Asseln als Haustiere: Das große Krabbeln!

Kinder Asseln
Ein Stück Natur im Wohnzimmer: Kellerasseln, Mauerasseln und Co. können problemlos im Terrarium gehalten werden. Vor allem für Kinder und Jugendliche, die sich im Unterricht mit dem Lebensraum von Insekten und anderen Wirbellosen beschäftigen, kann das interessant sein. Natürlich haben sie auch Grundbedürfnisse und Ansprüche die aber relativ leicht, kostengünstig und mit einem geringen Zeitaufwand abgedeckt werden können. Auch die Urlaubszeit kann man problemlos überbrücken ohne das Nachbarn, Verwandte oder Freunde sich um die Tiere kümmern müssen. Die Asseln verzeihen also auch mal das ein oder andere Motivationsloch, müssen ansonsten aber auch wie jedes andere Haustier regelmäßig gefüttert und gepflegt werden.
Oniscus asellus-Mauerassel

(Oniscus asellus)

Armadillidium vulgare

(Armadillidium vulgare)

Asseln sind also definitiv geeignete Haustiere und Begleiter für Kinder. Egal ob wohnhaft in der Stadt oder im Dorf. In einem Terrarium lässt sich die Umgebung der Tiere sehr einfach nachbilden. Halter können dann beobachten, wie sich die Tiere entwickeln und vermehren. Man muss keine Angst vor Schäden in der Wohnung haben, da die Asseln bei normaler Raumluftfeuchtigkeit nicht überleben können, geschweige denn sich vermehren werden.

Wo kann man Asseln finden?

Am besten geht ihr dazu in einen Laubwald. Natürlich könnt ihr auch in einem Nadelwald suchen, allerdings ist die Artenvielfalt in einem Laubwald durch das Laubvorkommen um ein vielfaches höher. Erfolgversprechend ist, wenn ihr dort nicht nach Asseln sucht sondern nach weißfaulem Holz. Weißfaules Holz sind Stämme oder Äste, die seit Jahren im Wald liegen und verrotten. Dabei bildet sich der weißfaule Pilz der das Holz langsam zersetzt. Dieses abgelagerte Holz kann man sehr leicht mit den Fingern zerbröseln und es riecht leicht nach Pilz, nicht unangenehm, sondern eher wie eine leckere Pilzsuppe im Herbst.

(Weißfaules Holz ist die ideale Voraussetzung um Asseln zu finden)

Wenn man diese Stämme oder Äste umdreht findet man ganz automatisch ganz unterschiedliche Asselarten und Saftkugler. Die Saftkugler (Glomerida) bilden eine Ordnung innerhalb der Gruppe der Tausendfüßer und gehören somit nicht zu den Asseln (Isopoden). Durch ihren kurzen, hochgewölbten Körper und die Fähigkeit, sich bei Gefahr einzurollen, werden die Saftkugler oft mit den Rollasseln verwechselt. Allerdings unterscheiden sich die Saftkugler von den Rollasseln durch die weitgehend gleichförmigen Segmente und die Fähigkeit, den Kopf mit dem ersten Rückenschild beim Einrollen innerhalb der Kugel zu verbergen.

Ich empfehle euch mit Asseln zu beginnen, da sie einfacher zu halten sind, die Vermehrungsrate höher und vor allem die Entwicklungszeit um einiges schneller ist. Meine Erfahrungswerte zeigen außerdem, dass Rollasseln immer super bei Kindern ankommen!

Saftkugler (kein Kopf ist mehr sichtbar)

Rollassel (man sieht auch zusammengerollt noch den Kopf und die Augen)

Wie richten wir Asseln im Wohnzimmer ein?

Wie groß der Behälter zur Aufzucht oder das Terrarium sein muss, hängt von der Anzahl ab. Für mich hat sich eine Anzahl von 12 Tieren als optimal erwiesen und ich habe damit immer sehr gute Erfolge erzielen können. Bei dieser Anzahl reicht unser Insektenliebe Assel-Komplettset völlig aus.

Als Bodensubstrat eignet sich Laubwaldhumus hervorragend. Wenn ihr mit der Asselhaltung neu anfangt und ihr noch keine Routine habt, solltet ihr mit einer Substrathöhe von 3 cm beginnen. Diese speichert ausreichend die Feuchtigkeit und verzeiht euch den ein oder anderen Bewässerungsfehler.

In dieses Substrat mischt Ihr eine Handvoll weißfaules Holz und legt auf das Substrat noch ein schönes großes Stück Korkrinde, damit die Asseln einen Rückzugsort haben um sich zu verstecken. Neben diesem Stück Korkrinde gebt ihr Futterlaub auf das Substrat. Das weißfaule Holz und das Laub decken die Futtergrundbedürfnisse der Asseln perfekt ab.

Eine Ecke mit Waldmoos hat sich als optimaler Feuchtigkeitsspender erwiesen und sollte nicht fehlen.

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Was fressen unsere neuen Asseln?

In Sachen Futter sind Asseln pflegeleicht: Da schon Laub und weißfaules Holz im Behälter ist, müsst ihr nur noch zufüttern. Das könnt ihr mit Karotten, Zucchini, Süßkartoffeln, Chinakohl oder auch einem gekochtem Ei tun. Von Gemüse- und Obstsorten die viel Wasser enthalten würde ich abraten, da sie einfach viel zu schnell schimmeln. Das ist zwar nicht zwingend schädlich für die Tiere, allerdings dauerhaft für euch selbst und auch nicht hübsch mit anzusehen.

Ab und zu sollten Proteine in Form von Assel-Futter angeboten werden. Davon solltet ihr nur sehr wenig in den Behälter geben, so dass die Tiere es sofort restlos fressen bevor Schimmel entsteht.

Wirklich wichtig ist Sepia als Kalziumlieferant. Sepia kennt man im Alltag eher aus Vogelkäfigen. Aber auch Asseln brauchen diese Stärkung für ihren Panzer. Die Sepiaschalen sollten demnach immer im Behälter zur Verfügung stehen, damit der hohe Kalziumbedarf für die Entwicklung der Asseln vorhanden ist. Alternativ könnt ihr auch Eierschalen mahlen und diese den Tieren anbieten. Meine Erfahrung zeigt allerdings, dass diese lang nicht so gut angenommen werden wie die weicheren Sepiaschalen.

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Wie pflegen wir unsere Asseln richtig?

Die Pflege findet zweimal in der Woche statt. In der Hälfte in der sich die Moosecke befindet, sprüht ihr am besten mit einem Handsprüher die Oberfläche des Beckens feucht. Diese suchen die Asseln gerne zur Häutung auf. Da man pauschal nie sagen kann wie oft man sprühen muss, da Faktoren wie Umgebungstemperatur, Behältergröße, Substrathöhe und die Belüftungsgröße im Verhältnis zur Box eine Rolle spielen. Ihr solltet darauf achten, dass das Substrat insgesamt Tabakfeucht ist und auch bleibt. Dabei sollte das Substrat nicht nass aber auch nicht trocken sein. Wenn ihr mal 2 Wochen im Urlaub seid, macht es Sinn die Box kühl und dunkel zu halten. Ein Kellerraum ist dafür ein geeigneter Ort. Als Nahrungsquelle für einen längeren Zeitraum eignet sich ein Beetle-Jelly.

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2 Idee über “Asseln als Haustiere: Das große Krabbeln!

  1. julian.vieser sagt:

    Hallo zusammen,

    Ich habe eine Frage. Eigentlich zwei. Erstmal zu meiner Idee. Ich habe zwei Spaltenschildkröten in einem 160x80x80 großen Terrarium. Das natürliche Habitat der Tiere besteht aus einer Art Sand-Lehm Gemisch. Letztendlich ist dies den Tieren egal – solange die Parameter stimmen.

    Jetzt würde ich gerne eine “Bodenpolizei” einsetzen. Meine Idee war Sand-Lehm, Kokoshumus und Waldhumus jeweils zu einem Drittel zu mischen (Bauchgefühl).

    Die Temperatur im Terrarium beträgt 22-30 Grad, direkt unter dem Hotspot sind es 36° Celcius (problematisch?). Die Luftfeuchtigkeit beträgt in der Trockenzeit 40%. In der Regenzeit (wenn gesprüht wird) geht diese dann hoch auf bis zu ~ 80%.

    Wäre mein Bodensubstrat Gemisch vertretbar/sinnvoll (für die Bodenpolizei) ?
    Gibt es bzw. welche Arten würden sich am besten bei diesen Parametern eignen – (am besten wären wohl Tiere die sich langsam vermehren, da es keine Räuber im Terrarium gibt) ?

    Beste Grüße
    Julian

  2. Frank sagt:

    Hallo Julian,
    wir sind keine großen Fans von Kokoshumus. Die Gründe dafür findest du hier:
    https://insektenliebe.com/terrarium-bodengrund/
    Vielleicht mischt du einfach Waldhumus, weißfaules Holz und Laub und verwendest das Substrat als Grundlage für deine Schildkröten.
    Die Gegebenheiten der Temperatur und Luftfeuchtigkeit erinnern an die Mittelmeerküste. Daher würde ich dir auch Tiere aus dieser Region empfehlen. Armadillo officinalis und Armadillidium klugii fallen mir da spontan ein.

    Liebe Grüße
    Frank

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