Das Assel-Terrarium

Assel-Terrarium

Ist der Entschluss gereift, sich ein Assel-Terrarium anzuschaffen und zu gestalten, stellen sich insbesondere den Neueinsteigern zahlreiche Fragen. Feststeht, dass Asseln in Gruppen gehalten werden– mindestens zwölf, besser mehr Tiere sollten bei dem frischgebackenen Besitzer ein Zuhause finden.

Bevor es allerdings mit dem Einsetzen der Tiere in das Terrarium losgehen kann, gilt es Vorbereitungen zu treffen: Eine passende Behausung mit einem artgerechtem Bodengrund und passenden Utensilien müssen ausgewählt werden. Daraufhin folgt eine kurze Einlaufphase, in der sich der Bodengrund auf die späteren Bewohner akklimatisieren kann. Was es insgesamt bei den einzelnen Schritten, die zur Bereitstellung eines Assel-Terrariums zu beachten gibt, erfährst du im Folgenden.

Die passende Größe für ein Assel-Terrarium

Asseln sind relativ anspruchslose Tiere und können auch schon in einem sehr kleinen Terrarium gehalten werden. Als ich mit der Haltung von Asseln angefangen habe, verwendete ich Boxen mit einem Fassungsvermögen von 1,3 Liter. Dieses ermöglicht einen sehr günstigen Einstieg in das faszinierende Hobby.

Ich habe allerdings sehr schnell festgestellt, dass größere Behälter ab 5 Liter sehr viel reizvoller für mich und auch für die Tiere sind. Ein größeres Assel-Terrarium bietet mehr Gestaltungsspielraum und ermöglicht eine bessere Beobachtung im Verhalten der interessanten Tiere. Zudem ist es sehr viel einfacher die nötigen Haltungsparameter, die einen trockenen und einen feuchten Teil beinhalten, konstant aufrecht zu erhalten. Da zumindest bei den Rollasselarten, oftmals schnell mit Nachwuchs zu rechnen ist, macht sich ein größeres Terrarium auch rasch bezahlt.

Das Material eines Assel-Terrariums

Da Asseln sehr gute Kletterer sind, sollte man auf ein glattwandiges Material zurückgreifen. Selbstverständlich eignen sich auch Aquarien als Unterbringung, allerdings sollte man darauf achten, dass ein gut schließender Deckel vorhanden ist, da die Asseln ohne Probleme die Silikonfuge entlang klettern können. Generell sollte die Unterbringung mit einem gut schließenden Deckel versehen sein. Dieser hält die Tiere in ihrem Terrarium und sorgt dafür, dass sich die Luftfeuchtigkeit im Assel-Terrarium erhöht.

Assel-Terrarium

Auch Terrarien kann man als Behausung verwenden. Von Schiebetüren rate ich euch ab, da Jungasseln zwischen den Scheiben ungehindert nach außen gelangen können. Daher sollte man auf gut schließende Falltürterrarien zurückgreifen. Manche Asselhalter greifen auch auf Holzterrarien zurück. Diese müssen vorher mit Epoxidharz behandelt werden, damit die Feuchtigkeit nicht in das Holz dringen kann und dieses auf Dauer dann schädigt.

Ob der Aufwand, den man dafür betreiben muss, den Nutzen dafür berechtigt kann ich nicht beurteilen, da ich selbst damit keine Erfahrungen gesammelt habe.

Der Nachteil von Glas-Terrarien gegenüber Kunststoffboxen oder Holzterrarien liegt auf der Hand. Sie lassen sich anhand der oben angebrachten Belüftungsflächen so gut wie nicht stapeln. Die Bearbeitung ist um einiges schwieriger als bei Kunststoff und somit kann man keine Verbesserungen bei der Belüftung oder als Arbeitserleichterung mehr anbringen. Daher verwende ich ausschließlich gut schließende Kunststoffboxen.

Unterm Strich ist es den Asseln egal aus welchem Material das Terrarium besteht, sie werden bei allen Materialarten gedeihen. Viel wichtiger ist es, für eine ausreichende Belüftung zu sorgen.

Belüftung für das Assel-Terrarium

Ohne eine Belüftung würde das Terrarium früher oder später zu einer muffigen und schimmligen Unterkunft werden. Daher ist es sehr wichtig, dass zu einem gewissen Maße ein Sauerstoffaustausch stattfinden kann. Allerdings nur bis zu einem bestimmten grad, da eine zu große Belüftungsfläche auch gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit im Assel-Terrarium senkt und zu einer Austrocknung der kleinen Krebstiere führen kann. Daher rate ich von einer sogenannten Kaminlüftung bei Behältern unter 25 Liter ab. Diese sorgt dauerhaft für einen Durchzug und wenn man sich den Lebensraum der Tiere in der Natur anschaut, findet dieser im Wald unter vermodertem Holz oder Laub definitiv nicht statt.

Ich habe festgestellt, dass es vollkommen ausreicht eine Belüftungsfläche am Assel-Terrarium anzubringen. Bei Porcellio-Arten sollte man die Belüftung etwas größer wählen als bei Armadillidium-Arten. Porcellio-Arten kommen in der Natur in trockeneren und somit auch bei einer niedrigeren Luftfeuchtigkeit vor als Rollasseln. Daher gedeihen sie bei größer gewählten Belüftungsflächen viel besser.

Pauschal kann ich euch keine Formel nennen wie groß genau die Belüftungsfläche sein sollte, da das Terrarium-Volumen, die Substrathöhe und die Temperatur einen entscheidenden Einfluss auf den Sauerstoffaustausch im Assel-Terrarium haben. Meine Erfahrung zu Beginn war, dass es ratsam ist mit einer größeren Belüftungsfläche anzufangen und diese dann langsam durch abkleben so lange nach unten zu schrauben, bis die optimale Größe gefunden wird. Unter „optimale Größe“ verstehe ich, wenn das Bodensubstrat nach einer Woche immer noch leicht feuchte Stellen bietet, es nicht schimmelt und die Luft im Assel-Terrarium nicht modrig riecht.

Wir bringen an unseren 5 Liter Assel-Komplettsets eine Belüftungsfläche von 6 cm Durchmesser an. Diese Größe ist ein guter Kompromiss und wird von allen Assel-Arten hervorragend angenommen. Falls ihr die Belüftung an eurem Assel-Terrarium selber anbringen wollt, solltet ihr darauf achten, ein sehr feinmaschiges Belüftungsgitter anzubringen.

Dieses verhindert das Eindringen vieler Plagegeister wie Trauer- oder Fruchtfliegen. Feinmaschige Drahtgaze oder Organza haben sich dabei sehr gut bewährt. Sie halten die Eindringlinge außerhalb der Box und falls einmal durch angebotenes Obst, Gemüse, etc. sich in der Unterkunft Fliegen bilden sollten, auch im Assel-Terrarium.

Substrat im Assel-Terrarium- artgerecht und funktionell

Wenn ihr jetzt ein passendes Terrarium ausgewählt und die Belüftung angepasst habt, stellt sich schnell die Frage, wie das Assel-Terrarium am besten eingerichtet werden kann, damit die Asseln und ihr Freude an dem neuen Becken habt.

Beim Thema Bodengrund dürfen grundsätzlich keine Pestizide oder Düngemittel vorhanden sein, daher eignen sich angebotene Substrate aus dem Garten Center nur bedingt. Bio Komposterde oder Blumenerde sind das Endresultat, nachdem die Asseln die pflanzlichen Abfälle verwertet haben. Daher bieten sie keinen Mehrwert für die Asseln. Die kleinen Tiere sind ständig auf der Suche nach Nahrung und durchkämen den kompletten Bodengrund. Am besten bietet man den Asseln das an, was sie auch in der Natur bevorzugen, nämlich Laubwaldhumus. Dort treffen sie die abwechslungsreiche Nahrung an, die sie benötigen. Harzhaltigen Boden aus Nadelholzwälder verwende ich nur bei der Oniscus asellus (Mauerassel), da sie die einzige Art ist, die ich bisher in solchen Gebieten gefunden habe. Alle anderen Arten bekommen Verdauungsprobleme durch das harzhaltige Substrat.

Wir behandeln den Laubwaldhumus bevor wir ihn verwenden vorher mit Hitze in der Mikrowelle. Dadurch bilden sich keine Invasionen von ungebetenen Gästen in einem abgeschlossenen Habitat, in dem wir eigentlich nur Asseln halten wollen. Da durch die Hitze leider auch die Nützlichen Tiere wie einheimische Springschwänze absterben, impfen wir das Substrat mit tropischen Springschwänzen an. Diese vermehren sich nicht so massenhaft wie die einheimische Art und halten auftretende Schimmelsporen in Schach.

Laubwaldhumus

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Da man Asseln in der Natur vermehrt auf kalkhaltigem Bodengrund antrifft, reicher ich den ca. 5 cm hohen Bodengrund im Assel-Terrarium mit Kalkgranulat an. Dieser bietet bei der Aufnahme einen wichtigen Bestandteil für den Aufbau ihres Exoskeletts und macht gleichzeitig den Boden luftiger. Man kann auch dem Substrat 10% Sand beimischen- was allerdings nicht zwingend nötig ist. Ich verwende momentan Sand nur bei afrikanischen Arten wie Armadillidium officinalis „Israel“, Porcellio spinipes und Armadillidium spec. „Kamerun“.

Viel wertvoller als Sand ist weißfaules Holz. Damit werte ich den Waldlaubhumus nochmals mit Futter auf und schaffe dadurch ein natürliches Substrat. Ich verwende dafür ca. 20% weißfaules Holz und 80% Waldlaubhumus und mische das ganze einmal durch.

Falls ihr die Zeit habt, wäre es von Vorteil, wenn ihr den Bodengrund mit den eingesetzten Springschwänzen und der neuangebrachten Belüftung ein bis zwei Wochen lang ohne Asseln beobachtet. Dadurch akklimatisiert sich das Substrat und die eingesetzten Springschwänze und man bekommt selbst ein Gefühl für die wöchentliche Wasserbeigabe, ohne dass man dabei die Asseln gefährdet. Gerade wenn man noch keine Terraristikerfahrung hat und zu Beginn keinen Rückschlag erleben möchte, ist das ein gutes Mittel um die nötige Sicherheit zu erlangen.

Vorher könnt ihr aber noch die Einrichtungsgegenstände und Dekoration anbringen.

Einrichtungsgegenstände für das Assel-Terrarium

Neben dem Bodengrund müssen auch noch Versteckmöglichkeiten in das neue Terrarium eingebracht werden, damit die Asseln ein artgerechtes Domizil geboten werden kann. Nahezu alle Asselhalter sind sich dabei einig, dass Rindenstücke im Terrarium optimale Versteckmöglichkeiten für die Asseln schaffen. Die Stücke sollten dabei immer der Beckengröße angepasst sein, damit das Assel-Terrarium nicht vollständig bedeckt ist und die Bewohner noch gut beobachtet werden können. Ich verwende für das Rindenstück eine Fläche von ca. 1/5 der Bodenfläche. So haben die Asseln ausreichend Platz um sich zu verstecken und es bleibt noch Fläche übrig um eine Moosecke und Futterplätze anzubringen. Alternativ kann man auch Eierkartons als Versteckmöglichkeit anbieten. Ich verwende das bei Arten, die ich relativ häufig kontrolliere. Da der Eierkarton sehr viel leichter ist als ein Rindenstück, besteht für die Asseln keine Gefahr, dass man sie zerquetscht, wenn man die Versteckmöglichkeit wieder auf den Boden setzt. Selbstverständlich ist das optisch nicht gerade das, was man sich unter einem Waldterrarium vorstellt, daher würde ich es für ein Schauterrarium nicht verwenden.

Aus einer Ecke des Assel-Terrariums macht man eine sogenannte Moosecke. Das ist der Platz, der regelmäßig nachgefeuchtet werden muss. Das Moos speichert die Feuchtigkeit sehr gut und man schafft mit der Moosecke einen Platz im Assel-Terrarium, den die Tiere vor einer Häutung aufsuchen werden. Dort finden sie die optimalen Bedingungen an und man bekommt keinerlei Probleme bei der Häutung seiner Asseln. Man findet in der Natur unterschiedliche Moose, die man verwenden kann. Allerdings sollte man sich vorher informieren, da es Moossorten gibt, die unter Naturschutz stehen. Bitte seid dabei nicht unachtsam, denn mittlerweile sind bereits 54 Moosarten in Deutschland ausgestorben und 335 Moosarten sind vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet. Wenn ich eine schöne ungeschützte Art im Wald gefunden habe, ernte ich einfach nur ein kleines Stück ab, damit sich der Bestand dort schnell regenerieren kann.

Assel-Terrarium
Assel-Terrarium

Zum Schluss bedecke ich die kahlen Stellen auf dem Boden mit Laub. Ich habe die besten Erfahrungen mit Eichen- und Buchenlaub gesammelt, da sie selten schimmeln und zusätzlich den pH-Wert im Bodensubstrat senken. Das Laub verhindert zusätzlich eine schnelle Verdunstung des Bodens und bietet den Asseln eine natürliche Nahrungsquelle die niemals ausgehen sollte.

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