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Heteropoda davidbowie

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Kategorie: ,
Artikelnummer: 357
Weitere Produktinformationen

SchwierigkeitMittel

GeschlechtMännlich Weiblich unbestimmt

Tier Größe (mm) < 40 mm

Temperatur (°C)24°C – 28°C

g110

Icon Schwierigkeitsgrad

Mittel

Icon Heimat

Malaysia

Icon Tiergroesse

< 40 mm

Icon Temperatur

24°C – 28°C

Heteropoda davidbowie – die außergewöhnliche David-Bowie-Spinne

Heteropoda davidbowie gehört zu den auffälligsten Riesenkrabbenspinnen der Familie Sparassidae. Die Art wurde 2008 von Peter Jäger wissenschaftlich beschrieben und nach dem britischen Musiker David Bowie benannt. Hinter dem ungewöhnlichen Namen steckt jedoch mehr als eine Hommage an einen Künstler. Jäger nutzte prominente Artnamen bewusst, um zusätzliche Aufmerksamkeit auf Spinnen, ihre Lebensräume und den Verlust biologischer Vielfalt zu lenken.

Auch optisch passt der Name hervorragend. Besonders die langen orangefarbenen Haare und die kräftige Zeichnung verleihen Heteropoda davidbowie ein außergewöhnliches Erscheinungsbild.

Hinzu kommt ihr Verhalten. Riesenkrabbenspinnen sitzen nicht einfach nur in einem Versteck und warten. Sie können ausgesprochen schnell reagieren und aktiv auf Beute gehen. Dadurch bietet diese Art im Terrarium einiges zu beobachten.

Heteropoda davidbowie stammt aus Südostasien

Der Typusfundort von Heteropoda davidbowie liegt in den Cameron Highlands in Malaysia.

Der World Spider Catalog führt die Art derzeit für Malaysia, Singapur und Sumatra in Indonesien. Weitere regionale Quellen nennen zusätzliche Vorkommen, doch für eine saubere Produktbeschreibung würde ich mich an die wissenschaftlich abgesicherte Verbreitung des World Spider Catalog halten.

Die Tiere leben in tropischen Lebensräumen. Adulte Exemplare werden unter anderem an Baumrinde gefunden, während Jungtiere stärker bodennah zwischen Laub und niedriger Vegetation auftreten können.

Dieser Unterschied lässt sich auch bei der Terrariengestaltung berücksichtigen.

Weibchen erreichen 21–25 mm Körperlänge

Die Körpergröße ist durch die wissenschaftliche Erstbeschreibung gut dokumentiert.

Weibchen erreichen ungefähr 21,3–25,3 mm Körperlänge. Männchen bleiben mit etwa 15,3–18,2 mm deutlich kleiner und schlanker.

Dabei darf die reine Körperlänge nicht darüber hinwegtäuschen, wie groß das Tier tatsächlich wirkt. Riesenkrabbenspinnen besitzen lange, seitlich ausgerichtete Beine. Dadurch nehmen adulte Tiere eine deutlich größere Fläche ein.

Gerade deshalb sollte das Terrarium nicht nur anhand der Körperlänge ausgewählt werden.

Orange Haare machen sie unverwechselbar

Die Färbung von Heteropoda davidbowie gehört zu ihren auffälligsten Eigenschaften.

Männchen besitzen eine überwiegend rotbraune Oberseite. Dazu kommen helle Farbbereiche und lange, auffällige orangefarbene Haare.

Weibchen können dagegen von graubraun bis rotbraun variieren. Ihre Beine zeigen eine deutlichere Zeichnung mit dunkleren Bereichen auf hellerem Grund.

Dadurch können Männchen und Weibchen optisch recht unterschiedlich wirken.

Gleichzeitig sollte man bei dieser Art nicht erwarten, dass jedes Exemplar exakt dieselbe Farbintensität entwickelt. Alter, Geschlecht und individuelles Tier beeinflussen das Erscheinungsbild.

Warum heißt die Spinne eigentlich David Bowie?

Der Name wurde nicht zufällig gewählt.

Der deutsche Arachnologe Peter Jäger beschrieb die Art 2008 und benannte sie nach David Bowie. Dabei spielten sowohl Bowies Verbindung zum Thema Spinnen als auch sein auffälliges Erscheinungsbild eine Rolle.

Besonders naheliegend ist natürlich Bowies Album The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars.

Jäger erklärte außerdem wiederholt, dass auffällige Artnamen dabei helfen können, öffentliche Aufmerksamkeit für wenig bekannte Arten und deren Lebensräume zu schaffen.

So steckt hinter Heteropoda davidbowie tatsächlich eine kleine Artenschutzbotschaft.

Jungtiere leben zunächst eher versteckt

Bei unseren Jungtieren beobachten wir zunächst ein eher bodennahes und zurückgezogenes Verhalten.

Sie nutzen Laub, Kork und kleine Zwischenräume als Deckung. Dadurch fühlen sie sich geschützt und können gleichzeitig aus einer sicheren Position heraus auf Futter reagieren.

Mit zunehmender Größe verändert sich das Verhalten deutlich.

Ab ungefähr FH4 lassen sich die Tiere häufiger offen beobachten. Dann sitzen sie gerne auf Rindenstücken und anderen erhöhten Strukturen.

Deshalb sollte die Einrichtung sowohl bodennahe Verstecke als auch vertikale Flächen anbieten.

Eine schnelle und selbstbewusste Jägerin

Heteropoda davidbowie gehört zu den aktiven Jägern.

Sie baut kein klassisches Fangnetz, sondern verlässt sich auf Geschwindigkeit und einen schnellen Zugriff auf ihre Beute.

Passende Futterinsekten werden häufig sehr entschlossen angenommen. Auch vergleichsweise kräftige Beute kann überwältigt werden.

Genau dieses Verhalten macht die Art interessant, verlangt bei Arbeiten im Terrarium aber Aufmerksamkeit.

Riesenkrabbenspinnen können sehr schnell beschleunigen. Deshalb solltest du Türen kontrolliert öffnen und immer wissen, wo sich das Tier gerade befindet.

Lieber beobachten als anfassen

Heteropoda davidbowie ist ein Beobachtungstier.

Ein Herausnehmen oder Handling bringt weder der Spinne noch dem Halter einen Vorteil. Gleichzeitig erhöht es das Risiko, dass das schnelle Tier entkommt oder bei einer hektischen Bewegung verletzt wird.

Bei Arbeiten im Terrarium empfehlen wir deshalb eine ausreichend lange Pinzette.

Damit lassen sich Futterreste, Häutungsreste oder kleinere Einrichtungsgegenstände bewegen, ohne unnötig nah an die Spinne greifen zu müssen.

Terrarium ab etwa 20 × 20 × 30 cm

Für ein adultes Tier empfehlen wir ein Terrarium ab ungefähr 20 × 20 × 30 cm.

Dabei sollte die Einrichtung nicht ausschließlich auf den Boden ausgerichtet sein.

Korkrinde, senkrechte Rindenstücke und weitere natürliche Strukturen schaffen erhöhte Sitzplätze. Gleichzeitig sollte am Boden Laub beziehungsweise Deckung vorhanden sein.

So entstehen verschiedene Bereiche, welche die Spinne je nach Entwicklungsstadium und Situation nutzen kann.

Außerdem muss das Terrarium zuverlässig schließen. Bei einer schnellen Riesenkrabbenspinne möchtest du keine unnötigen Spalten oder schlecht gesicherten Öffnungen haben.

Waldhumus und Sphagnum-Moos im Verhältnis 3:1

Für unsere Haltung hat sich ein Bodengrund aus Waldhumus und Sphagnum-Moos im Verhältnis 3:1 bewährt.

Der Waldhumus schafft einen lockeren und natürlichen Untergrund. Das Sphagnum kann gleichzeitig Feuchtigkeit aufnehmen und langsam wieder abgeben.

Dadurch lässt sich ein leicht feuchtes Mikroklima erzeugen, ohne den gesamten Bodengrund permanent nass halten zu müssen.

Zusätzlich kann eine Schicht Futterlaub beziehungsweise trockenes Laub weitere Deckung schaffen. Gerade Jungtiere nutzen solche Strukturen gerne.

Regelmäßig sprühen, aber Staunässe vermeiden

Wir sprühen das Terrarium ungefähr alle zwei Tage leicht ein.

Dadurch entstehen Wassertropfen und gleichzeitig bleibt eine gewisse Grundfeuchtigkeit erhalten. Wie häufig tatsächlich gesprüht werden muss, hängt jedoch auch von Belüftung, Raumtemperatur und Einrichtung ab.

Deshalb sollte „alle zwei Tage“ nicht bedeuten, dass ein ohnehin noch nasses Terrarium zusätzlich bewässert wird.

Der Bodengrund darf Feuchtigkeit enthalten, sollte jedoch niemals sumpfig werden.

Eine gute Belüftung sorgt gleichzeitig dafür, dass überschüssige Feuchtigkeit wieder entweichen kann.

Einmal pro Woche füttern

Bei unseren größeren Heteropoda davidbowie hat sich ungefähr eine Fütterung pro Woche bewährt.

Dabei wird die Größe des Futtertiers selbstverständlich an die Größe der Spinne angepasst.

Jungtiere erhalten kleinere Futterinsekten, während größere Tiere entsprechend größere Beute bewältigen können.

Entscheidend ist außerdem der Ernährungszustand. Ein sehr gut genährtes Tier muss nicht zwangsläufig nach Kalender erneut gefüttert werden.

Nicht gefressene Futtertiere solltest du entfernen. Besonders während einer bevorstehenden Häutung möchten wir keine unnötigen Störungen im Terrarium.

Häutungen brauchen Ruhe

Vor einer Häutung kann sich das Verhalten deutlich verändern.

Die Spinne zieht sich eventuell stärker zurück und stellt die Nahrungsaufnahme ein. In diesem Fall solltest du keine zusätzlichen Futtertiere anbieten.

Nach der Häutung ist der neue Außenpanzer zunächst weich.

Auch die Beine und Mundwerkzeuge müssen vollständig aushärten. Deshalb solltest du mit der nächsten Fütterung warten, bis das Tier wieder vollständig ausgehärtet und aktiv ist.

Gerade während dieser Phase sind Ruhe und passende Feuchtigkeit wichtig.

Ein Kokon kann 100–150 Jungtiere hervorbringen

Auch die Nachzucht von Heteropoda davidbowie ist beeindruckend.

Aus einem Kokon können nach unseren Zuchterfahrungen ungefähr 100–150 Jungtiere hervorgehen.

Damit entsteht aus einer erfolgreichen Nachzucht schnell eine größere Anzahl kleiner Riesenkrabbenspinnen.

Die Jungtiere können zunächst gemeinsam aufgezogen werden. Wir trennen sie jedoch spätestens ungefähr ab FH3, weil mit zunehmender Größe auch das Risiko von Kannibalismus steigt.

Bei einer gemeinsamen frühen Aufzucht müssen außerdem ausreichend Platz und passendes Futter zur Verfügung stehen.

Einzelhaltung für größere Tiere

Spätestens größere Jungtiere und adulte Heteropoda davidbowie solltest du einzeln halten.

Auch wenn mehrere Tiere zeitweise nebeneinander toleriert werden können, handelt es sich um räuberische Spinnen.

Eine dauerhafte Vergesellschaftung bringt deshalb ein vermeidbares Kannibalismusrisiko mit sich.

Die Einzelhaltung erleichtert außerdem die Kontrolle von Futteraufnahme, Häutungen und allgemeinem Zustand.

Vorteile auf einen Blick

  • Heteropoda davidbowie Jäger, 2008
  • Familie Sparassidae
  • Riesenkrabbenspinne aus Südostasien
  • Wissenschaftlich bestätigte Verbreitung in Malaysia, Singapur und Sumatra
  • Typusfundort Cameron Highlands, Malaysia
  • Weibchen etwa 21,3–25,3 mm Körperlänge
  • Männchen etwa 15,3–18,2 mm Körperlänge
  • Auffällige orangefarbene Behaarung
  • Schnelle und aktive Jägerin
  • Jungtiere zunächst stärker bodennah
  • Ab ungefähr FH4 häufiger offen zu beobachten
  • Terrarium ab ungefähr 20 × 20 × 30 cm
  • Bodengrund aus Waldhumus und Sphagnum-Moos 3:1
  • Leichtes Sprühen ungefähr alle zwei Tage
  • Staunässe vermeiden
  • Größere Tiere ungefähr einmal pro Woche füttern
  • Kokons mit etwa 100–150 Jungtieren nach unseren Zuchterfahrungen
  • Gemeinsame Aufzucht zunächst möglich
  • Trennung ungefähr ab FH3
  • Größere Tiere einzeln halten

Passendes Zubehör für dein Setup

Insektenliebe Acrylterrarium – bietet einer adulten Heteropoda davidbowie ausreichend Platz und ermöglicht eine strukturreiche Einrichtung mit vertikalen Kletterflächen.

Waldhumus – bildet die Grundlage für den Bodengrund und lässt sich für unsere bewährte Mischung mit Sphagnum kombinieren.

Insektenliebe Sphagnum Moos – wird mit Waldhumus im Verhältnis 3:1 kombiniert und hilft dabei, Feuchtigkeit im Bodengrund zu speichern.

Korkrinde – schafft natürliche Verstecke sowie vertikale Sitz- und Jagdflächen, die besonders von größeren Tieren gerne genutzt werden.

Insektenliebe Terraleaf-Brick – bietet vor allem Jungtieren zusätzliche bodennahe Deckung und sorgt gleichzeitig für eine natürlichere Bodenstruktur.

Insektenliebe Tropischer Regen – eignet sich zum regelmäßigen leichten Befeuchten des Terrariums und reduziert Kalkablagerungen auf Scheiben und Einrichtung.

Fazit

Heteropoda davidbowie verbindet eine außergewöhnliche Optik mit einem aktiven Verhalten. Besonders ihre orangefarbene Behaarung, die langen Beine und ihre enorme Geschwindigkeit machen diese Riesenkrabbenspinne zu einem faszinierenden Beobachtungstier.

Gleichzeitig steckt hinter ihrem Namen eine interessante Geschichte. Peter Jäger benannte die Art 2008 nach David Bowie und nutzte den prominenten Namen auch, um mehr Aufmerksamkeit für Artenvielfalt und den Verlust natürlicher Lebensräume zu schaffen.

Für die Haltung empfehlen wir ein Terrarium ab ungefähr 20 × 20 × 30 cm, eine strukturreiche Einrichtung und einen Bodengrund aus Waldhumus und Sphagnum-Moos im Verhältnis 3:1. Korkrinde und Laub schaffen zusätzliche Rückzugs- und Jagdbereiche.

Wer eine ruhige Spinne sucht, die wochenlang in ihrem Versteck sitzt, ist bei Heteropoda davidbowie eher falsch. Wer dagegen schnelle Jagdreaktionen, ein auffälliges Erscheinungsbild und eine außergewöhnliche südostasiatische Riesenkrabbenspinne beobachten möchte, bekommt mit dieser Art ein wirklich spannendes Terrarientier.

Perfekt kombiniert mit