Orchideen richtig aufbinden

In meinem letzten Blogbeitrag bin ich auf die Vorteile von echten Pflanzen im Terrarium eingegangen und habe meine neuen Orchideen vorgestellt. Jetzt möchte ich die Orchideen aufbinden und in meinen BraPlast Dosen aufhängen.

Generell gelten aufgebundene Orchideen in der Zimmerhaltung als pflegeintensiver, da sich die Luftfeuchtigkeit im Topfsubstrat besser halten kann als im Raum. Daher sollte man aufgebundene Orchideen im Zimmer mehrmals am Tag besprühen oder abbrausen.

Im Terrarium herrscht eine höhere Luftfeuchtigkeit, daher ist dieser Nachteil nicht relevant.  Im Gegenteil, in diesem Fall hat eine aufgebundene Orchidee mehrere Vorteile:

icon-803718_1280  Sie hält die Luftfeuchtigkeit im Insektarium konstanter

icon-803718_1280  Keine Probleme durch Staunässe

icon-803718_1280  Der Bodengrund im Terrarium lässt sich weiterhin unkompliziert reinigen

Welche Orchideen kommen in Frage?

Es gibt verschiedene Wuchsformen der Orchideen und man muss unterscheiden zwischen:

  • epiphytisch, auf anderen Pflanzen wachsend
  • terrestrisch, auf der Erde wachsend
  • lithophytisch, auf Felsen oder Steinen wachsend

Für das Aufbinden kommt also nur die epiphytische Orchideenart in Frage.

Allgemeines über epiphytische Orchideen

Das Wort „Epiphytisch“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet: „epi“ = „über“ und „phytos“ = „Pflanze“; also wörtlich übersetzt „Überpflanze“. Daraus kann man entnehmen, dass die Pflanze als Aufsitzerpflanze auf anderen Pflanzen wächst. Früher wurden diese Orchideen fälschlicher Weise als „Schmarotzer“ bezeichnet, weil man davon ausging, dass sie sich von den Wirten, auf denen sie wuchsen, ernährten.

Diese Orchideenarten wurden am Boden von anderen stärker wachsenden Pflanzen verdrängt und deshalb haben sie sich an den Lebensraum auf den Bäumen angepasst. Nur dort konnten sie durch genügend Licht und Feuchtigkeit überleben.

Epiphytische Orchideen ernähren sich ausschließlich über ihre Wurzeln durch Niederschlag, abgestorbene Blätter, Algen, Moose, Exkremente von Tieren, abgestorbene Tiere und so weiter. Sie klammern sich lediglich mit ihren Luftwurzeln an ihren Wirt, um genügend Halt zu haben. Diese Luftwurzeln verfügen über besondere Eigenschaften: Sie bilden ein mehrschichtiges, sogenanntes Velamen radicum.

Das Velamen radicum ist im trockenen Zustand eine weiß beziehungsweise silbrig schimmernde Zellschicht, die in der Lage ist, durch zahlreiche große Poren Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen. Gleichzeitig mit der Feuchtigkeit aus der Atmosphäre nehmen die Wurzeln der Orchideen auch die darin gelösten Nährstoffe auf. Viele Orchideen bilden in den Luftwurzeln auch Chlorophyll und können dadurch, wie grüne Blätter, Stoffwechsel betreiben.

Vorbereitung

Zum Aufbinden einer Orchidee benötigt man folgende Utensilien:

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  • ein Stück Kork
  • Sphagnummoos
  • Strumpfhose
  • Schere
  • Zange
  • Gartendraht
  • Bindedraht
  • eine epiphytische Orchidee

Orchidee aufbinden

Bevor ich die Pflanze aus dem Topf entferne, gebe ich ihr ein halbstündiges Wasserbad. Dadurch werden die Luftwurzeln elastischer und es verhindert sich dadurch die Gefahr, dass sie beim aufbinden abbrechen.

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In der Zwischenzeit kann man schon mal in den Träger, bei mir ein Korkstück, zwei Löcher, eins oben und eins unten bohren und ein Stück Draht durchziehen. Dort hänge ich später die Orchidee auf. Ich drehe die Löcher mit einem kleinen Schraubenzieher rein und benutze bei diesem weichen Material keine Maschine.

Als Träger eignet sich nicht nur Kork. Manchmal verwende ich auch Xaxim. Das sind getrocknete Stämme von Baumfarne. Dort finden sich in den zahlreichen Ritzen, Löchern und Zwischenräumen jede Menge Samen und Sporen lebender Pflanzen, in der Hauptsache Moose und Farne. Ich achte immer darauf, dass das Xaxim aus Plantagen stammt und nicht aus dem Regenwald. Warum ich darauf achte, werde ich mal in einem anderen Beitrag schreiben.

 

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Dann lege ich etwas Sphagnummoos auf die Korkrinde und binde dieses mit einem Gartendraht fest. Wichtig ist bei der Auswahl des Drahtes darauf zu achten, dass er später nicht zu rosten anfängt. Natürlich kann man auch andere Moossorten verwenden. Aus der Natur kann ich Baummoos empfehlen, aber natürlich nur von bereits gefällten Bäumen. Wie ich mit Materialien die ich aus der Natur entnehme vorgehe, könnt ihr hier lesen.

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Anschließend schneide ich aus den Damenstrümpfen drei 5 mm Streifen. Man braucht dafür kein Lineal sondern schneidet einfach Pi mal Daumen runter. Diese verwende ich für das Aufbinden der Orchidee. Die Nylonstrümpfe eignen sich hervorragend, da sie elastisch, stabil und wasserfest sind. Somit werden die Luftwurzeln nicht beschädigt und können weiter ungehindert wachsen. Kleiner Tipp, ich kaufe dazu keine Nylonstrumpfhosen sondern frage in einem Schuhfachgeschäft nach kostenlose Probierstrümpfe. Alternativ kann man auch ein Hosenbundgummi verwenden, allerdings sind diese scharfkantiger und somit weniger geeignet.

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Ich binde die Orchidee so fest, dass sie nicht wackelt. Sobald sich neue Wurzeln bilden, werden diese sich an den Träger haften. Wenn dies in ausreichender Anzahl geschieht, kann man die Nylonstreifen wieder entfernen.

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Anschließend gut über einem Waschbecken ansprühen und ins Insektarium hängen. Dazu drehe ich mit einem Skalpell zwei Löcher in die BraPlast Dose und befestige den Draht. Und schon hat man ein Stück Natur im Insektarium. Die Mantiden und Orchideen bekommen ein optimales Raumklima und es sieht einfach ansprechender aus, als die im Handel erhältlichen Plastikpflanzen.

orchidee-aufbinden-braplast-dose.jpg

 

Welche Pflanzen verwendet ihr in euren Terrarien?

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