Fazit
Ophistreptus guineensis „Schokotausendfüßer“ ist ein attraktiver afrikanischer Tausendfüßer, dessen warme Braunfärbung den passenden Handelsnamen schnell erklärt.
Seine Haltung dreht sich vor allem um einen hochwertigen Waldboden. Eine mindestens 10–15 cm tiefe Schicht Tausendfüßer-Substrat, reichlich Futterlaub und weißfaules Holz bilden die Grundlage. Denn genau diese Materialien sind nicht nur Einrichtung, sondern gleichzeitig Nahrung.
Bei ungefähr 23–27 °C, einer gleichmäßigen Grundfeuchtigkeit und ausreichender Belüftung findet der Schokotausendfüßer geeignete Bedingungen. Obst und Gemüse ergänzen den Speiseplan, ersetzen die natürliche Nahrung aus zersetztem Pflanzenmaterial jedoch nicht.
Wer einen großen, friedlichen Tausendfüßer mit einer eher natürlichen und trotzdem markanten Färbung sucht, findet in Ophistreptus guineensis einen interessanten Bewohner für ein naturnah gestaltetes Waldterrarium.
























