Updates zu unseren neusten Zuchtformen.

Mittlerweile werden Asseln in vielfältigen Zuchtfarben und -mustern angeboten, sogenannte Farbmorphe (morph = Gestalt). Die Auswahl an schön gefärbten, besonderen oder seltenen Exemplaren nimmt stetig zu.

Auch in unseren Zuchtbeständen befinden sich immer wieder solche Mutationen, über die ich auf dieser Seite regelmäßig berichten werde. Dabei ist es mir wichtig, euch von der Entdeckung einer neuen Farbmorphe, bis hin zur Zucht und Selektion zu informieren.

Einen Teil unserer täglichen Arbeit widmen wir unseren Assel Farbmorphen. Dabei unterscheiden wir zwischen den natürlich aufgetretenen Mutationen und den sogenannten Designer-Morphen.

Während z.B. Albinos, Orange, Karamell, Dalmatiner oder High Yellow jeweils irgendwann in freier Wildbahn oder bei der heimischen Zucht entdeckt worden und gleichzeitig „reinrassig“ sind, handelt es sich bei Designer-Morphen um Kombinationen zweier oder mehrerer natürlicher Mutationen.

Oniscus asellus mardi gras

Was bedeutet eigentlich heterozygot?

Nimmt man als Beispiel zwei reinerbige Eltern, eine Porcellio laevis (dominant, grün) und verpaart diese mit einer Porcellio laevis „Panda“ (rezessiv, weiß) sind die Nachkommen heterozygot. Die Nachkommen tragen das Panda-Gen und das Wildfarbene-Gen in sich. Bei dieser Konstellation sehen die Nachkommen wildfarben aus, sind aber heterozygot für Panda. 

Heterozygot nennt man also die Situation, wenn neben einem „mutierten“ Gen auf einem Chromosom ein gesundes Gen auf dem anderen Chromosom zu finden ist. Oft wird dann die Ausprägung der Mutation unterdrückt und durch das „gesunde“ vollständig kompensiert (=rezessiver Erbgang)

Porcellio ornatus sandstone

Was passiert, wenn wir heterozygote

Nachzuchten miteinander verpaaren?

 

Das zweite Beispiel zeigt die Verpaarung dieser sogenannten F1 Generation. Also die Nachzuchten von unserem ersten Beispiel. Dabei ist es normal, dass man die Geschwister untereinander verpaart um eine Farbselektion durchführen zu können. Auffälligkeiten wie Missbildungen oder Kleinwuchs sollte man aus dem Zuchtstamm entfernen.
Bei unserem Beispiel verpaaren wir 2 Porcellio laevis „het.(heterozygot) Panda“

Die Jungasseln wären dann wie folgt:
1 x Porcellio laevis,
2 x Porcellio laevis „het. Panda“
1 x Porcellio laevis „Panda“

Selbstverständlich werden wir mehr Jungasseln bei einer Verpaarung hervorbringen. Diese Anzahl muss man dann einfach ins Verhältnis setzten: 25% Porcellio laevis ; 50% Porcellio laevis „het. Panda“ ; 25% Porcellio laevis „Panda“

Porcellio hoffmannseggi brown

Porcellio spec. Marokko 8i

Was bedeutet das (T) bei den Albinos und was ist der Unterschied zwischen (T-) und (T+)?

Das T steht für Tyrosinase, das bei Tieren und Menschen unter anderem bei der Herstellung von Melanin maßgeblich beteiligt ist. Melanine sind Farbpigmente, die unseren Haaren, Haut oder Augen ihre Farbe geben. Genauso verhält es sich auch bei Asseln. Melanine sind dafür verantwortlich, wie unsere Asseln gefärbt sind. Die wesentliche Gemeinsamkeit aller an Albinismus „erkrankten“ Asseln ist der Mangel an Melaninpigmenten.

Bei einem T- Albino ist die Tyrosinase entweder vollständig defekt oder gar nicht erst vorhanden. Dadurch haben die Tiere keine Melaninpigmente mehr und erscheinen weiß mit roten Augen. Dabei sind die Augen nicht rot, sondern man sieht anhand der fehlenden Pigmentierung die roten Blutgefäße.  

Der T+ Albino hat eine funktionierende Tyrosinase und somit sind auch Melaninpigmente vorhanden. Allerdings kann der T+ Albino durch fehlende Proteine nur die ersten zwei-drei Schritte des Melaninprozesses ausführen und somit keine dunklen Farbpigmente herstellen. Dadurch fallen T+ Albinos in der Regel durch ihr karamellfarbenes Äußeres auf.   

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