Eresus walckenaeri
Einfach
Griechenland
< 40 mm
20°C – 28°C
Eresus walckenaeri – die griechische Röhrenspinne mit dem außergewöhnlichen Röhrennetz
Eresus walckenaeri ist eine der faszinierendsten Röhrenspinnen Europas. Besonders die kräftigen Weibchen, die auffällig gefärbten Männchen und ihre außergewöhnliche Art, Netze zu bauen, machen diese Spinne zu einem interessanten Terrarienbewohner.
Anders als Springspinnen oder Vogelspinnen verbringt die griechische Röhrenspinne einen großen Teil ihres Lebens in einer selbst gebauten Wohnröhre. Diese besteht aus dichter Spinnseide und wird häufig zwischen Steinen, Korkstücken oder im Bodengrund angelegt.
Doch das eigentliche Schauspiel beginnt vor dem Eingang.
Dort breitet Eresus walckenaeri ein dichtes Gespinst aus, das gleichzeitig als Frühwarnsystem und Fangnetz dient. Sobald ein Futtertier die Seidenfäden berührt, nimmt die Spinne die Erschütterungen wahr und schießt blitzschnell aus ihrer Wohnröhre.
Gerade dieses Verhalten macht die Haltung so spannend. Denn obwohl sich die Tiere häufig verstecken, lässt sich ihre Aktivität hervorragend an den Veränderungen des Gespinsts beobachten.
Eine der größten Röhrenspinnen Europas
Eresus walckenaeri Brullé, 1832 gehört zur Familie Eresidae, den Röhrenspinnen.
Die Art ist im Mittelmeerraum verbreitet und besonders aus Griechenland bekannt. Dort bewohnt sie trockene, warme Landschaften mit steinigen Böden, niedriger Vegetation und zahlreichen natürlichen Verstecken.
Im Gegensatz zu tropischen Spinnen benötigt sie deshalb kein dauerhaft feuchtes Terrarium.
Viel wichtiger sind ein trockener, gut belüfteter Lebensraum und geeignete Stellen für den Bau einer Wohnröhre.
Weibchen und Männchen sehen völlig unterschiedlich aus
Bei Eresus walckenaeri besteht ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus.
Die Weibchen besitzen einen kräftigen Körper mit dichter, samtartiger Behaarung. Ihre Grundfärbung ist überwiegend dunkelgrau bis schwarz.
Bei manchen Weibchen können zusätzlich rötliche oder gelbliche Bereiche am Hinterleib auftreten.
Die Männchen zeigen dagegen eine deutlich auffälligere Färbung.
Besonders charakteristisch ist der rot bis orange gefärbte Hinterleib mit schwarzen Flecken. Der Vorderkörper und die Beine sind überwiegend dunkel gefärbt.
Während die Weibchen deutlich größer und kräftiger werden, bleiben die Männchen schlanker.
Gerade dieser Unterschied macht die Art auch aus biologischer Sicht interessant.
Eine Spinne, die ihr eigenes Zuhause baut
Das wichtigste Merkmal von Eresus walckenaeri ist ihre besondere Netzbauweise.
Die Tiere legen eine röhrenförmige Wohnhöhle an, die mit dichter Spinnseide ausgekleidet wird.
Diese Wohnröhre kann sich unter Steinen, zwischen Korkstücken oder teilweise im Bodengrund befinden.
Vom Eingang aus breitet die Spinne ein Gespinst über die umliegenden Oberflächen aus.
Dabei entsteht kein klassisches Radnetz, wie man es von vielen heimischen Kreuzspinnen kennt.
Stattdessen handelt es sich um eine Kombination aus Wohnröhre und Fanggespinst.
Die Spinne kann dadurch geschützt in ihrem Versteck bleiben und trotzdem wahrnehmen, wenn sich Beute nähert.
Das Netz ist gleichzeitig eine Alarmanlage
Die Fangfäden übertragen Bewegungen direkt zur Wohnröhre.
Sobald ein Futtertier darüberläuft, registriert Eresus walckenaeri die Erschütterungen.
Dann geht alles sehr schnell.
Die Spinne verlässt ihre Röhre, packt die Beute und zieht sich häufig wieder in den geschützten Bereich zurück.
Gerade deshalb lohnt es sich, das Gespinst nicht ständig zu verändern.
Mit zunehmender Zeit erweitert die Spinne ihre Konstruktion und verbindet verschiedene Einrichtungsgegenstände miteinander.
So entsteht ein individuelles Röhrennetz, das sich immer weiterentwickelt.
Warum Korkrinde besonders gut geeignet ist
Bei der Einrichtung solltest du Eresus walckenaeri möglichst viele geeignete Ansatzpunkte für ihr Gespinst anbieten.
Besonders gut eignen sich flache Korkstücke und kleinere Korkröhren.
Diese können teilweise in den Bodengrund eingebracht werden.
Dadurch entstehen geschützte Spalten, die die Spinne anschließend mit Seide auskleiden kann.
Auch natürliche Wurzeln lassen sich hervorragend verwenden.
Wichtig ist jedoch, dass schwere Gegenstände sicher stehen.
Denn die Tiere können unter Einrichtungsgegenständen graben und diese dadurch unter Umständen destabilisieren.
Ein kleines Terrarium reicht vollkommen aus
Für ein adultes Einzeltier eignet sich ein Terrarium ab ungefähr 15 × 15 × 20 cm.
Dabei ist eine größere Höhe nicht notwendig.
Die griechische Röhrenspinne lebt überwiegend bodennah und nutzt ihre Wohnröhre als zentralen Aufenthaltsort.
Wichtiger als ein besonders großes Terrarium sind geeignete Verstecke und ausreichend Möglichkeiten, das Gespinst zu befestigen.
Für Jungtiere empfehlen wir zunächst kleinere Aufzuchtbehälter.
Dadurch lassen sich Fütterung, Feuchtigkeit und Entwicklung wesentlich einfacher kontrollieren.
Der richtige Bodengrund für trockene Lebensräume
Eresus walckenaeri stammt aus warmen, überwiegend trockenen Lebensräumen.
Deshalb sollte auch der Bodengrund entsprechend gestaltet werden.
Geeignet ist beispielsweise eine Mischung aus Vogelspinnen-Substrat und Wüstensand.
Dadurch entsteht ein strukturierter Bodengrund, der ausreichend Stabilität für kleinere Grabaktivitäten bietet.
Eine Substrathöhe von ungefähr 5–8 cm ist für viele Terrarien sinnvoll.
Zusätzlich können flache Korkstücke teilweise eingegraben werden.
So entstehen natürliche Übergänge zwischen Boden und Versteck, an denen die Spinne ihre Wohnröhre anlegen kann.
20–28 °C – unkompliziert bei der Temperatur
Ein großer Vorteil von Eresus walckenaeri ist ihre vergleichsweise große Temperaturtoleranz.
Für die Haltung eignen sich ungefähr 20–28 °C.
Damit kommt die Art häufig bereits mit normalen bis warmen Raumtemperaturen gut zurecht.
Eine zusätzliche Heizung ist deshalb nicht immer erforderlich.
Wichtig ist jedoch, dass sich das Terrarium nicht dauerhaft überhitzt.
Gerade kleine Behälter können sich unter einer Wärmelampe schnell stark erwärmen.
Deshalb solltest du die Temperatur regelmäßig kontrollieren.
Trocken halten, aber nicht vollständig austrocknen lassen
Die griechische Röhrenspinne bevorzugt ein eher trockenes Terrarium.
Eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit ist nicht erforderlich.
Trotzdem sollte das Tier gelegentlich Zugang zu Feuchtigkeit haben.
Dafür kannst du einen kleinen Bereich des Bodengrunds sparsam befeuchten.
Anschließend sollte dieser wieder abtrocknen können.
Das gesamte Terrarium dauerhaft feucht zu halten, wäre dagegen ungeeignet.
Wie trinkt Eresus walckenaeri?
Ein großer Teil des Flüssigkeitsbedarfs wird über die Futtertiere gedeckt.
Trotzdem sollte zusätzlich gelegentlich Wasser angeboten werden.
Bei kleinen Tieren genügt es häufig, einen Bereich des Bodengrunds leicht zu befeuchten.
Bei größeren Tieren kann außerdem eine kleine, flache Wasserschale verwendet werden, sofern sie sicher steht und das Gespinst nicht beschädigt.
Wichtig ist, nicht direkt in die Wohnröhre zu sprühen.
Denn die Spinne soll selbst entscheiden können, ob sie einen etwas feuchteren Bereich aufsucht.
Fütterung: Kleine Jäger mit großem Appetit
Eresus walckenaeri ist ein geschickter Lauerjäger.
Sie ernährt sich von verschiedenen lebenden Insekten, die sich in der Nähe ihrer Wohnröhre bewegen.
Für Jungtiere eignen sich zunächst Drosophila hydei.
Mit zunehmender Größe können größere Futtertiere angeboten werden.
Geeignet sind beispielsweise:
- Große Fruchtfliegen
- Kleine Heimchen
- Grillen
- Kleine Schaben
- Andere passend große Futterinsekten
Dabei sollte die Beute nicht unnötig groß sein.
Als praktische Orientierung eignen sich Futtertiere, die ungefähr der Körpergröße der Spinne entsprechen oder kleiner sind.
Einmal pro Woche füttern
Für größere Jungtiere und adulte Tiere ist eine Fütterung ungefähr einmal pro Woche häufig ausreichend.
Dabei solltest du den Ernährungszustand der Spinne berücksichtigen.
Ein deutlich gefüllter Hinterleib zeigt, dass das Tier gut versorgt ist.
Vor einer Häutung kann die Spinne ihre Nahrungsaufnahme einstellen.
Auch unmittelbar danach benötigt sie etwas Zeit, bevor wieder gefüttert werden sollte.
Nicht gefressene Futtertiere solltest du entfernen.
Warum die Spinne plötzlich nicht mehr frisst
Wenn Eresus walckenaeri plötzlich kein Futter mehr annimmt, muss das nicht automatisch ein Problem sein.
Besonders vor einer Häutung ziehen sich die Tiere häufig tiefer in ihre Wohnröhre zurück.
Teilweise wird der Eingang zusätzlich mit Seide verschlossen.
In dieser Phase solltest du die Spinne nicht stören.
Auch das Gespinst darf nicht geöffnet werden, nur um nach dem Tier zu sehen.
Nach der Häutung benötigt der neue Außenpanzer ausreichend Zeit zum Aushärten.
Erst anschließend sollte wieder gefüttert werden.
Gruppenhaltung nur mit Vorsicht
Eresus walckenaeri wird in der Terraristik gelegentlich als bedingt kommunale Art beschrieben.
Besonders junge Geschwistertiere können zeitweise gemeinsam aufgezogen werden.
Allerdings bedeutet das nicht, dass eine dauerhafte Gruppenhaltung sicher ist.
Mit zunehmender Größe steigt das Risiko von Konkurrenz und Kannibalismus.
Deshalb empfehlen wir, Jungtiere rechtzeitig zu trennen.
Spätestens ab ungefähr 1 cm Körpergröße sollten die Tiere einzeln gehalten werden.
Für adulte Tiere ist die Einzelhaltung die sicherste Lösung.
Ein außergewöhnliches Fortpflanzungsverhalten
Besonders interessant ist die Fortpflanzungsbiologie der Röhrenspinnen.
Nach erfolgreicher Paarung produziert das Weibchen einen Eikokon und betreut diesen in ihrer Wohnröhre.
Dabei schützt sie die Eier und sorgt für geeignete Bedingungen.
Bei verschiedenen Vertretern der Familie Eresidae wurde außerdem ein besonders intensives Brutpflegeverhalten beobachtet.
Dazu gehört auch die sogenannte Matriphagie.
Dabei wird das Muttertier im Verlauf der Entwicklung von seinem Nachwuchs gefressen.
Dieses Verhalten stellt eine extreme Form der mütterlichen Fürsorge dar.
Für Eresus walckenaeri wird ein entsprechendes Verhalten ebenfalls beschrieben.
Allerdings sollte man daraus nicht ableiten, dass jedes Weibchen unter allen Bedingungen zwangsläufig unmittelbar nach dem Schlupf stirbt.
Ist Eresus walckenaeri gefährlich?
Eresus walckenaeri besitzt wie andere echte Spinnen Giftklauen und kann bei Bedrängung beißen.
Die Art gilt jedoch nicht als medizinisch besonders gefährlich für gesunde Erwachsene.
Trotzdem sollte ein Biss vermieden werden.
Die Tiere sind keine Streicheltiere und sollten möglichst wenig angefasst werden.
Gerade weil sie ihre Wohnröhre häufig über längere Zeit ausbauen, ist es ohnehin sinnvoller, sie direkt im Terrarium zu beobachten.
Warum diese Art auch für Einsteiger interessant ist
Die griechische Röhrenspinne benötigt keine komplizierte Technik.
Ein kleines, gut belüftetes Terrarium, geeignete Verstecke und ein eher trockener Bodengrund reichen bereits aus, um die wichtigsten Voraussetzungen zu schaffen.
Auch der Temperaturbereich von 20–28 °C ist vergleichsweise unkompliziert.
Trotzdem solltest du einige Besonderheiten beachten.
Dazu gehören die störungsfreie Häutung, die Einzelhaltung größerer Tiere und der vorsichtige Umgang mit Feuchtigkeit.
Wer diese Punkte berücksichtigt, kann mit Eresus walckenaeri einen hervorragenden Einstieg in die Haltung von Röhrenspinnen finden.
Vorteile auf einen Blick
- Eresus walckenaeri Brullé, 1832
- Deutscher Name: Griechische Röhrenspinne
- Familie Eresidae
- Herkunft Mittelmeerraum, besonders Griechenland
- Weibchen dunkelgrau bis schwarz
- Männchen mit auffällig rot-orange gefärbtem Hinterleib
- Faszinierender Bau von Wohnröhren und Fanggespinsten
- Bodenbewohnender Lauerjäger
- Terrarium ab ungefähr 15 × 15 × 20 cm
- Bodengrund ungefähr 5–8 cm
- Temperatur 20–28 °C
- Eher trockenes Terrarium
- Gelegentlich einen kleinen Bereich befeuchten
- Gute Belüftung wichtig
- Korkrinde und Korkröhren als ideale Verstecke
- Fütterung ungefähr einmal pro Woche
- Jungtiere zunächst mit Drosophila hydei
- Größere Tiere mit Heimchen, Grillen und Schaben
- Jungtiere zeitweise gemeinsam aufziehbar
- Einzelhaltung ab ungefähr 1 cm empfohlen
- Interessantes Brutpflegeverhalten
- Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel
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Eresus Komplettset – bietet eine speziell auf Röhrenspinnen abgestimmte Grundausstattung.
Insektenliebe Acrylterrarium – bietet eine übersichtliche Unterbringung und ausreichend Platz für den Bau einer Wohnröhre.
Vogelspinnen-Substrat – bildet eine geeignete Grundlage für den Bodengrund und lässt sich mit Wüstensand kombinieren.
Wüstensand – sorgt zusammen mit dem Vogelspinnen-Substrat für einen stabileren, eher trockenen Bodengrund.
Korkrinde – schafft natürliche Spalten und bietet ideale Ansatzpunkte für den Bau des Röhrennetzes.
Korkröhre – eignet sich hervorragend als geschützter Ausgangspunkt für eine Wohnröhre.
Fazit: Eine Spinne, die ihr Terrarium selbst gestaltet
Eresus walckenaeri ist eine außergewöhnliche Spinne, bei der nicht nur die Optik begeistert.
Besonders faszinierend ist der Bau ihrer Wohnröhre. Mit dichter Spinnseide verbindet sie Korkstücke, Steine und andere Strukturen zu einem geschützten Rückzugsort mit angeschlossenem Fanggespinst.
Dabei unterscheiden sich Weibchen und Männchen deutlich. Während Weibchen überwiegend dunkel gefärbt sind, zeigen adulte Männchen einen auffälligen rot-orangefarbenen Hinterleib.
Für eine erfolgreiche Haltung empfehlen wir ein kleines, gut belüftetes Terrarium ab ungefähr 15 × 15 × 20 cm, Temperaturen von 20–28 °C und einen eher trockenen Bodengrund.
Besonders wichtig sind geeignete Ansatzpunkte für das Gespinst und eine möglichst störungsfreie Haltung.
Wer eine Spinne sucht, die ihr Terrarium selbst gestaltet und durch ein außergewöhnliches Jagdverhalten begeistert, findet mit Eresus walckenaeri einen faszinierenden Pflegling.
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