Oniscus asellus „Mardi Gras“

Oniscus asellus Mardi Gras

Alles begann mit einer riesen Mauerassel Bestellung. Ein Kunde hatte 500 Tiere bestellt und wir hatten bei weitem nicht mehr so viele Tiere im Bestand. Daher machten wir uns auf, um welche zu suchen. Wir, das sind mein Bruder Stefan und ich. Meine Erfahrung bei der Suche von Mauerasseln ist folgende: Man findet sie in viel höheren Stückzahlen in Nadelwäldern als in Laubwäldern. Das ist der große Unterschied zu den anderen Asselarten. Aus diesem Grund sind wir auf die schwäbische Alb gefahren um in einem schönem verwilderndem Fichtenwald welche zu suchen.

Wittlingen
Fichtenwald

Die interne Challenge war, wer zuerst 250 Tiere gefunden hat ist der Asselkönig. Kennt ihr das, wenn man aus Verzweiflung solche Spielchen anfängt? Wir rechneten mit einem halben Tag um die Tiere aufzutreiben und hatten noch einiges zu erledigen. Daher hielt sich die Lust darauf relativ in Grenzen. Überraschender Weise hatten wir nach 2 Stunden 600 Tiere auf 100 qm Fläche gefunden. Stefan war schneller, das liegt aber einfach nur daran, dass er Nichtraucher ist. So jedenfalls rede ich mir das gut.

Und da es wohl sein Glückstag war, fand er unter einem Fichtenrindenstück diese wunderschöne Oniscus asellus „Mardi Gras“. Wir blieben beide stehen und schauten fasziniert in die gelb-gold glitzernden Flecken vor uns. Wir haben beide schon viele Asseln gesehen, das übertraf an Schönheit und Perfektion allerdings alles bisher Gesehenes.

Von der Größe nach zu urteilen ist die Oniscus asellus „Mardi Gras“ bereits adult. Da unsere Augen im Alter nicht besser wurden, mussten wir mit der Geschlechtsbestimmung warten, bis wir in der Asselbude die Lesebrille aufsetzen konnten.

Das war dann auch die erste Tat als wir zurückkamen, der Griff zur 3.0 Lesebrille. Leider handelt es sich um ein Weibchen. Das „leider“ setzt sich ausfolgender Tatsache zusammen: Wenn man nur eine einzelne Farbmorphe hat, kann man diese nur mit einem wildfarbenen Pendant kreuzen. Zu einer männlichen Farbmorphe kann man unzählige Weibchen setzen und hoffen, dass er recht viele befruchtet. Daher kann man schon in der ersten Generation mit einer weitaus höheren Zahl von Jungasseln rechnen als bei einer weiblichen Farbmorphe.

Aber man soll dem geschenkten Gaul nicht ins Maul schauen, sondern ihn lieber satteln. Also setzten wir sie zusammen mit drei männlichen Oniscus asellus „Mauerasseln“ und mehreren Stoßgebeten in eine 5 Liter Box und warten gespannt, was passieren wird.

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