Müll-Problem: Plastik-fressende Wachsmottenraupe lässt Forscher hoffen

Wer kennt sie nicht, die Schokoladentafeln für Reptilien? Wachsmottenraupen (Galleria mellonella) sind sehr beliebt bei unseren Tieren und wir müssen sie mit Bedacht verfüttern, da sie einen sehr hohen Fettanteil haben.

Jeder der welche zu Hause hat weiß auch, dass man sie nicht allzu lange in dünnwandigen Plastikdosen aufbewahren kann, da sie sich sonst ziemlich zügig durchfressen.

Ergo was ist das Resultat? Man setzt sie in ein anderes Gefäß um?

Nein! Man geht damit zur nächsten Universität und berichtet von einer Wunderraupe die große Mengen Plastik frisst und schon ist die Sensation perfekt.

Diese Woche ging eine Nachricht um die Welt. Eine Hobbyimkerin bemerkte bei der Entsorgung der Raupen, die sie als ungewünschte Gäste im Bienenstock hatte, dass sie sich sehr schnell durch die Abfalltüte fraßen. Mit dieser Entdeckung marschierte sie zur Universidad de Cantabria in Spanien und dort fanden sie heraus, dass rund 100 Wachsmotten-Larven in zwölf Stunden etwa 92 Milligramm einer normalen Einkaufstüte fressen können. Das ist lächerlich wenig? Nein, es ist schneller als alles, was zu diesem Thema bisher wissenschaftlich veröffentlicht wurde!

Sie vermuten, dass für diese schnelle Zersetzung ein Molekül oder Enzym verantwortlich ist, das sie jetzt versuchen zu isolieren. Dieses Enzym könne man dann in großen Umfang produzieren und es nutzen, um Plastikmüll abzubauen.

Für mich persönlich war diese Nachricht ein Zeichen, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Was für andere Bereiche eine Sensation darstellt, war für mich ein Nachteil den es zu lösen galt. Zurückschauend könnte ich mir selber in den Hintern treten. Es ist wie so oft, danach ist man immer schlauer und denkt sich, warum bin ich eigentlich nicht selbst darauf gekommen und habe diese Entdeckung publiziert. Aber es hilft ja nichts, in Zukunft werde ich versuchen Auffälligkeiten nicht nur pragmatisch zu betrachten, sondern auch an das große Ganze zu denken.

 

 

 

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