Annam-Stabschrecke
Verkaufseinheit: 4 Tiere
Einfach
Vietnam
< 120 mm
22°C – 24°C
Medauroidea extradentata – die Annam-Stabschrecke aus Vietnam
Medauroidea extradentata gehört zu den bekanntesten und unkompliziertesten Stabschrecken in der Terraristik. Die aus Vietnam stammende Art wird auch als Annam-Stabschrecke oder Vietnamesische Stabschrecke bezeichnet und eignet sich hervorragend für den Einstieg in die Haltung von Phasmiden.
Mit ihrem langen, schmalen Körper sieht sie einem trockenen Zweig erstaunlich ähnlich. Diese perfekte Tarnung nennt man Astmimese. Sitzt Medauroidea extradentata ruhig zwischen ihren Futterzweigen, muss man deshalb manchmal zweimal hinsehen, um sie überhaupt zu entdecken.
Dabei ist die Art friedlich, lässt sich gut in Gruppen halten und benötigt keine extremen Klimawerte. Besonders spannend ist außerdem ihre Fortpflanzung: Weibchen können auch ohne Männchen Nachwuchs erzeugen.
Medauroidea extradentata stammt aus Vietnam
Die natürliche Heimat der Annam-Stabschrecke liegt in Vietnam. Der ältere Name Baculum extradentatum taucht deshalb noch häufig in älteren Büchern und Haltungsberichten auf.
Heute lautet der anerkannte wissenschaftliche Name Medauroidea extradentata (Brunner von Wattenwyl, 1907).
Die Art gehört zur Ordnung der Phasmatodea und hat sich hervorragend an ein Leben zwischen Zweigen und Blättern angepasst.
Dabei verlässt sie sich vor allem auf ihre Tarnung und nicht auf aktive Verteidigung.
Weibchen werden deutlich größer als Männchen
Bei Medauroidea extradentata unterscheiden sich die Geschlechter gut voneinander.
Weibchen erreichen ungefähr 10–12 cm Körperlänge und besitzen einen deutlich kräftigeren Körper. Außerdem befinden sich am Kopf der Weibchen kleine hornartige Fortsätze.
Männchen bleiben mit ungefähr 7–8 cm wesentlich kleiner und schlanker. Gleichzeitig besitzen sie längere Fühler.
Beide Geschlechter sind flügellos.
Die Färbung kann zwischen verschiedenen Braun-, Grau- und Grüntönen variieren. Dadurch passen sich die Tiere optisch hervorragend an Zweige und Vegetation an.
Ein echter Meister der Tarnung
Wird die Annam-Stabschrecke gestört, bleibt sie häufig vollkommen ruhig sitzen.
Dabei streckt sie ihre Beine so am Körper entlang, dass ihre gesamte Silhouette noch stärker an einen Zweig erinnert.
Zusätzlich können die Tiere bei Gefahr in eine Art Starre fallen und sich fallen lassen. Diese Kombination aus Tarnung und Bewegungslosigkeit schützt sie vor Fressfeinden.
Eine weitere Notfallstrategie ist der Abwurf eines Beines. Deshalb solltest du Medauroidea extradentata niemals an einem Bein festhalten oder hochheben.
Gerade jüngere Tiere können verlorene Gliedmaßen über spätere Häutungen teilweise regenerieren.
22–24 °C reichen normalerweise vollkommen aus
Einer der großen Vorteile dieser Art ist ihre unkomplizierte Temperaturführung.
Eine etablierte europäische Haltungsempfehlung nennt 22–24 °C als geeigneten Bereich. Nachts darf die Temperatur um einige Grad sinken, sollte dort jedoch möglichst nicht dauerhaft unter ungefähr 19 °C fallen.
Damit funktioniert die Haltung in vielen Wohnräumen bereits ohne starke zusätzliche Wärmequelle.
Andere Haltungsberichte zeigen zudem, dass Medauroidea extradentata einen relativ breiten Temperaturbereich toleriert. Extreme Hitze ist deshalb ebenso unnötig wie eine dauerhaft sehr kühle Haltung.
Frische Luft ist wichtiger als extreme Luftfeuchtigkeit
Bei den Angaben zur Luftfeuchtigkeit findet man für Medauroidea extradentata erstaunlich unterschiedliche Werte.
Deshalb würde ich die Haltung nicht an einem einzelnen Prozentwert festmachen.
Entscheidend sind regelmäßige Trinkmöglichkeiten und eine sehr gute Belüftung. Die Tiere nehmen Wassertropfen von Blättern und anderen Oberflächen auf.
Die Futterpflanzen können deshalb leicht mit Wasser besprüht werden. Anschließend sollte das Terrarium jedoch wieder abtrocknen können.
Staunässe, dauerhaft nasser Bodengrund und stehende feuchte Luft solltest du vermeiden.
Ein hohes Terrarium ist besonders wichtig
Bei Stabschrecken zählt nicht nur die Grundfläche.
Viel wichtiger ist ausreichend Höhe für eine sichere Häutung.
Für eine kleine Gruppe eignet sich beispielsweise ein Terrarium ab ungefähr 30 × 30 × 40 cm. Mehr Höhe und zusätzlicher Platz sind natürlich von Vorteil, denn dadurch lassen sich auch große Futterzweige wesentlich einfacher unterbringen.
Das Terrarium sollte außerdem über großzügige Lüftungsflächen verfügen.
Häutungen brauchen freien Platz
Medauroidea extradentata wächst wie andere Insekten über mehrere Häutungen.
Dafür hängt sich die Stabschrecke an einem Zweig oder einer anderen geeigneten Oberfläche fest und zieht sich nach unten aus ihrer alten Haut.
Unterhalb des Tieres muss deshalb ausreichend freier Raum vorhanden sein.
Als gute Orientierung sollte ungefähr die doppelte Körperlänge unter einem möglichen Häutungsplatz frei bleiben.
Ein dicht mit Ästen vollgestopftes Terrarium ist deshalb nicht automatisch besser. Futterzweige und Einrichtung sollten so angeordnet werden, dass ausreichend freie Häutungsbereiche vorhanden bleiben.
Brombeerblätter sind das perfekte Hauptfutter
Die Ernährung von Medauroidea extradentata ist unkompliziert.
Besonders bewährt haben sich Brombeerblätter. Brombeeren haben außerdem den großen Vorteil, dass sich an geschützten Standorten häufig auch im Winter grüne Blätter finden lassen.
Zusätzlich werden unter anderem folgende Pflanzen angenommen:
- Brombeere
- Himbeere
- Rose
- Eiche
- Weißdorn
- Hasel
Die Futterzweige sollten möglichst ständig frisch zur Verfügung stehen.
Sehr wichtig ist außerdem, dass die Pflanzen nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Rosen aus Blumensträußen oder unbekannter Herkunft sind deshalb keine gute Wahl.
Futterzweige bleiben im Wasser länger frisch
Damit die Blätter nicht bereits nach kurzer Zeit vertrocknen, kannst du die abgeschnittenen Zweige in einen Behälter mit Wasser stellen.
Die Öffnung muss dabei so gesichert sein, dass keine Tiere hineinfallen können.
Besonders bei frisch geschlüpften Nymphen ist das wichtig.
So bleiben die Blätter länger frisch und gleichzeitig entsteht ein natürlicher Lebensraum aus echten Futterpflanzen. Die Tiere können darauf fressen, sitzen und sich häuten.
Friedliche Gruppenhaltung
Medauroidea extradentata lässt sich hervorragend in Gruppen halten.
Die Tiere zeigen untereinander normalerweise kein problematisches aggressives Verhalten. Dadurch kannst du mehrere Exemplare gemeinsam in einem ausreichend großen Terrarium pflegen.
Wichtig ist jedoch, dass die Besatzdichte nicht zu hoch wird.
Zu viele Tiere auf engem Raum erschweren Häutungen und sorgen gleichzeitig dafür, dass frische Futterzweige besonders schnell abgefressen werden.
Gerade bei dieser Art kann der Bestand außerdem überraschend schnell wachsen.
Nachwuchs ganz ohne Männchen
Eine der faszinierendsten Eigenschaften von Medauroidea extradentata ist ihre Fähigkeit zur Parthenogenese.
Dabei legen Weibchen unbefruchtete Eier, aus denen wiederum weibliche Nachkommen entstehen können.
Das ist nicht nur eine Beobachtung aus der Terraristik. Die parthenogenetische Fortpflanzung von Medauroidea extradentata ist wissenschaftlich gut untersucht. Die Art wird deshalb sogar als Modellorganismus in der Forschung eingesetzt.
In vielen langjährig gehaltenen Zuchtstämmen kommen nahezu ausschließlich Weibchen vor.
Die Eier werden einfach fallen gelassen
Die Weibchen benötigen kein kompliziertes Nest.
Die Eier werden nach und nach fallen gelassen und landen auf dem Boden des Terrariums.
Je nach Temperatur und Haltungsbedingungen dauert die Entwicklung mehrere Monate. Eine europäische Managementrichtlinie für Wirbellose nennt ungefähr 1,5–3 Monate Inkubationszeit, während andere Zuchtberichte längere Entwicklungszeiten beschreiben.
Deshalb sollte man bei den Eiern etwas Geduld mitbringen.
Bei 25 °C und 60 % Luftfeuchtigkeit werden Eier der Art sogar erfolgreich unter kontrollierten wissenschaftlichen Laborbedingungen inkubiert.
Vom Jungtier zur adulten Stabschrecke
Frisch geschlüpfte Nymphen sehen bereits wie winzige Versionen der adulten Tiere aus.
Während ihrer Entwicklung durchlaufen sie mehrere Häutungen. Unter geeigneten Bedingungen können sie ungefähr nach 4–6 Monaten adult sein.
Gerade während dieser Wachstumsphase sind ausreichend Platz, frisches Futter und geeignete Häutungsflächen besonders wichtig.
Nach der letzten Häutung beginnt schließlich der adulte Lebensabschnitt.
Eine hervorragende Art für Einsteiger
Wer erstmals Phasmiden halten möchte, findet mit Medauroidea extradentata eine besonders interessante Art.
Sie benötigt keine komplizierte Technik, akzeptiert verschiedene gut verfügbare Futterpflanzen und lässt sich problemlos in Gruppen beobachten.
Gleichzeitig bietet sie viele spannende Verhaltensweisen.
Tarnung, Schreckstarre, Häutungen und die parthenogenetische Fortpflanzung machen die Haltung auch langfristig interessant.
Gerade deshalb gehört die Annam-Stabschrecke seit vielen Jahren zu den Klassikern der Phasmidenhaltung.
Vorteile auf einen Blick
- Medauroidea extradentata
- Deutscher Name Annam-Stabschrecke
- Herkunft Vietnam
- Weibchen etwa 10–12 cm
- Männchen etwa 7–8 cm
- Flügellose Art
- Hervorragende Astmimese
- Friedliche Gruppenhaltung möglich
- Sehr gut für Einsteiger geeignet
- Haltung bei ungefähr 22–24 °C problemlos möglich
- Gute Belüftung wichtig
- Frische Futterzweige sollten ständig verfügbar sein
- Brombeere eignet sich hervorragend als Hauptfutter
- Auch Himbeere, Rose, Eiche, Weißdorn und Hasel werden angenommen
- Weibchen können sich parthenogenetisch vermehren
- Entwicklung bis zum adulten Tier ungefähr 4–6 Monate
- Hoher Behälter mit ausreichend freiem Häutungsraum erforderlich
Passendes Zubehör für dein Setup
Insektenliebe Phasmiden-Komplettset – bietet eine praktische Grundausstattung für die Haltung und Aufzucht von Medauroidea extradentata.
Repto Terra Sky – bietet ausreichend Höhe für Futterzweige und Häutungen und sorgt gleichzeitig für den wichtigen Luftaustausch.
GLORIA Drucksprühgeräte – ermöglichen ein feines Befeuchten der Futterpflanzen, sodass die Tiere Wassertropfen aufnehmen können.
Spiderwood – schafft zusätzliche Kletter-, Sitz- und Häutungsflächen zwischen den Futterzweigen.
Artnamen Aufkleber – eignet sich zur übersichtlichen Kennzeichnung des Terrariums mit Artname und Zuchtinformationen.
Insektenliebe Hygro-Therm – ermöglicht die Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Phasmidenterrarium.
Fazit
Medauroidea extradentata ist nicht ohne Grund ein Klassiker in der Phasmidenhaltung. Die Annam-Stabschrecke ist friedlich, robust und gleichzeitig ausgesprochen spannend zu beobachten.
Ihre Haltung funktioniert bereits bei moderaten Temperaturen von ungefähr 22–24 °C sehr gut. Viel wichtiger als extreme Wärme oder eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit sind ein gut belüftetes Terrarium, regelmäßige Trinkmöglichkeiten und ausreichend Platz für sichere Häutungen.
Auch die Fütterung ist unkompliziert. Vor allem Brombeerblätter eignen sich hervorragend und können durch Himbeere, Rose, Eiche, Weißdorn oder Hasel ergänzt werden.
Besonders faszinierend ist jedoch die Fortpflanzung. Medauroidea extradentata kann sich parthenogenetisch vermehren, sodass bereits ein einzelnes Weibchen grundsätzlich für Nachwuchs sorgen kann.
Damit eignet sich die Art hervorragend für Einsteiger, bietet durch ihre perfekte Tarnung, ihre Häutungen und ihre außergewöhnliche Fortpflanzung aber auch erfahrenen Wirbellosenhaltern ein interessantes Beobachtungstier.
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