Vorwort:

Nachdem ihr diesen Artikel gelesen habt, kauft ihr das Zuchtsubstrat für Springschwänze beim Discounter und das Futter, mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum von 12 Monaten, im Drogeriemarkt.

Vor ungefähr 15-20 Jahren versuchte ich immer mal wieder tropische Springschwänze zu züchten. Die Betonung liegt auf Versuchte! Ich stellte dabei immer wieder fest, dass der Aufwand den ich betreiben muss und das was am Ende rauskommt für mich nicht befriedigend war. Man brauchte relativ große Behälter, in denen man als Bodensubstrat Kokoshumus, Laub, Weißtorf und Korkkrümmel gab. Das gab es auch nicht gerade an jeder Ecke und war somit mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden.

Gefüttert hat man sie mit Gemüse, wie Zucchini, Gurke, Möhre und Champignons, in dünne Scheiben geschnitten und Flockenfutter. Fischfutterflocken, Hundefutterflocken und Hefeflocken, welche sehr fein gemahlen auf das Substrat gestreut wurden. Das alles kann man nicht allzu lange auf Vorrat halten und macht es somit auch sehr unpraktikabel. Dann musste man 8-10 Wochen warten, bis die Zucht stabil war bevor man Tiere verfüttern konnte. Ich habe mich damals dazu entschlossen die paar Euro auszugeben und mir tropische Springschwänze bei einem Futtertierhändler zu kaufen.

 

Allgemeines:

Springschwänze (Collembola) sind eine zu den Sackkieflern (Entognatha) gehörende Klasse der Sechsfüßer (Hexapoda) die es seit ungefähr 400 Millionen Jahren gibt. Sie erreichen eine Körperlänge von 0,1 mm bis zu 17 mm und finden sich vor allem in Humusschichten nicht zu trockener Böden bis in einige Meter Tiefe sowie an verrottendem Pflanzenmaterial. Dabei besiedeln sie auch so unterschiedliche Habitate wie Regenwälder, küstennahe Uferbereiche, Sanddünen, Wüsten oder Schneeflächen im Hochgebirge. Durch ihre wasserabweisende Haut können sie Überflutungen in einer Luftblase überstehen oder sich auf der Wasseroberfläche manövrieren. Um das nochmal zu verdeutlichen, Springschwänze können bis zu 14 Tage auf offener See treibend überleben und dabei mehrere hundert Kilometer zurücklegen.

Für die Fütterung junger Mantiden, Pfeilgiftfrösche, Fische und vielen anderen Haustieren ist das sehr kleine Zuchtfutter unentbehrlich. Ich setze sie insbesondere für die Aufzucht meiner Mantiden-Nymphen ein. Generell kann man die sogenannte Bodenpolizei in jeden Bodengrund eines Insektariums geben.

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Zucht:

Ich benutze als Zuchtbehälter BraPlast Dosen mit 1,3 Liter Inhalt. Generell kann man alles verwenden was sich dicht abschließen läßt. Diese befülle ich zu 2/3 mit Grill Holzkohle die ich vorher in ca. 2 EUR grosse Stücke kleingeschlagen habe. Benutzt keine Briketts oder Eierkohle da diese oft chemisch behandelt wurden. Darüber gieße ich bis zur Hälfte Leitungswasser, wenn ihr die Springschwänze an eure Fische verfüttern möchtet würde ich destilliertes Wasserbevorzugen. Fertig ist der Zuchtansatz!

Man sollte die Zuchtansätze bei etwa 23-25°C aufbewahren, da die Entwicklungsdauer temperaturabhängig ist.

 

Füttern:

Ich verwende ausschließlich Bierhefe zur verfütterung. Dabei gebe ich so viel in die Zuchtbox wie die Tiere innerhalb von 2 Tagen fressen. Alternativ kann man auch 5-6 ungekochte Reiskörner verfüttern. Um die Reiskörner bilden sich Schimmelnester, die gefressen werden.

Die Reiskörner halten um einiges länger als die Bierhefe. Ich mag es nicht, wenn sich Schimmel in meinen Zuchtboxen bildet, zum anderen entwickelten sich meine Springschwänze mit Bierhefe schneller. Bierhefe bekommt man in jeder Drogerie in Pulver oder Tablettenform. Ich verwende das Pulver und fülle es zur besseren Dosierung in einen Salzstreuer.

Springschwänze verfüttern:

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, am besten alles ausprobieren:

  • Entweder man nimm ein Stück Holzkohle und schüttelt diese über dem Becher mit den zu fütternden Tieren aus, oder man separiert sie in einen leeren Becher und kann so dosierter verfüttern
  • Alternativ kann man die Zuchtbox nehmen und leicht in eine Ecke abkippen bis das Wasser fast ausläuft. Diese Ecke hält man über den Becher und bläst leicht auf die Wasseroberfläche
  • Einfach ein bisschen Wasser aus der Zuchtbox ins Insektarium gießen