Theraphosa-blondi-Fütterung
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Vogelspinnen füttern – wie oft, womit und wann


Ob winziger Spiderling oder adulte Schönheit – wer seine Vogelspinne richtig füttert, sorgt für ein langes, gesundes Leben. Hier erfährst du, was, wann und wie oft auf dem Speiseplan stehen sollte – mit Tipps direkt aus unserem Sortiment!

Vom Jagdverhalten zum Futtertier: Vogelspinnen richtig verstehen

Bevor es um konkrete Futtertiere, Mengen und Fütterungsintervalle geht, lohnt sich ein Blick auf die Lebensweise von Vogelspinnen. Denn sie bestimmt maßgeblich, welches Futter überhaupt wahrgenommen und erfolgreich erbeutet wird. Grundsätzlich lassen sich Vogelspinnen grob in drei Gruppen einteilen: baumbewohnende, bodenbewohnende und unterirdisch lebende Arten. Baumbewohnende Vogelspinnen halten sich überwiegend an senkrechten Strukturen wie Rinde oder Ästen auf. Sie reagieren besonders gut auf Futtertiere, die fliegen oder aktiv nach oben laufen. Hier bieten sich vor allem Fluginsekten wie Drosophilas, Goldfliegen, Terfly und Schmeißfliegen an, da sie das natürliche Jagdverhalten optimal auslösen. Bodenbewohnende Vogelspinnen hingegen jagen direkt am Substrat oder aus ihren Verstecken heraus. Für sie sind Futtertiere ideal, die sich überwiegend am Boden bewegen und nicht sofort nach oben ausweichen. Ofenfischchen und Heimchen haben sich hier als besonders zuverlässig erwiesen. Unterirdisch lebende Vogelspinnen verbringen einen Großteil ihres Lebens in selbst gegrabenen Röhren. Sie verlassen diese meist in der Dämmerung oder nachts, um Beute zu machen. Entsprechend sinnvoll ist es, Futtertiere einzusetzen die in die Wohnröhren laufen, etwa Schaben, die sich ruhig, bodennah und zu den passenden Tageszeiten bewegen.

Wer diese grundlegenden Unterschiede berücksichtigt, schafft die perfekte Basis für eine erfolgreiche, stressarme Fütterung – unabhängig davon, ob es um das „Wie oft“, „Womit“ oder „Wann“ geht.

Vogelspinne beim fressen

Fütterung bei kleinen Vogelspinnen– mini aber hungrig

Gerade frisch geschlüpfte Vogelspinnenbabys, sogenannte Spiderlinge, benötigen regelmäßig Futter, allerdings in sehr kleinen und gut kontrollierbaren Portionen.
Spiderlinge sollten in dieser Phase zwei- bis dreimal pro Woche gefüttert werden. Regelmäßige, kleine Mahlzeiten unterstützen ein gleichmäßiges Wachstum und helfen dabei, Häutungsprobleme zu vermeiden, ohne die Tiere zu überfordern.

Bereits ab einer Körperlänge von etwa 2 mm eignen sich kleine Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster) hervorragend. Sie sind aktiv genug, um den Jagdinstinkt auszulösen, stellen aber keinerlei Gefahr für die empfindlichen Jungtiere dar.

Wachsen die Spiderlinge weiter und erreichen eine Größe von etwa 2–10 mm, können problemlos große Fruchtfliegen (Drosophila hydei) oder Heimchen XS angeboten werden.

Ab einer Körperlänge von rund 10–20 mm sind Heimchen S, Terfly oder Ofenfischchen eine sehr gute Wahl, da sie mehr Substanz liefern und dennoch gut überwältigt werden können.

Ein bewährter Praxistipp: Lege ein winziges Stück Apfel ins Terrarium, wenn du Fruchtfliegen, Terfly, Ofenfischchen oder Heimchen verfütterst. Dadurch bleiben die Futtertiere länger vital und aktiv, was die Jagd erleichtert und gleichzeitig eine gleichbleibend gute Nährstoffversorgung der Spiderlinge unterstützt – ideal für ein gesundes Wachstum in den ersten Lebensphasen.

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Wachstumsphase: Abwechslung ist gefragt

Sobald Vogelspinnen die reine Spiderlingsphase hinter sich lassen, beginnt eine wichtige Wachstumszeit. In dieser Phase nimmt der Nährstoffbedarf zu, gleichzeitig werden die Tiere robuster und deutlich sicherer bei der Jagd. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das Futter abwechslungsreicher zu gestalten und die Beutegröße schrittweise anzupassen.
In dieser Wachstumsphase empfiehlt es sich, die Vogelspinnen etwa zweimal pro Woche zu füttern. Dieser Rhythmus unterstützt ein gleichmäßiges Wachstum und sorgt für ausreichend Energie zwischen den Häutungen, ohne die Tiere unnötig zu überfüttern.

Bei einer Körperlänge von etwa 20–30 mm haben sich argentinische Waldschaben in Größe S, Goldfliegen, Schmeißfliegen sowie Heimchen in Größe M bewährt. Diese Futtertiere liefern bereits deutlich mehr Substanz, ohne die Spinne zu überfordern. Durch ihre Bewegung lösen sie zuverlässig den Jagdreflex aus und unterstützen ein aktives, gesundes Wachstum.

Erreichen die Vogelspinnen eine Größe von 30–40 mm, können die Portionen weiter gesteigert werden. In diesem Bereich eignen sich argentinische Waldschaben in Größe M sowie Heimchen in Größe L sehr gut. Die Tiere sind nun kräftig genug, um größere Beute sicher zu überwältigen, profitieren aber weiterhin von einem Wechsel zwischen verschiedenen Futtertieren.

Gerade in dieser Wachstumsphase ist Abwechslung besonders wichtig. Unterschiedliche Futtertiere bringen verschiedene Nährstoffprofile mit und fördern eine gleichmäßige Entwicklung. Gleichzeitig lässt sich durch variierende Beutearten gut beobachten, wie aktiv und futterbereit die Vogelspinne ist – ein wertvoller Hinweis auf ihren allgemeinen Gesundheitszustand.

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Schmeißfliegen

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Große Vogelspinnen – weniger ist mehr

Ab einer Körperlänge von etwa 40 mm gelten Vogelspinnen als weitgehend ausgewachsen. In dieser Phase verlangsamt sich das Wachstum deutlich, der Stoffwechsel arbeitet ruhiger und der Futterbedarf sinkt spürbar. Jetzt kommt es weniger auf häufige Mahlzeiten an, sondern auf passende, nährstoffreiche Futtertiere.

Bei einer Größe von 40–50 mm eignen sich argentinische Waldschaben in Größe L sowie Heimchen L sehr gut. Sie liefern ausreichend Energie und werden von kräftigen Tieren problemlos überwältigt. Ab einer Körperlänge von 50 mm und mehr können argentinische Waldschaben in Größe XL verfüttert werden. Diese stellen eine gehaltvolle, artgerechte Beute dar und passen gut zum natürlichen Jagdverhalten großer Vogelspinnen.

In diesem Stadium reicht es vollkommen aus, adulte Vogelspinnen nur einmal in der Wochen mit lediglich einem Futtertier zu füttern. Längere Fresspausen sind völlig normal und kein Grund zur Sorge. Wichtig ist vielmehr, den Körperzustand im Blick zu behalten. Ein gut proportionierter Hinterleib zeigt, dass die Spinne optimal versorgt ist. Übermäßiges Füttern sollte vermieden werden, da es zu einem zu prallen Abdomen und damit zu einem erhöhten Verletzungsrisiko führen kann.

Gerade bei großen Vogelspinnen gilt: Geduld zahlt sich aus. Weniger Futter, dafür gezielt eingesetzt, entspricht ihrem natürlichen Rhythmus und sorgt für langlebige, gesunde Tiere.

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Größe einschätzen statt blind vertrauen

Zum Abschluss ist ein Punkt besonders wichtig, der in der Praxis oft unterschätzt wird: Futtertiere sind nicht immer gleich groß, auch wenn sie derselben Größenkategorie zugeordnet sind. Gerade bei Heimchen oder Schaben kann es nach Häutungen zu deutlichen Größenunterschieden kommen. Ein frisch gehäutetes Tier ist oft weicher, heller und manchmal spürbar größer als erwartet. Deshalb sollte man sich nicht ausschließlich auf die Größenangabe verlassen, sondern das Futtertier vor dem Verfüttern immer kurz mit der Vogelspinne vergleichen.

Als bewährte Faustregel gilt:

Das Futtertier sollte ungefähr ein Drittel der Körperlänge der Vogelspinne haben.

Diese Größe ist groß genug, um Nährstoffe zu liefern und den Jagdinstinkt auszulösen, aber klein genug, um keine Gefahr für die Spinne darzustellen. Zu große Futtertiere können Stress verursachen oder im ungünstigen Fall sogar Verletzungen hervorrufen, während zu kleine Beute oft ignoriert wird.

Wer seine Vogelspinnen aufmerksam beobachtet, die Lebensweise berücksichtigt und die Futtergröße individuell anpasst, ist damit immer auf der sicheren Seite. Nicht starre Tabellen, sondern Augenmaß, Erfahrung und Ruhe machen am Ende die erfolgreiche und artgerechte Fütterung aus.

Wichtiger Hinweis zur Häutung – Futtertiere rechtzeitig entfernen

Ein besonders sensibler Moment im Leben einer Vogelspinne ist die Häutung. In dieser Phase ist das Tier extrem verletzlich. Genau hier können Futtertiere zur echten Gefahr werden. Vor allem Heimchen und Schaben sollten vor einer Häutung konsequent aus dem Terrarium entfernt werden. Diese Futtertiere sind nicht nur aktiv, sondern auch opportunistisch und können an einer wehrlosen Vogelspinne knabbern, sie anfressen oder verletzen – im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang.

Andere Futtertiere wie Fruchtfliegen oder Ofenfischchen gelten zwar nicht als direkt gefährlich, können aber dennoch stören, indem sie über die Spinne laufen oder sie unnötig stressen.

Grundsätzlich gilt daher: Sobald eine Häutung bevorsteht oder eine Spinne Futter konsequent verweigert, sollten alle Futtertiere aus dem Terrarium entfernt werden. Auch nach der Häutung sollte man einige Tage warten, bis der Panzer vollständig ausgehärtet ist, bevor erneut gefüttert wird. Aufmerksamkeit und rechtzeitiges Handeln sind hier entscheidend und tragen maßgeblich zu einer sicheren und erfolgreichen Häutung bei.

Vogelspinnen füttern- Häutung

Falls noch weitere Fragen offen sind, stellt sie uns gerne unter dem Artikel in den Kommentaren.