Geschlechtsbestimmung, Paarung und Fortpflanzung von Asseln

Porcellio expansus Nachwuchs

Es gibt viele Asselarten die sich recht unkompliziert vermehren lassen. Stimmen die Haltungsbedingungen und hält man Asseln unterschiedlichen Geschlechts zusammen in einem Terrarium, lässt sich die Fortpflanzung mitunter sogar überhaupt nicht verhindern. Dieses freut Asselhalter in der Regel, da es sehr spannend ist, die Paarung, die Fortpflanzung an sich und den Nachwuchs von Asseln zu beobachten. Allerdings kann die unkontrollierte Fortpflanzung auch zu einem Problem werden: Dies geschieht in der Regel dann, wenn die Fortpflanzung überhand nimmt und mit der Zeit zu viele Asseln ein zu kleines Becken bevölkern. Bevor man Asseln züchtet, sollte man also sicherstellen, dass auch der Nachwuchs gut versorgt werden kann – sei es in einem zweiten eigenen Behälter oder bei Personen, die den Asseln ein neues Zuhause geben. Im Folgenden stellen ich ein paar grundsätzliche Informationen zur Verfügung, die verraten, wie die Paarung und Fortpflanzung bei Asseln des spezialisierten Fortpflanzungstypus in den Grundzügen abläuft.

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Geschlechtsbestimmung bei Asseln

Bevor man mit der Zucht starten kann sollte man sich sicher sein, ob sich überhaupt beide Geschlechter im Zuchtansatz befinden. Das eindeutigste Erkennungsmerkmal bei allen getrenntgeschlechtlichen Asseln findet man an der Unterseite. Dazu greift man vorsichtig die Assel oder gibt sie in ein durchsichtiges Gefäß und schaut sich das Ende des Abdomens (Hinterleib) an. Ich verwende dazu eine Lesebrille, natürlich kann man auch eine Lupe verwenden, um die Unterschiede besser erkennen zu können. Anhand der Form der Segmentplatten erkennt man, dass diese bei den männlichen Asseln in einem spitz zulaufenden Bogen geformt sind und bei den Weibchen eher eine rechteckige Form besitzen.

Manche Porcellio Arten haben eine phänotypische Geschlechtsbestimmung. Das heißt, man sieht anhand des äußeren Erscheinungsbild, bei welcher Porcellio-Assel es sich um welches Geschlecht handelt. Dabei richtet sich der Blick auf das Körperende der Assel. Dort befinden sich die Uropoden, die das letzte Schwimmbeinpaar darstellen. Diese sind bei männlichen Porcellio-Arten deutlich länger als bei den Weibchen.

Porcellio hoffmannseggi Geschlechtsbestimmung
Porcellio expansus Geschlechtsbestimmung

Es gibt auch Arten bei denen man den Geschlechtsunterschied bereits an der Färbung der Segmentplatten erkennen kann.

Bei Porcellio silvestri zum Beispiel haben die Männchen eine eher unscheinbare Färbung, während die weiblichen Asseln mit einem satten orange hervorstechen.

Porcellio silvestri male

Auf eine weitere eindeutige Geschlechtsbestimmung gehe ich im nächsten Abschnitt ein.

Die Rolle des Brutbeutel (Marsupium)

Haben weibliche Asseln die Geschlechtsreife erreicht (in der Regel im Alter von wenigen Monaten), wird bei gesunden Asseln vieler Arten früher oder später der so genannte Brutbeutel (Marsupium) erkennbar, der bei der späteren Fortpflanzung noch eine wichtige Rolle spielen wird. Lokalisieren lässt sich dieser Brutbeutel zwischen dem ersten und fünften Laufbeinpaar  der weiblichen Asseln. Er dient zusätzlich zur Geschlechtsbestimmung, da er bei männlichen Tieren nicht auftritt. Vor allem bei vielen klein bleibenden Asselarten ist es oftmals der einzige Hinweis für die Geschlechtsbestimmung. Wie der Name des Brutbeutels bereits verdeutlicht, werden hier die für die Fortpflanzung wichtigen weiblichen Eier entwickelt, die allerdings zuvor bei der Paarung durch die männlichen Asseln befruchtet wurden. Im Schutz des Brutbeutels der mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, verbleiben die Eier während der gesamten Entwicklungszeit bis zum Schlupf der Jungasseln.

Assel Brutbeutel

Die Paarung von Asseln

Bevor es zu einer Paarung der Asseln kommt, kann der Halter in der Regel sehr viel Bewegung in seinem Becken beobachten. Die männlichen Asseln verfolgen die weiblichen regelrecht, da sie von den ausgeschütteten Hormonen der Weibchen angezogen werden. Sie versuchen dabei, dem Weibchen nahe zukommen, um ihren Samen an das Weibchen weiterzugeben. Die Paarung erfolgt ohne Paarungsrituale ab, allerdings verharren die männlichen Asseln oft stundenlang auf dem Rücken der Weibchen. Dabei beobachte ich oftmals, wie die Männchen mit den hinteren Beinpaaren gegen die Segmentplatten der Weibchen klopfen. Ich gehe davon aus, dabei handelt es sich um eine Art Stimulierung. 

Nach der Paarung

Nach der Paarung wandern die Eier weiblicher Asseln in die Bauchgegend. Erst wenn die weibliche Assel ihre Häutung abgeschlossen hat bildet sich der Brutbeutel (Marsupium). Bis die Fortpflanzung abgeschlossen ist, dauert es nun aber noch einige Wochen. In dieser Zeit entwickeln sich die Eier weiter, bis schlussendlich die jungen Asseln schlüpfen können. Asseln sind dabei durchaus sehr produktiv: Eine weibliche Assel (Porcellio) kann in einem Zuge mitunter 10 bis 70 Jungtiere nach einer Paarung das Leben schenken. Rollasseln (Armadillidium) sind da weitaus produktiver- zwischen 20-160 Jungasseln sind dort die Regel. Die doch sehr großen Schwankungen haben oftmals mit dem Alter der Assel zu tun, da frisch adulte Asseln oftmals eine geringere Schlupfrate nachweisen können als ältere. Desweiteren fliesen dort noch die Ernährung und die Haltungsbedingungen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) eine große Rolle. Bemerkenswert ist zudem, dass viele weibliche Rollasseln mehrmals im Jahr tragen.

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