Fragen zur Assel-Haltung – und die Antworten

Normalerweise beantworte ich die Fragen von Besuchern auf meiner Insektenliebe-Seite und in Facebook persönlich über E-Mail oder den Messenger. Da die Ausführungen zum Thema Assel-Haltung momentan gehypt wird und die Länge und auch die Zeit teilweise sprengt, habe ich mich dazu entschlossen einen Blog-Artikel zu diesem Thema zu schreiben. Ich hoffe er hilft euch die ersten aufkommenden Fragen zu beantworten. Falls ich Fragen vergessen habe, bitte ich euch diese unten in die Kommentare zu schreiben und ich werde diese dann in den Artikel mit aufnehmen.

Ich suche Asseln für mein Schnecken-Terrarium. Welche Art kannst du mir empfehlen?

Da in der Regel in einem Schneckenbecken eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, kann man nicht auf alle Assel-Arten zurückgreifen. Folgende Arten kann ich empfehlen und sind auch schon erfolgreich im Einsatz:

Ich suche Asseln als Bodenpolizei. Welche Arten eignen sich dafür am besten?

In diesem Fall eignen sich alle Assel-Arten die relativ anspruchslos sind, anfallende Reste bedingungslos fressen und sich dabei gut vermehren.

Welche Assel-Arten eignen sich für den Einstieg oder Anfänger?

Ich tue mich schwer Assel-Arten in verschiedene Sparten einzuordnen. Oftmals haben Anfänger ein besseres Gespür für ihre Tiere oder lesen sich rasch in das Thema ein und setzen das neu erlernte besser um als so manche „alte Hasen“. Allerdings kann ich Assel-Arten empfehlen, die einem so manche Fehler erlauben und einiges wegstecken können.

Welche Assel-Arten eignen sich als Futtertier?

Asseln sind in der Natur beliebte Futtertiere bei ganz unterschiedlichen Schwanzlurchen, Froschlurchen oder Schuppenkriechtieren. Durch den sehr hohen Kalziumgehalt eignet sich die Assel hervorragend als Futtertier. Auch die Zucht der Tiere hat einige Vorteile gegenüber einigen herkömmlichen Futtertierarten. Es entsteht kein unangenehmer Geruch bei der Zucht, entwischte Tiere vertrocknen in der Wohnung und es entsteht kein zirpender Lärm. Als Futterasseln eignen sich alle Assel-Arten die sich schnell und anspruchslos vermehren lassen.

Kann man verschiedene Arten zusammenhalten?

Ich selbst vermische keine Arten außer ich plane eine Kreuzung oder neue Farbform. Grundsätzlich ist eine Haltung von unterschiedlichen Assel-Arten möglich! Wichtig ist dabei, dass sich keine Art extrem zur anderen fortpflanzt. Das könnte eine Verdrängung einer Assel-Art zur Folge haben. Das bedeutet, man sollte immer eingreifen sobald sich eine Art schneller vermehrt und einige Tiere herausnehmen und separieren. Selbstverständlich kommt es aber auch immer auf die Behälter- oder Becken-Größe an wie oft man eingreifen muss. Bei kleineren Assel-Boxen würde ich von einer Vergesellschaftung abraten.

Wie groß sollte das Assel-Becken mindestens für einen Zuchtansatz mit 12 Tieren sein?

Bei einigen Rollasselarten kann man mit einer BraPlast-Dose mit 1,3L anfangen. Allerdings reicht diese nicht sehr lange aus und man muss auf größere Boxen umsteigen. Wenn man sich vor Augen führt wo man in der Natur Asseln findet, nämlich unter Steinen oder Totholz auf engstem Raum, sollte man davon absehen sich in die Lage der Asseln zu versetzen und denken je grösser desto besser. Oftmals ist es gerade zu Beginn einer Zucht besser, man startet in einer kleineren Box. Dort finden sich die Asseln zur Verpaarung und auch das Futter besser.

Muss es unbedingt ein Terrarium sein oder eignet sich auch ein Aquarium oder eine Kunststoffbox?

Da man Silikon-Kanten in einem Aquarium hat, bietet das den Asseln eine super Fluchtmöglichkeit. Das heißt man braucht einen Deckel, ein normaler Aquarium Deckel eignet sich aber ohne Umbaumaßnahmen nicht, da keine Belüftung vorhanden ist. Entweder man baut diesen Deckel um und bringt Gazeflächen an oder man baut sich einen Holzrahmen und bringt dort eine ausreichende Belüftung an. Am besten verwendet man eine so feine Gaze, dass keine Trauermücken in das Aquarium gelangen da diese sich sonst unglaublich stark im Assel-Becken vermehren.

Terrarien mit zwei Lüftungsflächen, vorne am Steg und oben am Deckel, sorgen für eine perfekte Luftzirkulation. Vorne strömt frische Luft rein und oben weicht die warme verbrauchte Luft aus. Dies eignet sich hervorragend für alle Porcellio Arten die keine Stauluft vertragen. Der Nachteil von vielen Terrarien sind die oftmals vorhandenen Schlitze bei Schiebetüren. Eine Falltür ist bei kleineren Terrarien zu empfehlen da diese sich dicht verschließen lässt. Notfalls muss man die Türen mit z.B. einer Fensterisolierung abdichten.

Mit einer Kunststoffbox kann man meiner Meinung nach am besten arbeiten. Sie sind kostengünstig, man kann sie selber unkompliziert bearbeiten und dort eine Belüftung einbauen wo man sie haben möchte. Die Boxen lassen sich oft toll aufeinander stapeln, dass schafft Platz und Raum für noch mehr Assel-Arten. Auch die Absicherung gegenüber den Asseln ist durch einen perfekt verschließbaren Deckel absolut gewährleistet.

Kann ich den Behälter offen lassen?

Man läuft Gefahr, dass die Boxen austrocknen. Daher rate ich jedem Anfänger lieber einen Deckel anzubringen. Wenn man sich Sorgen um die Belüftung macht, würde ich lieber auf ein Terrarium ausweichen. Auch die besagten Trauerfliegen und Fruchtfliegen vermehren sich stark in einer Zuchtbox ohne Deckel.

Welchen Bodengrund muss ich verwenden?

Am besten eine Mischung aus 1/3 Humus und 2/3 Laubwaldhumus. Gerne nehme ich etwas Laub und Totholz extra dazu, dies dient als Futterquelle und gleichzeitig auch als Feuchtigkeitsspender. Hierzu empfehle ich euch mein YouTube-Video zu diesem Thema.

Wie hoch sollte das Substrat eingefüllt werden?

Dies kommt auf die jeweilige Asselzuchtbox an und die mögliche Einfüllhöhe. Empfehlenswert sind immer 5 cm. Diese Höhe garantiert eine gewisse Grundfeuchtigkeit in der Erde. Bei einer geringeren Substrathöhe trocknet die Box schnell aus, das ist gerade für Anfänger etwas gefährlich ist.

Müssen Springschwänze unbedingt mit ins Assel-Becken?

Extra den Boden damit bestücken würde ich nicht, da diese sich früher oder später in der Regel von alleine durch mitgebrachtes Laub oder Holz ansiedeln. Wenn es sich um ein reines Assel-Becken handelt, brauchst man die Springschwänze nicht, da die Zierasseln das Becken sauber halten.

Reicht die Zimmertemperatur oder soll ich die Assel-Box beheizen?

Eine Zimmertemperatur reicht für fast alle Arten die momentan im Umlauf sind vollkommen aus. Darum benötigt man keine extra Wärmequelle. Bei Assel-Arten die eine zusätzliche Wärmequelle benötigen, wie z.B. bei den Isopoda spec. „Rubber Ducky“, sollte man die Heizmatte nur an eine Seite anbringen. Die Assel-Behälter niemals von unten beheizen, dies führt dazu, dass die Erde sehr schnell austrocknet, was den Tod der Asseln zur Folge haben kann.

Benötigen Asseln eine Lichtquelle?

Grundsätzlich nein. Allerdings bringen viele ein Licht an um die Asseln besser beobachten zu können. Gut geeignet sind LED Lampen da diese keine Wärme abstrahlen und einen geringen Energiebedarf haben.

Sollte man den Waldboden vorher erhitzen?

Da diskutieren viele Asselhalter kontrovers. Wenn man keine ungebetenen Gäste in der Assel-Box haben möchte dann ja. 30 Sekunden in der Mikrowelle oder 10 Minuten im Backofen bei 140 Grad tötet alle darin befindlichen Tiere ab. Man kann auch die Erde für 48-72 Stunden in einer Tiefkühltruhe einfrieren. Das tötet auch alle Schädlinge ab, behält aber die meisten nützlichen Bestandteile. Auch schützt es vor einem Milben Befall.

Wieso kann man kein Nadelholz oder Nadelholzboden verwenden?

Nadelholz stößt diverse Harze ab, die meist tödlich für unsere Asseln sind. Auch die Nadeln sind eventuell mit dem Harz in Berührung gekommen und ebenso gefährlich. Deshalb am besten komplett die Finger davonlassen und einen Laubwald aufsuchen.

Was muss alles in ein Assel-Terrarium rein?

Substrat, Sepia-Pulver oder Sepia-Schale als Kalzium Spender, etwas Laub, weißfaules Holz im Boden untergemischt und ein schönes großes Stück Totholz als Versteck oben drauf, optional geht auch Kork oder Baumrinde. Da Asseln oftmals in kalksteinhaltigen Gegenden leben, kann man auch den einen oder anderen Kalkstein einbringen. Auch kleine Holzkohlestücke oder Holzkohlestaub eignet sich hervorragend im Substrat um Schimmel zu vermeiden. Zu dieser Frage empfehle ich euch mein YouTube-Video über die Einrichtung eines Assel-Komplettset.

Muss es Sepia sein oder reicht auch ein Kalziumpräparat?

Ein Präparat ist ebenso möglich aber in der Regel um einiges teurer. Wichtig dabei ist, dass der Kalzium Anteil hoch ist, da Asseln ihren Bedarf an Calcium decken müssen. Falls dies so nicht angeboten wird, geht es auch mal schnell an die lebenden Artgenossen. Dass Asseln ihre verstorbenen Artgenossen auffressen ist hingegen völlig normal.

Wie oft sollte man den Assel-Behälter befeuchten?

Dies liegt an der Gesamtbeschaffenheit des Zuchtbehälters. Größe, Substrathöhe, Belüftungsfläche und Standort. Daher kann man diese Frage nicht pauschal beantworten und fordert etwas Übung und Fingerspitzengefühl. In der Regel sollte aber 1-2 mal die Woche vollkommen ausreichen. Ich schaue dabei seitlich in die Behälterecke die ich feucht halte, wenn sich dort noch Kondenswasser befindet, feuchte ich nicht nach.

Zebrarollasseln vermehren sich nicht mehr, wenn die Besatzungsdichte zu hoch ist. Passiert das auch bei anderen Arten?

Das liegt nicht unbedingt nur an der Besatzungsdichte, sondern auch an ungedeckten Bedürfnissen oder einem falschen Substrat bzw. fehlenden Bestandteile. Je höher die Besatzungsdichte im Assel-Behälter ist, je mehr Proteine müssen zugeführt werden da sich sonst die großen Asseln an den kleinen Jungasseln bedienen.

Woran erkenne ich, dass die Besatzungsdichte zu hoch ist?

Wenn man viele tote Tiere in der Box findet, aber eigentlich alles richtiggemacht hat. Durch eine hohe Besatzungsdichte lassen sich oft nicht alle Grundbedürfnisse dauerhaft erfüllen und dadurch sterben einem ungewöhnlich viele Tiere weg. Man entwickelt ja selber ein Fingerspitzengefühl und merkt, wenn zu viele Tiere in der Box sind. Wenn das der Fall ist und ihr nicht wisst wohin mit den Tieren könnt ihr euch gerne bei mir melden.

Gibt es auch lebendgebärende Assel-Arten?

Ich kenne keine Art und kann es mir auch nicht vorstellen, dass es lebendgebärende Asseln gibt, da sie sehr eng mit den Krustentieren verwandt sind und diese alle Eier legen. Unsere bekannten Asselarten brüten ihre Eier in einem Brutsack unter dem Panzer aus bis diese schlüpfen.

Wie erkenne ich bei den Asseln das Geschlecht?

Am einfachsten über den Brutsack bei den Weibchen. Bei den Porcellio Arten erkennt man das Geschlecht noch zusätzlich an der Länge der „Schwänze“. Man muss dazu gleich große Asseln vergleichen und bei denen mit einem längeren Schwanzende handelt es sich um Männchen.

Wie alt werden Asseln?

Es ist schwierig darauf eine treffende Antwort zu gebe, da Asseln und die verschiedenen Arten noch nicht ausreichend im Labor erforscht wurden um eine konkrete Antwort zu geben. Es sind wohl 2-3 Jahre möglich. Laut meinen persönlichen Beobachtungen eher weniger.

Welches Futter eignet sich am besten für die Asseln?

Das beste Futter kommt direkt aus der Natur. Laub und weißfaules Holz sind ein großer Bestandteil der Assel-Nahrung.

Ich biete zusätzlich noch folgendes an:

  • Karotte
  • Gurke
  • Chinakohl
  • Süßkartoffel
  • Kartoffel
  • Zucchini
  • Fischfutter
  • Krebsfutter
  • Axolotl Futter
  • Kükenstarter

Wie oft muss man Proteine anbieten?

Ich biete meinen Tieren dauerhaft Proteine an. Dadurch bekommen sie mehr Nachwuchs und die Jungasseln wachsen schneller.

Wie oft sollte man die Asseln füttern?

Wichtig ist das immer etwas angeboten wird. Am einfachsten ist es mit Laub und Totholz. Zu Füttern am besten immer in solchen Mengen, dass es innerhalb von 2-3 Tagen aufgefressen wird. So bilden sich keine bis wenig ungeliebte Gäste in Form von Milben.

Hilfe mein Assel-Becken schimmelt! Ist das schlimm?

Mit einem gewissen Schimmelbefall kommen Asseln ganz gut zurecht, allerdings muss das Verhältnis passen. Ich selbst gehe einmal pro Woche alle Behälter durch und schaue nach Schimmel und entferne diesen. Wenn der Schimmelbefall so hoch ist das er sich nicht mehr einfach beseitigen lässt, würde ich die Asseln sofort umsetzen.

Eine Assel ist gestorben, ich mach mir Sorgen!

Ein oder zwei Tiere sind nicht schlimm und stellt eine ,,natürliche Auslese“ dar, wenn allerdings jeden Tag oder über die Woche mehrere Tiere immer wieder sterben, sollte man die Bedingungen ändern.

Über folgende Möglichkeiten sollte man sich dann Gedanken machen:

  • Es lief gut und ich habe etwas verändert und dann Probleme bekommen. Dann sollte man nochmal die Veränderung bedenken und eventuell wieder zurück stellen
  • Es läuft von Anfang an schlecht. Dann nochmal die Belüftung überprüfen und gegebenenfalls verbessern. Futter überprüfen und auf Bioware umstellen. Wenn dann immer noch keine Besserung eintritt würde ich zu einem neuen Bodengrund mit mehr Mineralien raten.

2 Idee über “Fragen zur Assel-Haltung – und die Antworten

  1. alexandra maschke sagt:

    Hallo,
    Substartwechsel

    Ich habe im Juli bei euch eine starterbox mit pandas gekauft die sich gut vermehrt haben!
    Wann sollte ich das Substrat wechseln?

  2. Frank sagt:

    Hallo,
    ich wechsel das komplette Substrat erst, wenn die Füllhöhe zu hoch wird.
    Ansonsten einfach immer mit Laub und WFH aufpeppen, dann fühlen sich die Asseln weiterhin wohl.

    LG Frank

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